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Montag, 15. September 2014

Bulgarien: Die Sache mit den Todesanzeigen



Morbides Land Bulgarien: Überall in den Bulgarischen Städten hängen Todesanzeigen. An Bäumen, Türen, Wänden, Zäunen. Kein Spaziergang bei dem man nicht an dutzenden dieser Anzeigen vorbeikommt. Meist kopierte Zettel, geklebt oder getackert. Manchmal auch in Klarsichtfolien. Oft schon vergilbt, verwaschen und zerrissen. Immer aber mit Foto des Verstorben.

Man hat das Gefühl der Tod ist hier immer und überall: 'In Bulgarien sterbet d'Leut'.

Meine Internetrecherche ergibt, dass dies der übliche Weg ist, Verwandte, Bekannte und Freunde über den Tod eines Mitmenschen zu informieren. Beerdigungen finden sehr schnell statt (meist innerhalb von 48h), weshalb Anzeigen wie bei uns zu lange dauern würden.

Die Anzeigen werden auch nicht nur am Haus des Verstorbenen angebracht, sondern überall dort, wo man die Anghörigen und Freunde am besten informieren kann. Also z.B. auch am Arbeitsplatz, Lieblingskneipe, Marktplatz, etc.

Aber die Anzeigen werden nicht nur für die eigentliche Beerdigung aufgehängt. Sie erinneren auch an das Gedenken des Toten nach 40 Tagen, einem Jahr, zwei Jahren, 3, 4, 5, usw. Dann werden die Anzeigen einfach erneuert. Zu diesen Anlässen finden dann auch wieder Trauerfeiern statt. Teils in der Kirche, auf dem Friedhof oder auch Zuhause.

Ist wohl ziemlich einzigartig in Bulgarien.
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blogged by Phoney

Samstag, 23. August 2014

Abschied von Bulgarien



Bevor wir uns in das Land der langen Fangzähne, Bären und Wölfe wagen, verbringen wir noch einen Nachmittag und Abend in der hübschen Stadt Ruse an der Donau. Wie schon in den anderen Städten Bulgariens, die wir besichtigt haben, fällt uns auch hier auf, dass diese Stadt wahrlich herausgeputzt wird und sich im Kern mit seinen schönen alten Häusern und dem großen Ploshtad Svoboda (Freiheitsplatz) prächtig präsentiert. Fast scheinen hier mehr (hauptsächlich deutschsprachige) ausländische Touristen zu sein, als in den anderen Städten. Ruse ist sicher ein Stopp auf diversen Donau Fluss-Kreuzfahrten?




Beim Stadtspaziergang und entlang der Donau schauen wir schon jenseits der Donau nach Rumänien, unser nächstes Ziel. Wir sind gespannt, wie sich dieses Land, das manchmal als Armenhaus Europas* bezeichnet wird, präsentiert, und vor allem wie die Strassen dort sind.

Insgesamt werden wir Bulgarien in sehr guter Erinnerung behalten: sehr schöne kleine alte Städtchen (von uns besichtigt: Plovdiv, Veliko Tarnovo, Ruse) und tolle Berglandschaften (kleine Gebirgszüge, aber zum Wandern und Motorradfahren wunderbar) mit super Strassen. Außerdem sehr rücksichtsvolle und defensive Autofahrer bei insgesamt sehr wenig Verkehr auf den von uns bevorzugten Nationalstrassen.

Einige andere Touristen meinten, es gäbe hier nicht wirklich viele Campingplätze, aber ehrlich gesagt sind die Plätze, auf denen wir waren, gut verteilt und unserer Meinung nach völlig ausreichend für dieses Land. Wir waren beim: Eco-Camping am Batak-See, Zodiak Camping beim Rila Kloster, Camping Madona in Belogradchik, Camping Veliko Tarnovo bei Veliko Tarnovo; am schwarzen Meer gibt es noch einige weitere Campingplätze.

Die Sauberkeit beeindruckt uns sehr, nicht nur auf den Campingplätzen, sondern auch in den Städten, am Strassenrand etc. sehen wir keinen Müll rumliegen. Hier steht unsere Meinung allerdings im Gegensatz zu der des belgischen Pärchens, die meinten, die Leute hier würden ihren Müll überall liegen lassen. Wir haben keine Ahnung, wo in Bulgarien die unterwegs waren.

Vielleicht ist unser Blick aber auch ein wenig entschärft nachdem wir bisher durch völlig vermüllte Länder gereist sind.

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blogged by Zenzi39

* Interessant ist was rauskommt wenn man nach "Armenhaus Europas" googelt: Deutschland, England, Portugal, Spanien, Griechenland. Der Treffer mit Rumänien kam erst an 10. Stelle. 

Samstag, 16. August 2014

Unser Trip durch Bulgarien


Wir sind inzwischen in bzw. um Veliko Tarnovo angekommen und chillen am Campingplatz Veliko Tarnovo (leider aufgrund des heftigen Regens vor ein paar Wochen mit defektem Swimming Pool), der 15km ausserhalb liegt. 

Endlich habe ich wieder Muse zu bloggen. Ja, reisen strengt irgendwie auch an: ständig Zelt aufbauen, abbauen, nächste Etappe planen, Unterkunft suchen (Camping oder Hostel), vor Ort orientieren und natürlich mit den anderen Campern quatschen etc. Hier treffen wir erstmalig (teils wohl aufgrund der Annäherung an die Heimatregion, teils wegen Ferienzeit) mal wieder einige Deutsche, Österreicher und Belgier, teils mit Motorrad unterwegs, teils mit Auto und Zelt, Jeep und / oder Caravan. 

Von Bansko im Pirin Gebirge geht es für uns zum größten Kloster Bulgariens, dem Rila Kloster, das sehr schön im Rila Gebirge liegt und durchaus einen Besuch wert ist (Zodiak Camping sehr nett). Bulgarien liegt unter einer regelrechten Hitzewelle mit Temperaturen weit über 30°C. Das nehmen wir bei der Fahrt durch die Gebirge noch gar nicht so richtig wahr, aber auf der Weiterfahrt an Sofia vorbei in den Nordwesten, nach Belogradchik, kriegen wir die Hitze durchaus zu spüren (38°C Höchsttemperatur an der 1200er gemeldet - fast wie im Iran!), aber besser als der Dauerregen der hier vor einigen Wochen herschte und vieler Orts für Überschwemmungen sorgte. Hier bleiben wir 2 Nächte am Camping Madona, treffen ein Camperpaar vom Zodiak Camping wieder und weitere Camper aus Göppingen, Belgien (mit Jeep) und Graz (mit Gespann). 


Das Rila Kloster




Trotz der Hitze lassen wir es uns nicht nehmen, eine mehrstündige Wanderung durch die hiesigen Wälder und Felsen zu machen, wobei wir natürlich immer wieder tolle Aussichten auf die berühmten Felsformationen von Belogradchik erhaschen. Solche Felsformationen hat glaube ich jedes Land zu bieten: wir erinnern uns an das Elbsandsteingebirge (um mal was aus unserem Deutschland-Wissen beizutragen), an Kappadokien (Türkei), Goris (Armenien), Stob Pyramids (beim hiesigen Rila Kloster), … und immer wieder finden wir es toll.


Eine Schildkröte hat auch unseren Weg gekreuzt

2malwandervögel

Von hier geht es wieder zurück nach Osten Richtung Veliko Tarnovo. Wir fahren zunächst bis Lovech, wobei wir (wie übrigens seit Istanbul so häufig) massig Sonnenblumenfelder (Wozu brauchen die so viel davon? Das werden wir noch recherchieren!) und sonstige Felder passieren und tonnenschweren überbreiten New Holland Mähdrescher, Ernte- oder sonstige Maschinen entgegenkommen. So stellen wir uns North Dakota, Ohio und all die anderen Landwirtschaftsstaaten der USA auch vor. Nur dass dort wohl kaum noch Pferdegespanne zwischen diesen Megamaschinen auf der Strasse zu sehen sind. Ein beeindruckender Gegensatz.

Von Lovech aus wählen wir die lange Route über das Zentralgebirge (Stara Planina) und zurück über den Shipka Pass, nach Veliko Tarnovo, wo wir zunächst 1 Nacht in der Stadt bleiben, um die hübsche Altstadt, die Plovdiv Konkurrenz macht, und die hiesige riesige Festung zu besichtigen.

Kerstin am Shipka Pass

Constantin am Shipka Pass

Veliko Tarnovo - eine Stadt wie aus dem Märklin Katalog



Und jetzt sitzen wir also hier auf unseren Liegestühlen ohne Pool und warten auf den angekündigten Regen am morgigen Sonntag, bevor wir zu unserer letzten Station in Bulgarien aufbrechen: Russe, die Grenzstadt nach Rumänien. 

P.S. Für alle die sich fragen was mit Ralf und seiner KTM passiert ist: Die beiden sind seit gestern wieder in der Heimat, die letzten km in strömenden Regen. Ausser ein paar platte Reifen und neuen Öllecks ging auch alles ganz glatt. Viele Grüße an Ralf schon von hier. Wir sehen uns bestimmt mal wieder.

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blogged by Zenzi39

Montag, 11. August 2014

Bansko - Skiparadies im Sommer


Bansko besteht fast nur aus Hotels. In der Touristeninformation ist das von uns ins Auge gefasste 'Valentina Heights' zwar nicht bekannt, aber wir finden es irgendwann auf der Karte.

Gerade als wir wieder losfahren wollen erleben wir live einen der dieses Jahr so häufig vorkommenden Gewitter mit mehr als ordentlichem Platzregen. Binnen <1 Minute sind wir bis auf die Haut durchnässt, die Strasse ist ein Fluss geworden und wir entscheiden kurzerhand, dieses Wetter im Café auszusitzen.

Hauptgrund für das Valentina Heights war der günstige Preis und die Sauna im Keller, die man auch gleich für uns anwirft, als wir bei nachlassendem Regen völlig durchnässt dort ankommen.

Das 'Hotel' ist fest in britischer Hand und wir kriegen im Laufe des Abends bei einem kleinen Hausfest im hauseigenen Pub mit, dass dieser Apartmentkomplex Ferienwohnungen sind, die von den Eigentümern größtenteils im Winter aufgesucht werden und den Rest des Jahres über anderweitig günstig vermietet werden, sofern aufgrund der großen Konkurrenz all der Spa-Hotels überhaupt möglich.

Uns soll das Recht sein, das Studio ist hübsch und mit Küchenzeile ausgestattet, da können wir uns selbstversorgen.  Die wenigen anderen Gäste - ein britsches Ehepaar, Richard (Ex-Nachtclub Manager, Ex-Tchibo Manager und jetzt Sozialarbeiter in einer Rehab) und Christian, der rumänische 'Hausmeister' sind lustige Gesellen und so 'versumpfen' wir gleich am ersten Abend.

Hier bleiben wir ein paar Tage in unserem Studio. Bis zum 13. August findet hier noch das Bansko Jazz Festival statt mit kostenlosen Open-Air Konzerten jeden Abend. So lauschen wir Big Bands, New Orleans Jazz, Boogie Woogie, Bossanova und überraschenderweise auch einer Depeche Mode Cover Band.

Ganz faul sind wir tagsüber aber nicht: Am Sonntag geht's auf den 2914m hohen Vihren rauf.



Axel Zwingenberger war auch da ....


Samstag, 9. August 2014

Willkommen in Bulgarien - das unbekannte Land


Edirne stellt mit seiner sehr schönen Selimiye-Moschee den würdigen Abschluss unserer Türkei Reise dar.

Da wir von Verzögerungen an der Türkisch-Bulgarischen Grenze aufgrund von Desinfektionszwang von Fahrzeugen gehört haben, fahren wir kurzerhand über Griechenland weiter nach Bulgarien. Durch diese beiden Grenzstationen kommen wir ruck-zuck durch. In Bulgarien irren wir etwas umher, bis wir fast mit dem letzten Tropfen Benzin die erste Tankstelle finden; dort erfahren wir auch, dass die Vignettenpflicht nicht für Motorräder gilt. Also steht unserer Fahrt nach Plovdiv nichts mehr im Weg.

Selimiye Moschee



Edirne bei Nacht


Das uns völlig unbekannte Plovdiv (na ja, ehrlich gesagt ist ganz Bulgarien für uns eine große Unbekannte) wurde uns schon von einem spanischen Bikerpaar empfohlen, die überhaupt Bulgarien als eine große positive Überraschung erlebt haben. Und ja, Plovdiv hat eine traumhafte kleine Altstadt mit mehreren Bauten aus römischer Zeit, aber auch die klassische Fußgängerzone und die Plovdiv Mall fehlt hier nicht. Die Mall besuchen wir dann auch um endlich auch auf dieser Reise zum ersten Mal ins Kino zu gehen: The Purge - Anarchy, kann man sehen, muss man aber nicht.

Plovdiv, zweitgrößte Stadt Bulgariens wird weiter entwickelt, nicht zuletzt da sie zur europäischen Kulturhauptstadt 2019 kandidiert.

In unserem Kokob-Hostel, das nicht mehr als eine 3-Zimmer Wohnung in einem zentral gelegenen Plattenbau ist, holen wir uns von einem bulgarischen Dauermieter Tipps für die Weiterfahrt entlang super Strassen (danke EU) durch die Berge.

Folklore Festival in Plovdiv

Amphitheater mitten in der Stadt

Die Konstantin & Elena Kirche

Typische Häuser in Plovdiv's Old Town

Gleich hinter Plovdiv statten wir dem Bachkovo Kloster noch einen Besuch ab. Anders als die Klöster in Armenien ist hier alles voller Fresken und obwohl das Kloster über 1.000 Jahre alt ist, ist alles gut erhalten.

Wir bleiben 1 Nacht am Eco-Camping am Batak See. Hier kriegen wir nochmal so richtig erzählt, wie schlecht und nass das Wetter im bisherigen Sommer in Bulgarien war. Auch der Campingplatz stand bis vor kurzem quasi unter Wasser. Glück gehabt. Weil das alles hier nicht so wirklich nach Wandern und Verweilen aussieht, fahren wir gleich weiter nach Bansko; das ist zwar ein Ski-Ort, aber man soll im Sommer ganz gut wandern können und wir wittern die Chance auf eine Unterkunft mit Sauna zum Schnäppchenpreis. Nicht zuletzt findet hier just jetzt ein Jazzfestival statt....

Die Strassen bleiben super, die Landschaft mit vielen Stauseen und Wäldern lässt mich teilweise an Kanada denken; so stelle ich mir das typische Land der Braunbären vor, und auch hier soll es einige davon geben.

Eingang zum Bachkovo Kloster


Klosterkirche

Camping am Batak See

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blogged by Phoney
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