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Dienstag, 22. Juli 2014

Klöster, Pässe, Berge - unsere Route durch Armenien als GPS/GPX

Immerhin fast 1.000km sind wir durch Armenien gefahren, über Bergpässe, vorbei an Klöstern und durch wunderbare Landschaften. Und auch die Strassen waren verhältnismäßig gut, wie wir nach unseren Erfahrungen aus Georgien wissen (siehe 'Nie wieder Schotter').

Hier nun unsere genaue Route, auch als Download verfügbar (über Mopedmap).

Armenien Route (GPS/GPX)



Route 2,682,652 - powered by www.mopedmap.net

Blogged by Phoney

Samstag, 12. Juli 2014

Vom Verkehrs Wahnsinn in hiesigen Gefilden


Von den Fahrern in Georgien hört man immer wieder, dass sie wahnsinnig sind, mit unmöglichsten Überholmanövern usw. Generell mag für uns mitteleuropäische Auto- und Motorradfahrer ein West-Ost Gefälle erkennbar sein, wenn man so von Deutschland aus durch Griechenland, Türkei nach Georgien kommt. (Aber Leute, fahrt doch einfach mal nach Süditalien!).


Allerdings relativiert sich dieser georgische ‚Wahnsinn‘, wenn man aus dem Iran nach Armenien und Georgien reist. Für uns ist das Fahren hier (zumindest was die anderen Verkehrsteilnehmer angeht) deutlich entspannter als im Iran; die Verkehrsregeln werden weitestgehend beachtet, in den Städten wird am Zebrastreifen und an Ampeln angehalten usw. 

Im Iran sind die wirklich wahnsinnigen Autofahrer zu Hause; die Überholmanöver sind ähnlich wahnsinnig wie in Georgien, nur die Gefährte (wir wollen hier nicht unbedingt mehr von Autos sprechen), mit denen diese durchgeführt werden, lassen einen denken, dass alle iranischen Fahrer lebensmüde und todesmutig sind. 
Auch überholen die Georgier nicht ganz so knapp, wie wir es aus dem Iran gewohnt sind. 

Im iranischen Stadtverkehr war jeder chaotische Kreisverkehr ein Wahnsinn, mehrmals musste ich mich durch einen prüfenden Blick davon überzeugen, dass die Koffer tatsächlich noch dran sind; wie zum Teufel konnte dieses Auto dann noch links an mir im Kreis vorbeifahren, obwohl ich mich doch schon ganz links wähnte? Ein wunder, dass es hier nicht mal gescheppert hat, aber letztendlich wollen auch die wahnsinnigen Iraner keinen Blechschaden an ihrem ‚Heiligenblechle'.

___________________ blogged by Zenzi39


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Sonntag, 6. Juli 2014

Die letzten Tage in Armenien


Das Viertelfinalspiel der Deutschen wollen wir sicher sehen, deshalb drehen wir am Freitag eine hübsche Runde mit dem Motorrad, mit Besichtigung des Goshavank Klosters, um am frühen Nachmittag in Vanadzor im hübsche Maghay B&B abzusteigen.

Wider erwarten gibt es in Vanadzor wohl doch keine Kneipe, erst recht keine, die das Spiel zeigt...aber wir haben ja TV im Zimmer und können das Spiel dort gucken.

Von hier erkunden wir an unserem letzten Tag das Debed Canyon Tal, wo ein Kloster neben dem anderen liegt. Zwei davon stehen auf der UNESCO Weltkulturerbe Liste: die Kloster in Sanahin und Haghpat.

Die Strasse zu den Klöstern führt durch einen mächtigen Canyon der bis Georgien reicht. Und es ist mal wieder eine typisch armenische Strasse, quasi alle Schlaglöcher sind geflickt.
Quasi alle? Ja genau, die Schlaglöcher im 2. der 3 unbeleuchteten Tunnels sind wohl vergessen worden. Der erste Schlaglochtreffer gibt kurz nach der Tunneleinfahrt, wo wir quasi noch blind sind, einen Extra-Kick; auch nachdem sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben und die Schlaglöcher erblicken, die noch vor uns liegen wird das Bauch-Gefühl nicht besser. Also besser Augen zu und durch. Wir merken uns: Wo Tempo 30 davor steht ist sicher auch nicht mehr als Tempo 30 drin.

Die Klöster liegen natürlich oben, was uns steile Serpentinenauffahrten beschert. Alles schön, nur der öffentliche Nahverkehr in den 50 Jahre alten und auf Gas umgestellten Bussen hält ganz schön auf - die kriechen hier mit 10km/h den Berg hoch sind dabei immer noch besser als so mancher alter Sovjetlastwagen - die sind auch nicht schneller, ziehen dafür aber noch pechschwarze Dieselwolken (oder was immer die im Tank haben) hinter sich her.

Im Kloster Sanahin fallen uns die vielen Grabplatten auf, die den gesamten Boden der Kirche bedecken. Einige haben ikonenhafte Darstellungen von Menschen ... spooky - Erich von Däneken hätte seine Freude.

Ganz besonders sind aber auch die modernen Grabsteine der Armenier. Diese sind groß, oft mit Plateaus, Zäunen und einem Tischchen und Hockern (kein Witz!). Viele Grabsteine zieren fotorealistische Darstellungen der Verblichenen. Manchmal erzählen sie sogar die tragische Geschichte der Verstorbenen, so wie auf diesem bei dem die ganze Familie bei einem Autounfall ums Leben kam.


Im Kloster Haghpat ist die Bibliothek interessant: sie ist nicht nur unter einem Hügel begraben, sondern innen voll mit großen Tonkrügen, die bis zum Rand im Boden vergraben sind. Leider konnten wir nicht rausfinden, was es damit auf sich hat.

Kerstin wird schon wieder zum beliebten Fotomotiv
 

Grabplatten in Sanahin


Kloster Haghpat


Samstag, 5. Juli 2014

Von Tempeln, Klöstern und Seen in Armenien


Die Abfahrt in Yerevan verzögert sich um 1 Tag, weil Ralf mal wieder spontan entscheidet, an seinem Motorrad rumzuschrauben; böse Zungen würden sagen, das Motorrad hat entschieden, mal wieder befummelt zu werden. Der Anlasser, der schon länger Schwierigkeiten macht und auch schon einmal aus- und wieder eingebaut wurde, zickt rum; nicht mal per Kick-Starter lässt sich die Maschine mehr starten.

Ist nicht so schlimm, wir sind nach dem langen Deutschland Spiel am Vorabend eh spät dran und wären nicht wirklich weit gekommen.

Constantin und ich fahren nachmittags zum Garni Tempel und zum Geghard Kloster, beides nahe gelegen und insbesondere das Geghard Kloster sehr sehenswert. Abends nochmal ein schönes Abendessen mit Blick auf die sehr schön beleuchtete Cascade und mehr Fußball.

Der Garni Tempel könnte auch in Griechenland stehen

Wappen der Stifter in der Felsenkapelle des Geghard Klosters

Steinkreuze in der Felsenkapelle


Dann aber geht es erst zurück Richtung Goris, wobei wir noch das Khor Virap Kloster besichtigen, welches dem Ararat am nächsten liegt.

Bald biegen wir jedoch Richtung Sevan See ab, den wir über den Selim-Pass erreichen. Leider finden wir dort auf die Schnelle keinen Platz fürs erträumte Zelten am See, darum geben wir uns mit einer Wiese unweit davon zufrieden. Mücken gibt es hier auch genug, so dass dennoch See-Feeling aufkommen kann.

Nach kurzen Frustanfällen von Ralf wegen immer wieder neu auftretenden Problemchen an seiner KTM, fahren wir weiter gegen den Uhrzeigersinn um den See herum. Kurz nach unserem Aufbruch passieren wir hübsche Strände, wo wir sicher toll hätten campen können...wenn wir das mal eher gewusst hätten.  Wir sind mal wieder überrascht, als die gute Strasse auf der Ostseite urplötzlich in übelste Schlaglochpiste übergeht. Das ist anstrengend, sowohl für uns Fahrer als auch für die Motorräder, die lautklappernd protestieren. Jede ehrliche einigermassen ebene oder regelmäßig gewellte Schotterpiste ist besser zu fahren, als diese, der Natur überlassenen ehemaligen Strasse. Wer entscheidet denn überhaupt, von wo bis wo die Strasse nicht mehr weiter instand gehalten wird?

Nach einigen km ist plötzlich wieder Strasse da und wir fahren gemütlich weiter Richtung Dilijan. Diese Gegend wird auch als die 'Schweiz Armeniens' beschrieben....weit her geholt finden wir.
Wir fahren Richtung Parz Lich (Parz See), weil ich im Hinterkopf gespeichert habe, dass man dort gut campen kann.

Die Strasse hoch zum See ist ähnlich übel der Oststrasse am Sewan See, nur diesmal steil und serpentinig....Dennoch ist der See ein beliebtes Tages-Ausflugsziel, was wir schnell am Parkplatz sehen. Wie diese Busse und auch die nicht geländegängigen Autos, die hier stehen, die Strecke geschafft haben, bleibt uns ein Rätsel. Offensichtlich wird hier gerne Kindergeburtstag gefeiert oder einfach so gepicknickt....zum Campen nicht optimal, wir bleiben dennoch und hängen den Rest des Nachmittags hier ab. Erst Abends können wir unser Zelt aufbauen, um morgens um 6.30 Uhr vom ersten Auto, das ankommt geweckt zu werden: lautstark wird Bob Marley gehört und rumgegrölt. Ob die Jungs wohl durchgemacht haben?

Blick auf den Ararat mit Khor Virap Kloster

Auf dem Selim Pass

Dienstag, 1. Juli 2014

Das modern mondäne Yerevan


Am 3. Morgen heißt es dann endlich Goodbye Goris; mein geschwollener rechter Fuss passt in den Motorradstiefel und da es nicht mein Schaltfuss ist, kann ich den auch beim Fahren relativ schonen. Nur Schotter wollen wir heute nicht fahren....eigentlich. Denn unser erster Abstecher nach Zorats Karer (Carahunge, quasi das hiesige 'stonehenge') bei Sisian führt gleich wieder über schottrige Nebenstrasse. Hier ist es nicht spektakulär, aber dennoch einen Stopp wert, wo wir doch eh vorbeifahren.

Mini Stonehenge - aber über 5.000 Jahre alt

Wir legen gleich noch einen Kutlurstopp ein - beim Noravank Kloster aus dem 11. Jahrhundert. Von der Hauptstrasse weg geht es durch eine atemberaubende Schlucht hinauf zu den alten Klosteranlagen. Heute ist Sonntag und viele Armenier nutzen den schönen Tag für Ausflüge. Entsprechend voll ist es am Kloster. Die Anlage ist aber sehr schön anzusehen und viele Informationstafeln (auch in Englisch) informieren über die Geschichte.


Koster von Noravank, eingebettet in einer Schlucht

Die Klosterkirchen werden nach wie vor genutzt

Überall khachkar's - gestiftete Steinkreuze

Weiter geht es über die gar nicht so schlechte Strasse nach Yerevan (nur gelegentlich werden wir von einigen extremen Unebenheiten und Schlaglöchern überrascht). Kurz vorm Ziel erblicken wir im Osten den Ararat, so nah sind wir schon wieder an der Türkei.



In Yerevan angekommen, nisten wir uns im Home Hostel ein.

Schon beim ersten Stadtspaziergang bemerken wir, dass wir uns in einer modernen, sehr posh angehauchten Großstadt befinden. Auf der Suche nach einem Straßencafé wird uns beim ersten Versuch erstmal aufgrund der unangemesseneen Bekleidung kein Einlass gewährt. Nicht schlimm, mir hat der Laden eh nicht gefallen. Und es gibt nebst den vielen neumodischen schicki-micki Bars und Restaurants natürlich auch ein paar coole Kneipen und Biergärten, wo sich niemand an unserem Äußeren stört.

Auch auf den Strassen sehen wir (wie schon in Meghri) viele extrem teure Autos (vorzugsweise Mercedes, aber auch SUVs aller Marken).

Der zweite Stadtspaziergang führt uns über den Opernplatz, wo sich ein Café an das andere zu reihen scheint, zum Cascade Complex (siehe www.cmf.am) mit modernem Skulpturengarten (wieder ein Café nach dem anderen), dann weiter zum 'Republican Square'....auch hier gibt es massig Möglichkeiten, sich zu erfrischen. Und immer wieder viele Grünanlagen, Brunnen,...eine sehr schöne Stadt zum wandeln und schweifen.

Das letzte Mal das wir so gemütlich in einem Café im Freien gesessen haben war in Ephesos.

Ralf hat keine Zeit für solche Lustwandeleien, sondern sucht und findet zum Glück endlich seine langgesuchten neuen Turnschuhe (seine alten sind ja in Sepid Dasht geklaut worden); dieses Paar ist sicher das einzige Paar Schuhe in Größe 48 im gesamten Kaukasus Gebiet.

Montag, 30. Juni 2014

Wandertage in Goris


In Goris können wir hervorragend ruhen, im Biergarten sitzen und endlich mal ein wenig die Beine vertreten (im wahrsten Sinne des Wortes). Belassen wir es an einem Nachmittag bei einer kleinen Wanderung auf Trampel(tier)pfädchen in die direkt umliegenden Hügel mit bizarren Felsformationen, machen Constantin und ich uns am nächsten Morgen auf nach Tatev.

Eigentlich sollte um 7.30 Uhr ein marshrutky (Minibus) fahren; aber wir scheinen an der falschen Haltestelle zu stehen und nehmen um 8 Uhr entnervt ein Taxi ins nahe gelegene Halidzor.

Von hier wandern wir die noch wenig befahrende Serpentinenstrasse ins Tal hinab fast bis zur Devil's Bridge. (Theoretisch hätten wir wohl auch von Halidzor aus über das 'old village' direkt in die Vorotan Schlucht absteigen können und am Schluchtgrund entlanggehen, aber ob der Weg unten durchgängig  ist wissen wir nicht; da ich mir morgens den Köchel schwer verknackst habe bin ich gar nicht unfroh, erst mal über Asphalt zu gehen anstatt irgendwelche Steige abzusteigen). Unten finden wir mühsam und nach 2 Bachüberquerungen den Pfad zur Mets Anapad, ein altes überwuchteres Kloster von Tatev; von hier geht's auf recht gutem und vor allem erkennbarem Steig hoch nach Tatev.

Wir besichtigen das alte Tatev Kloster (gemeinsam mit Massen von anderen Touristen), nehmen die 'Wings of Tatev' Seilbahn zurück nach Halidzor und trampen zurück nach Goris.

Abends stelle ich endlich meinen inzwischen arg geschwollenen Fuss ruhig und lasse mich von den Jungs bekochen. Wieder mal gucken wir Fußball, was haben wir nur all die Abende ohne Fußball gemacht?

Bizzare Felsformationen in Goris


Blick über Goris

Wacklige Bücken gilt es zu überqueren

Die Klosterkirche von Tatev

Das verfallene Mets Anapad Kloster in der Schlucht

Samstag, 28. Juni 2014

Kurvenparadies in Armenien


Von Meghri nehmen wir nicht die kürzeste, sondern die schönste Strecke nach Goris unserem nächsten Ziel.

Die Strasse führt östlich bis nach Kapan und trifft erst dort wieder auf die Hauptverkehrsader durch Armenien.

Was für eine paradiesische Strecke: Auf und ab geht es durch den Kaukasus. Hinter jeder Kurve (und daraus besteht eigentlich die ganze Strecke) tun sich neue Bergpanoramen auf. Mehrmals halten wir an und lassen die Ausblicke einfach nur auf uns wirken. Hinzu kommt die Einsamkeit. Auf den 50km nach Kapan begenen uns gerade mal 3 Autos. Kein Vergleich zum Iran, wo praktisch immer dichter (Laster-)Verkehr herrschte.

Habe ich gestern noch gesagt "Wer nur zum Motorradfahren in den Iran kommt, kann getrost im Norden bleiben" würde ich heute sagen "Wer nur zum Motorradfahren in den Iran kommt, kann in Armenien bleiben".

Unterwegs biegen wir auf einen kleinen Schotterweg ab, der uns laut Reiseführer zu einer kleinen Kirche führen soll. Tatsächlich endet der Pfad an der kleinen Kapelle, wo sich bereits eine armenische Familie mit ihrem Lada zum Picknick niedergelassen haben. Die Verständigungsschwierigkeiten sind zwar groß, aber dass man uns zu Essen, Wodka und Tee einlädt ist uns schnell klar. Als Papa dann noch die Mucke im Lada anmacht, gibt es kein zurück mehr: Kerstin muss mit Mama und Oma tanzen. Das ganze wird eifrig mit den Handys gefilmt und steht inzwischen wahrscheinlich schon auf YouTube.

In Goris findet Kerstin für uns ein nettes B&B, wo wir uns gleich mal für einige Tage niederlassen wollen.

Das letzte deutsche WM Gruppen-Spiel schauen wir uns mit Keith aus den USA an. Wie passend.


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Ein neuer Tag in Schweden begrüßt uns, und nach einem herzhaften Frühstück in unserem gemütlichen Bed and Breakfast in Mora sind wir bereit ...