Posts mit dem Label Balkan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Balkan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 18. September 2019

Balkan Tour 2019: Serbien, Bosnien-Herzegovina, Montenegro, Kroatien & Slovenien

Notebook

Balkan 2019: Serbien heißt das Ziel

Nach 2016 Albanien und letztes Jahr Slovenien, zieht es uns dieses Jahr weiter Richtung Osten: Serbien heißt unser Ziel. Und natürlich alles was wir auf dem Weg hin und zurück so finden.

Unsere Route








Dienstag, 17. September 2019

Balkan 2019 VII: Durch Kroatien Richtung Heimat

Notebook

Games of Thrones, Inselglück & Winnetou

Die Richtung ist klar "Heimwärts" aber noch ist unsere Tour nicht zu Ende und wir genießen noch schöne Tage in Kroatien, Slovenien und Österreich


Freitag, 13. September
Wir checken aus unserem tollen Apartment aus und zum Abschied gibt es von Jovanna noch ein Andenken in Form eines Küchenmagneten und eine Flasche Wein für uns. Die wird fachgerecht im Flaschenhalter an der BMW gepackt, dann geht es los. Letztes mal sind wir ja eher im Landesinneren gefahren, dieses Mal wollen wir die Küstenstrasse entlang fahren. Unser nächstes Ziel soll der National Park Veliká Paklenica sein, dort wurden einige der Winnetou Filme gedreht. Aber an einem Tag fahren wir da nicht hin, wir sind ja nicht auf der Flucht. Erstmal genießen wir die Küstenstrasse. Nach kurzer Fahrt steht ja gleich die nächste prächtige Küstenstadt auf dem Plan: Dubrovnik. Für einen Abstecher ist es uns aber zu heiß. Außerdem haben wir noch die Horrormeldungen im Ohr, das es seit dem Games of Thrones Filmen noch mehr Besucher an die befestigte Stadt am Meer zieht als sonst. Uns steht der Sinn mehr nach Einsamkeit. Und so biegen wir gegen Abend von der Hauptstrasse ab und fahren auf die Insel Ston, wo wir einen idyllischen Campingplatz direkt am Meer finden. Da unser (weiß)Wein aus Kotor nicht mehr ganz Trinktemperatur hat, bitten wir unsere Platznachbarn den Wein für uns in ihrem Campern zu kühlen. Wir bauen solange in Ruhe unser Zelt auf und kaufen im kleinen Laden auf dem Platz ein paar Sachen zum Essen ein. Es gibt auch ein Restaurant, aber nach dem üppigen Essen in den letzten Tagen ist uns eine selbstgekochte Campingmahlzeit ganz recht. Ich lümmel vor unserem Zelt herum solange Kerstin bei Duschen ist und verpasse dabei das unsere Nachbarn weggehen … MIT KERSTINS WEIN IN IHREM KÜHLSCHRANK. Das löst bei ihrer Rückkehr echte Panik aus und ich suche den ganzen Platz nach ihnen ab. Als das erfolglos bleibt renne ich wieder in den Laden und suche einen gekühlten Weißwein - Fehlanzeige. Eis zum kühlen gibt es auch nicht. Oh mann, da hängt der Zeltsegen erstmal schief. Zum Glück tauchen just in diesem Moment unsere Nachbarn wieder auf - waren nur mal kurz die Beine vertreten - und Kerstin kommt zu ihrem Wein, sogar mit Weinglas. Der Abend ist gerettet und ich muss nicht vor dem Zelt schlafen.

Samstag, 14. September 
Weiter geht es immer an der kroatischen Küste entlang. Überrascht sind wir etwas als wir an die Grenze zu Bosnien Herzegowina kommen - war uns mal wieder nicht bewusst das es deinen mini Küstenabschnitt gibt, der zu Bosnien gehört. Unglaublich wieviele Hotels man auf so wenigen km bauen kann. Ohne große Pausen erreichen wir am Nachmittag unser Ziel Starigrad, das am Eingang zum National Park liegt. Es gibt hier genügend Campingplätze und Pensionen, leider ist nur auch ziemlich viel los und einige Plätze sind uns einfach zu voll (oder nicht schön genug). Wir sind schon etwas verzweifelt, als wir die Panson Michael entdecken. Ein Pension mit angeschlossenem Campingplatz, Meerzugang und Restaurant - genau das was wir suchen. Es gibt sogar einen großen Kühlschrank, in dem wir den kroatischen Pro-Secco kühlen können, den wir direkt vom Erzeuger unterwegs gekauft haben. Nach einem Bad im türkis blauen Meer, genießen wir das lokale Blubberwasser im Sonnenuntergang vor unserem Zelt - so muss Urlaub sein.

Sonntag, 15. September 
Nach zwei Fahrtagen steht heute mal wieder fortkommen zu Fuß an: Wir machen uns auf und erkundigen den nahe gelegenen National Park Veliká Paklenica in dem einige Winnetou Filme gedreht wurden. Von unserer Pension schlendern wir erstmal durch den Ort und dann weiter zum Eingang. Der Hauptweg zieht sich vom Eingang durch eine Schlucht. Links und rechts ragen die markanten, spitzen, weißen Felsnadeln auf. Wir stellen schnell fest, das der Park auch ein Eldorado für Kletterer ist: Überall sehen wir kleine Gruppen die die senkrechten Wände hochklettern. Nach einigen km kommen wir an ein Museum, das früher mal ein Bunker war. Jetzt kann man sich dort über die Flora & Fauna des Parks informieren, übers Klettern und natürlich auch ein Souvenir kaufen - z.B. eine Winnetou Postkarte.

Wir folgen dem Weg weiter. Ab und zu gibt es einen Abstecher auf einen der Gipfel, die einen tollen Ausblick bieten. Immer weiter geht es in die Schlucht, die Felsen rücken immer näher heran und am Ende gibt es eine Hütte an der wir eine schöne Rast einlegen und eine Kleinigkeit essen.

Zurück geht es auf dem Weg den wir gekommen sind (ist bei Schluchten halt so). Am Eingang zur Ortschaft gibt es noch ein Restaurant, da machen wir halt auf ein Getränk, genießen die Sonne, die schon tief am Horizont steht, bevor wir die letzten km zu Michael zurück legen. Wir speisen lecker im Pension eigenen Restaurant. Nach dem Essen brüten wir über den Karten und überlegen wie wir morgen fahren könnten. Wir beschliessen auf jeden Fall morgen in Slovenien zu übernachten, das wir ja letztes Jahr ausführlich bereist haben. Dort gibt es einen unseren Lieblings Campingplätze den wir wieder ansteuern wollen.

L#1 L#2 L#3 L#3
R#1 R#2 R#3 R#3

Montag, 16. September
 
Über Lubjana fahren zum Gold Martuljek zum Camp Spik (http://www.camp-spik.com/). Dort ist das Zelt schnell aufgeschlagen und wir lassen die Seele baumeln, sitzen vorm Zelt lesen und hören Musik, bevor wir gegen Abend zu unserer Stammpizzeria schlendern und lassen uns die wahrscheinlich beste Pizza in Slovenien schmecken. 

Dienstag, 17. September 
Weil wir erst am Donnerstag wieder in München sein müssen, gibt es noch keinen Grund direkt den Heimweg anzutreten. In Sankt Johann in Österreich mieten wir uns spontan im Hotel Alpendorf ein. Jetzt im Herbst ist in diesem Skiort wenig los. Nach einer kleinen Wanderung über die Almen, kehren wir zurück und nutzen ausgiebig den Wellnessbereich des Hotels, bevor das 5 Gänge Gourmet Dinner serviert wird. Aber auch der schönste Urlaub geht mal zu Ende. Bei einem Gin-Tonic lassen wir die Eindrücke nochmal Revue passieren - Sarajevo, Tata, Uvac, Ostrog, Kotor. Städte, Schluchten, Berge, das Meer. Motorradfahren, Wandern, Zelten, Schlemmen. Über 3.400km haben wir durch Slovenien, Bosnien-Herzegovina, Serbien, Montenegro und Österreich zurückgelegt und der Tacho meiner treuen BMW hat mit 111.111km mal wieder eine Schnapszahl produziert. 

Mittwoch, 11. September 2019

Balkan 2019 VI: Kotor, Montenegro

Notebook

Luxus, Dornen und Einbruch in Kotor

Von unserem beschaulichen Campingplatz in Ostrog, geht es direkt in die montenegrische Touristenmetropole Kotor. Zwei Tage Luxus und Wandern in der mittelalterlichen Stadt am Meer.


Mittwoch, 11. September
Die wahrscheinlich berühmteste Touristenattraktion von Montenegro ist wohl Kotor, das mittelalterliche Küstenstädtchen an der mini Adriaküste die zu Montenegro gehört. Wir haben schon viel darüber gehört: Wie voll es mit Touristen ist, wie schön es ist, wie toll die Fahrt aus den Bergen in Stadt ist. Und genau das machen wir. Von Norden kommend erblicken wir von oben wie Kotor im dunkelblauen Meer liegt, umgeben von seiner Stadtmauer mitten in einer Bucht, die eigentlich an einen norwegischen Fjord erinnert. Die fahrt über die kurvige Passstrasse ist wundervoll und in jeder Kurve erhaschen wir neue Blicke auf die Stadt. Aber kaum unten angekommen, holt uns das touristische Kotor ein: Wir stehen im Stau, nichts geht voran und links und rechts von uns strömen die Reisegruppen. Zum Glück haben wir uns ein Apartment etwas außerhalb von Kotor gebucht und können so nach kurzer Zeit dem Verkehr entfliehen und einige KM an der Küste entlang zu unserem Bleibe für die nächsten Tage fahren.

Bei Jovanna ist es toll. In dem großen Haus gibt es einige Apartments die Jovanna vermietet. Es gibt eine kleine Küche, Schlafzimmer, Wohnzimmer, Bad und sogar eine Waschmaschine - da waschen wir gleich mal komplett unsere Klamotten durch. Und die Motorräder stehen in der Einfahrt geschützt und sicher. Von hier aus sind es nur ein paar Meter runter zum Meer, wo es eine wunderschöne Uferpromenade gibt, entlang der man in einem schönen Spaziergang bis nach Kotor laufen kann. Hier unten gibt es auch schöne Restaurants und so dauert es nicht lange bis wir mit dem ersten Spritz in der Hand auf der Terrasse des Bonaca Restaurants sitzen und neugierig die ausgezeichnete Speisekarte studieren. Fisch und Meeresfrüchte sind natürlich der Klassiker, alles wunderbar mediterran zubereitet. Der Service ist erstklassig, die Weine hervorragend. Was für ein Gegensatz zu unserem Speiseplan der letzten Tage. Wir sind so begeistert, das wir gleich für den nächsten Tag wieder einen Tisch reservieren (heute hatten wir Glück, das Restaurant ist eigentlich immer ausgebucht). Später lesen wir auf TripAdvisor, das es als das beste Restaurant in ganz Montenegro gilt - na, da hatte Kerstin ja wieder das richtige Näschen.

Nach einem tollen drei Gänge Menü spazieren wir weiter an der Uferpromenade entlang nach Kotor. Es ist schon dunkel als wir angekommen und die Stadt ist direkt ausgestorben. Kein Vergleich zu heute mittag als wir angekommen sind. Es sind wohl doch immer ziemlich viele Tagesausflügler da und die Kreuzfahrtschiffe die hier anlegen (wir haben heute auch welche gesehen) sind abends natürlich auch schon wieder im Mittelmeer. So können wir Kotor fast für uns genießen und freuen uns an den vielen Katzen die es hier überall gibt. In einem Pub beschliessen wir den Abend mit einem Bier bevor wir wieder zurück spazieren. Für morgen hat uns Kerstin eine tolle Wanderung ausgesucht, die direkt bei unserem Apartment los geht - da heißt es ausgeruht sein.

Donnerstag, 12. September - Dornbüsche, ein kleiner Umweg, verlassene Dörfer und wir brechen in Kotor ein.
Zum Frühstück gibt es stärkendes Müsli bevor wir uns auf dem Weg machen. Kerstin hat die Tour im Internet ausgeheckt und sie führt uns direkt hinter unserer Unterkunft los. Normalerweise sind wir ja gut ausgerüstete Wanderer, aber heute sind wir irgendwie zu locker drauf: Wir haben beide nur kurze, nicht wie sonst lange Wanderhosen an und auch sonst eher leichtes Gepäck. Das ist Anfangs auch OK, nur leider ist der Wanderweg weniger gut oder eigentlich gar nicht ausgeschildert. So versuchen wir uns von Landmarke zur Landmarke zu orientieren die in der Beschreibung der Wanderung genannt wird. Oft müssen wir uns durch Brombeeren und andere Dornbüsche kämpfen, weil wir wohl die ersten sind die seit langem diese Pfade beschreiten. Aber wir werden durch tolle Blicke auf den Fjord von Kotor belohnt, wo bereits wieder zwei Kreuzfahrtschiffe vor Anker liegen.

Es wird auch wieder richtig heiß obwohl wir stetig nach oben marschieren. Irgendwann finden wir auch das verlassene Dorf, das in der Beschreibung als markanter Punkt genannt wird. So weit so gut, jetzt an der Kirche rechts. Leider finden wir weit und breit keine Ruine die irgendwie eine Kirche sein könnte. So gehen wir fast 30 Minuten in die falsche Richtung bis wir uns entscheiden „hier kann es nicht lang gehen“ und umkehren. Toll, kommt man von der anderen Richtung sieht man die Kirche sofort. Also darauf zu und ab hier wird der Weg auch wieder besser und wir treffen bald wieder auf die Strasse auf der wir gestern nach Kotor gefahren sind. Hier gibt es auch die erste Einkehrmöglichkeit, die wir dankend annehmen. Schnell ist die erste Wasserflasche weg und die zweite schon bestellt. 

Jetzt wenden wir uns auf direktem Weg nach unten, die Stadtmauern von Kotor immer im Blick. Teils durch Wald, teils übers freie Feld. So kommen wir am höchst gelegen Punkt von Kotor an und stehen vor der großen Stadtmauer, die unbezwingbar aussieht. Hätte da nicht jemand eine klapprige Leiter an eine der Schießscharten in der Mauer angelehnt. Wir beobachten wir einige Mädels von uns zittrig die Leiter erklimmen die gerade so bis unter das Fenster geht. Dann sind wir dran - klappt aber ganz gut, unserer langen Beine sei dank. Der letzte Teil unserer Wanderung wird jetzt zu einem Stadtrundgang. Über die Stadtmauer und die Verteidigungsanlagen, geht es - zum Teil sehr steil - über Treppen hinunter in die Altstadt. Und auch hier oben fallen uns immer wieder die vielen Katzen auf, die hier auf dem Gemäuer den warmen Strahlen der untergehenden Sonne genießen.

Es ist schon spät und dunkel als wir wieder zuhause angekommen, uns schnell frisch machen und wieder zu unserem Restaurant gehen, das wir in weiser Voraussicht ja gestern schon reserviert haben. Morgen geht es an der Küste entlang Richtung Kroatien, da planen wir wieder auf Campingplätzen zu übernachten. Heute genießen wir nochmal der Luxus.

Blick auf Kotor
R#1 R#2 R#3 R#4
L#1 L#2 L#3 L#4
ROW
R#1 R#2 R#3
L#1 L#2 L#3

Montag, 9. September 2019

Balkan 2019 V: Von Serbien nach Montenegro

Notebook

Vasilije schläft, dafür sind die Hühner wach in Montenegro

Wir verlassen Serbien und wollen Vasilije - dem nachtwandlerischen Heilligen - einen Besuch abstatten und finden dabei einen der schönsten Campingplätze auf unserer Reise.


Montag, 9. September 
Heute verlassen wir Serbien schon wieder Richtung Montenegro. Wie schon 2016, nehmen wir die Strecke durch den Dormitor Nationalpark und über die Tara Schlucht. Dann wenden wir uns nach Süden, Richtung Küste. Diesmal wollen wir auch das tolle Küstenstädtchen Kotor besuchen. Vorher müssen wir aber noch das Kloster Ostrog besuchen, das uns der freundliche Serbe so nahegelegt hat. Kann ja nicht sein das der heilige Vasilije da rumläuft und wir verpassen das. Kerstin hat im Internet auch schon einen tollen Camping Platz gefunden, von dem man zu Fuß zum Kloster laufen kann: Das Camp Ostrog. Gar nicht so einfach zu finden das Camp. Mein Navi kennt es nicht, eine wirkliche Adresse gibt es auch nicht und so habe ich das Ziel so ungefähr von Google Maps auf mein TomTom übertragen. Nach Niksic verlassen wir die ausgebauten Strassen und wenden uns kleinen, kurvigen Wirtschaftswegen zu, die sich hier durch die Hügellandschaft schlängeln. Es ist einsam hier, kein Dorf, ab und an mal ein Häuschen. Wir begegnen keiner Menschenseele. Aber irgendwann kommen wir an einem Schild vorbei das man als ein Hinweißschild zum Campingplatz identifizieren könnte: Es zeigt auf einen steilen und schmalen Schotterpfad. Wir beschliessen das ich mal vorfahre, wir müssen uns ja nicht beide ins Unglück stürzen. Vorsichtig taste ich mich den Weg entlang, der nach ein paar hundert Metern eine scharfe Serpentine nach rechts beschreibt und schon stehe ich auf dem Campingplatz. Ganz alleine. Das es der Platz ist erkennt man an einigen Zelten die über Terrassen und zwischen Obstbäumen stehen. Aber sonst ist hier alles ruhig und verlassen. Es gibt auch keine Rezeption oder so. Aber ein kleines Steinhäuschen - da mache ich mich mal bemerkbar und tatsächlich Milan der Besitzer werkelt gerade an der Wasserleitung herum. Er ist der Besitzer und hat den Platz erst im diesem Jahr eröffnet. Wir sind die einzigen Gäste heute. Also freie Auswahl was den Zeltplatz angeht. Aber erst muss ich noch Kerstin und ihr Moped holen. Klappt aber auch noch. Dann schlagen wir unser Zelt auf und erfahren von Milan das das Grundstück seiner Oma gehört und wir uns gerne an den Obstbäumen (Feigen & Pflaumen) bedienen können. Köstlich -  frische Feigen direkt vom Baum. 

Wir stehen trotzdem vor einem kleinen Problem: Die nächste Ortschaft ist 20km entfernt und es ist schon spät aber wir haben nichts zu essen für heute Abend. Aber auch dafür hat Milan eine Lösung: Er baut Gemüse an an dem wir uns bedienen dürfen und die Platz eigenen Hühner legen auch frische Eier. So gibt es ein köstliches Mememe, wie wir es in der Türkei (Link auf Blog) gelernt haben: Gemüse, Tomaten, Zwiebeln und was sonst noch da ist kochen und zum Schluss ein paar Eier dazu - Fertig ist ein leckeres, vegetarisches Gericht. Sogar ein Bier schenkt er mir aus seinen Vorrat. So genießen wir die Einsamkeit, mitten in den Bergen von Montenegro mit Blick auf das Kloster, das wir morgen besichtigen werden.

Die Nacht ist kurz, weil wir nicht nur mit den Hühnern in unser Zelt gekrochen sind, sondern mit denselbigen auch wieder aufstehen, bzw. durch die klare Ansage des Hahns bei Sonnenaufgang das wir unsere faulen Körper jetzt gefällig auf das Kloster schleppen sollen. Dafür gibt es zum Frühstück wieder Eier!

Aber es ist eine gute Idee früh los zugehen: Der Tag ist wundervoll und verspricht sehr heiß zu werden. Wir marschieren bergan durch schattige Wälder, teilweise auf gepflasterten Wegen, teilweise über Treppen oder über uralte Pfade die aussehen wie alte Römerstrassen. Irgendwann stossen wir auch auf die Strasse die sich in schönen Serpentinen zum Kloster windet. Wir sind trotzdem froh, das wir nicht mit dem Motorrad gefahren sind. Die Wanderung hier her ist wirklich schön und hier oben ist es schon ordentlich heiß - das wollten wir nicht im Bikeroutfit machen. Das Ostrog Kloster ist ja ein großer Wallfahrtsort für die Orthodoxen Christen, was man an den zahlreichen Besuchern. Der Parkplatz ist schon fast voll geparkt und es gibt schon eine riesen Schlange for einem Verkniffenster. Ich denke ist wo man die Eintrittskarten für das Kloster kauft und stelle mich an. Nach ein paar Minuten, wird mir aber klar, das die Leute hier alle nur kleine Devotionalien wie Kerzen, Anhänger oder ähnliches kaufen - darauf können wir ja verzichten und reihen uns direkt in die nächste Schlange ein, die zum Klostereingagn führt. Das Kloster ist imposant in den Fels gebaut, aber auch sehr klein und verwinkelt. Ich muss ganz schön oft meinen Kopf einziehen, damit den nich ständig irgendwo anschlage. Irgendwann stehen wir dann auch vor dem Heiligtum des Klosters: Die Gruft in der Vasilije aufgebahrt ist. Die Gruft ist eine kleine Höhle direkt im Fels und man lässt immer noch wenige Personen auf einmal rein. Und da liegt er der Vasilije, der ja seit hunderten von Jahren tot aber immer noch aussehen soll, als würde er schlafen. Das können wir leider nicht überprüfen, da eine große Decke über den Sarg ausgebreitet ist. Daneben steht ein Pfarrer und segnet jeden der vorbeikommt.

So, das reicht für heute mit Kirche und Heilligen. Wir kaufen noch etwas Brot beim Klosterbäcker und kehren in einer Herberge für einen Kaffee und Kuchen ein, bevor wir uns zurück zum Campignplatz machen und dort den Rest des Tages verbummeln.

Abends kommt Milian mit seiner Frau und seinem kleinem Sohn - seine Familie lebt normalerweise in der Stadt, kommen aber heute zu Besuch. Und er hat sogar ein Bier für mich dabei. So beschliessen wir den Abend ganz romantisch mit Milans Familie am Lagerfeuer.


Notebook
Notebook Notebook Notebook Notebook
Notebook Notebook Notebook
Notebook

Sonntag, 8. September 2019

Balkan 2019 IV: Geier, Japaner , Fisch und Barbier (und Chardonnay)

Notebook

Wellness, Klöster und Essen umsonst

Serbien und seine Klöster - damit könnte man wahrscheinlich eine eigene Reise verbringen.


Sonntag, 8. September 
Nach einen stärkenden Frühstück machen wir uns heute auf den Weg zu den berühmten Flußschleifen von Uvac. Von unserem Hotelwirt haben wir ja gestern eine recht detailierte Wegbeschreibung zum Ausgangspunkt für eine Wanderung zu einem Aussichtspunkt bekommen. Um alles zu Fuß zum gehen ist der Weg aber zu weit. Deshalb nehmen wir zum Startpunkt - eine Ansammlung von Restaurants - die Motorräder. Erst geht es den Weg zurück den wir gestern gekommen sind. Auf der Hochebene angekommen geht es an einem Parkplatz auf einen Schotterpfad der uns nach einigen km steil hinunter zum Fluß führt. Dort werden wir mit großem Hallo empfangen und gleich zu einem Parkplatz dirigiert. Es ist, wie wir später feststellen, die Wirtin die uns gestern als Geheimtipp zum Essen empfohlen wurde. 

Die Wanderklamotten haben wir in den Koffern verstaut und nachdem wir uns umgezogen haben, werden unsere Mopeds sogar mit einer Plane zugedeckt, auf das ihnen nichts passiert. Unser Ausgangspunkt besteht aus einer Ansammlung von Restaurants die einfach mit Brettern, Wellblech und etwas Plane um einen Wohnwagen, der als Küche dient, herum gebaut wurden. Aber es gibt schöne Terrassen auf denen man essen kann, Blick auf den Uvac inklusive. Von hier aus kann man auch Bootstouren machen und die Schleifen erfahren, inkl. einem Abstecher zu einer Höhle. Unseres sind aber die Boote nicht, also marschieren wir Richtung unseres Wanderweges. Der ist, wie wir schnell Festellen, sehr gut ausgeschildert und einfach zu folgen.  Wir gehen entlang der Schlucht und erhaschen immer wieder Blicke auf die tief blauen Wasserstrasse des Uvac die sich hier in großen Schleifen in die Landschaft gefressen hat.

Plötzlich sehe ich aus den Augenwinkeln einen Schatten aus der Schlucht aufsteigen: ein riesiger Gänsegeier nutzt die Thermik um sich in die Höhe zu schrauben, hinter ihm kommt gleich der nächste. Ein majestätischer Anblick.

Wir folgen weiter unserem gut beschilderten Wanderweg und gelangen nach gut einer Stunde zum Ziel: Eine hölzerne Aussichtsplattform die einen fantastischen Blick über den grün dahin mäanderten Uvac im Tal. Von hier oben können wir die kleinen weisen Boote der Ausflügler sehen und auch den Eingang zur Höhle. Aber wir vermissen nichts. Als wir angekommen sind ist noch ein älteres serbisches Pärchen auf der Plattform. Wir verständigen uns mit Händen und Füßen und machen gegenseitig Fotos vor der grandiosen Kulisse. Und dann sind wir ganz allein an diesem einzigartigen Ort. Einfach nur schön.

Irgendwann vernehmen wir Stimmen die sich nähern, ein rosaroter riesiger Sonnenhut hüpft durch die Hügel hinter uns. Wir trauen kaum unseren Augen, aber tatsächlich: es wiederholt sich was uns schon im Tara-Gebirge passier ist - eine japanische Reisegruppe inkl. Führer nähert sich der Aussichtsplattform. Unglaublich. Besonders da wir selbst ja erst in unserem Hostel im Tara vor zwei Tagen davon erfahren haben - aber in Japan scheint das kein Geheimtipp zu sein. Wir überlassen der Reisegruppe unsere Aussichtspunkt und machen uns auf den Rückweg.

Zurück bei unseren Motorrädern wird es natürlich auch Zeit für eine Stärkung. Leider müssen wir auf Bier, Wein und Schnapps verzichten - es sind gute -15-20km zurück zu unserem Hotel. Aber einen frisch gebratenen Fisch mit Salat und reichlich Pommes lehnen wir nicht ab. Gut gestärkt streifen wir uns die Motorradklamotten über und satteln unsere Bikes die unter der Plane auf uns warten. Leider steht jetzt gleich der steile Anstieg auf die Hochebene vor uns. Der Schotterweg ist nicht nur steil, sondern auch ziemlich ausgewaschen mit tiefen Rillen und fetten Brocken an Steinen und Wurzeln. Plus die eine oder andere Kurve - vielleicht hätten wir doch etwas Mut antrinken sollen. Ich leg los, kämpfe mich mit viel Gas mit der 1200er den Hang hoch. Ungefähr auf halber Strecke höre ich Headset was ich nicht hören will: Fluchen von Kerstin, ein aufheulen ihres Motors und dann nix mehr. Bei nächster Gelegenheit stelle ich mein Bike ab und frage über den Kommunikator ob alles OK ist. Kerstin geht’s gut, aber das Bike hat es hingelegt. Klassiker: mit dem Vorderreifen in eine der tiefen Furchen gekommen, dann gibt es kein halten mehr. Als ich angekommen bin, stellen wir Kerstins 800er wieder auf. Leider ist das Stück hier so steil, das an ein losfahren hier nicht zu denken ist. Zu allen Unglück ist hinter Kerstin auch noch ein Ausflügler mit seinem Jeep der irgendwie gar nicht zu verstehen scheint was eigentlich unser Problem ist. Die einzige Chance die ich sehe ist das Bike wieder bergab zu richten, runter zu fahren und dann von unten nochmal von vorne anzufangen. Gesagt getan. Der Jeep ist dann sogar so nett und läßt mich vorbei nachdem er erkannt hat was ich vorhabe. Unten angekommen geb ich nach dem U-Turn Gas und schaffe es auch mit der 800er bis zu der Stelle zu kommen, wo meine GS steht und Kerstin wartet. Ab hier ist es einfacher. Erschöpft aber glücklich über den tollen Tag kommen wir wieder in unserem Hotel an und gönnen uns erstmal das Bier das wir beim Uvac ausschlagen mussten.

Abends schlendern wir nochmal in das Städtchen. Mein Weg führt mich zu dem Barbier den ich gestern schon gesehen habe, Kerstin setzt sich derweil auf die Terrasse des einzigen Cafés das anscheinend auch Alkohol ausschenkt - "Tschardonee" - das wird ab jetzt ein geflügeltes Wort auf unserer Tour.


Notebook
Notebook Notebook
Notebook Notebook
Notebook

Aktuelles

Schwedens Schätze und Stürme: Ein Tag in Mora und Karlstadt

Ein neuer Tag in Schweden begrüßt uns, und nach einem herzhaften Frühstück in unserem gemütlichen Bed and Breakfast in Mora sind wir bereit ...