Sonntag, 10. Juli 2022

Italien 2021-II: Luxus im Piemont

Val Maira

Luxus im Piemont

Erst in Hotel in Alba, dann weiter in ein Albergo Difisuio im Val Maira. Fünf Gänge Menüs und Apero im Liegestuhl. Wenn das mal nicht echter Luxus ist.

11. September

Alba ist unser Ziel. Die Stadt hat es uns 2017 nicht so leicht gemacht, weil sie uns mit strömendem Regen gleich wieder in die Flucht geschlagen hat (Piemont 2017). Heute aber meint es das Wetter gut mit uns. Fast zu gut. Die Fahrt durch die Poebene ist heiß und langweilig. Da kann man auch mal ein paar km Autobahn fahren. 

In Alba haben wir uns ein gestern noch ein Hotel gebucht, das nicht weit vom Zentrum liegt. Mit Parkplatz. Als wir dort vorfahren, empfängt uns direkt der Bellboy und zeigt uns den Weg zur Tiefgarage. Wir wollen aber erstmal unsere verschwitzen Klamotten loswerden und auch gleich das Gepäck abladen. Der gute Mann staunt nicht schlecht, als wir in wenigen Minuten seinen Gepäckwagen mit Klamotten, Kofferinhalt, Tankrucksäcken und Helmen vollpacken. Bazar sage ich nur.

Kurz frisch gemacht und ab in die Stadt. Es dauert keine Viertelstunde und wir halten unseren ersten Apero auf dem Platz in der Hand und schauen uns das bunte Treiben an. Wir bummeln weiter durch die Stadt und ersetzen das Abendessen heute einfach mal mit den leckeren Apero Schmankerln, die hier überall gereicht werden: mal kleine Pizza Schnitten, Sandwiches, Oliven und Chips, dann wieder etwas Bruschetta - so kann man es aushalten.

Als es Abend wird, änder sich da Publikum auf den Straßen: Die Familien gehen nach Hause und dafür kommt die Jugend und trinkt sich warm bevor es in die Clubs geht. Wir beobachten das Spiel eine Weile, bevor wir das Feld räumen und ins Hotel zurückkehren.


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12. September

Von Alba ist es nur ein Katzensprung in die Maira. Als ich das letzte Mal vor vier Jahren hier war, hat mir das so gut gefallen, das ich es unbedingt Kerstin zeigen wollte. Ich habe uns ein Zimmer in dem Albergo Difusio Ceaglio reserviert. So nennt man die Hoteldörfer: Alte Bauerndörfer, die in Hotels und Pensionen verwandelt wurden. Die Fahrt führt uns durch das idyllische Dorf Dronero mit seiner beeindruckenden Brücke. Weiter geht es durch das Val Maira und dann steil hinauf nach Ceaglio. Wir können zwischen einem kleinen Zimmer im Dorf, oder einem größeren Appartment etwas außerhalb wählen. Die Appartmenthäuser sind neu gebaut, die gab es 2017 noch nicht. Wir entscheiden uns natürlich für das Zimmer im Dorf. Das macht ja den Charme der ganzen Sache aus, dass man in alten Gemäuern schlafen kann. 

Im Liegestuhl auf dem 'Dorfplatz' genießen wir die Nachmittagssonne und beobachten wie sich ein Gewitter in den Bergen gegenüber zusammenbraut, das aber nicht zu uns zieht. Punkt sieben läutet die Glocke zum Abendessen. Es gibt ein wunderbares, hausgemachtes, fünf Gänge Menü. Und wie bei Mama, bekommt man Nachschlag, wenn man will. 

13. September

Nach zwei Fahrtagen wollen wir heute die Gegend zu Fuß erkunden. Direkt vom Dorf aus gibt es verschiedene schöne Wanderrouten. Wir entscheiden uns für eine Rundwanderung, die uns durch einige Bergdörfer führt. Die meisten sind verlassen, aber es gibt auch Appartmentanlagen und sogar ein Wellnesshotel (Brieis Relais Alpino). Zurück in unserem Dorf, chillen wir entspannt in unseren Liegenstühlen, bis uns die Glocke wieder zum Essen ruft.


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Freitag, 10. September 2021

Italien 2021-I: Ab zum Comersee

Comersee

Ab zum Comersee

Mit genügend Zeit im Gepäck starten wir die Anreise nach Italien entspannt. Erste geplante Station soll der Comersee sein, der Rest ergibt sich - wie immer.

8. September 2021:

Ohne Wetterapp ging gar nichts,  die letzten Tage. Jetzt, Anfang September, ist das Wetter wechselhafter als im Hochsommer. Trotzdem wollen wir auch dieses Jahr wieder Zelten wo es geht. Auf den Comersee als erstes Ziel haben wir uns schnell geeinigt. Auch da hab ich eine schöne Unterkunft, einfach aber mit tollem Blick über den See. Aber wie so oft, hat Kerstin eine bessere Idee: Einen Campingplatz, in einem Weinberg. Klar, dass ihre Augen da leuchten. Schnell mit dem freundlichen Besitzer telefoniert und eine Parzelle ist reserviert. Na dann, kann es ja losgehen.

Auf dem Mittleren Ring stapeln sich die Autos. Feierabendverkehr. Sowas kommt davon, wenn man den letzten Arbeitstag zum ersten Reisetag macht. Egal, wir schwitzen 45 Minuten in unsere Anzüge, bevor uns der Fahrtwind auf der A95 wieder abkühlt. Erstmal gilt es, Kilometer machen. Immer nach Süden Richtung Garmisch. Kerstin fährt voraus. Auf dem Silberrücken (unsere 1200er GS) ist sie gut geschützt vom Fahrtwind. Ich muss auf meiner Ténéré ganz ordentlich am Gasgriff, um nicht abgehängt zu werden.  

In Garmisch folgen wir den Schildern zum Fernpass. Biberwir heißt unser Ziel für heute, wo wir uns eine nette Pension erwartet. Auch wenn es nur knapp zwei Stunden Fahrt waren, fühlt es sich jetzt schon an wie der erste Urlaubstag.

Man spricht Flämisch in Biberwier. Sogar das Restaurant, in dem wir zu Abend essen, heißt "Brabant", wie das Herzogtum in Flandern. Die Pommes sind nicht ganz belgisch, aber trotzdem lecker. Das Bergpanorama steigert unsre Urlaubsstimmung. Und ratet mal, wer morgen als erster auf dem Fernpass ist?
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9. September 2021

Traumhaftes Wetter begrüßt uns heute. Kaisersemmeln, Wurst- und Käseaufschnitt, selbstgemachte Marmelade und ein Ei für jeden erwartet uns im Frühstücksraum zum vorher vereinbarten Zeitfenster. Corona lässt immer noch grüßen. So gestärkt geht es auf zur ersten richtigen Etappe: über das schweizerische Engadin und St. Moritz nach Domaso am Comersee. Den Reschen lassen wir schnell hinter uns. Statt Stilfserjoch und Umbrail, nehmen wir den Ofenpass in die Schweiz. Durch das malerische Val Müstair geht es bis Zernez. Dann links in das Engadin. Durch das mondäne St.Moritz (das jetzt im Spätsommer eher verlassen wirkt). Am Molojapass endet das Hochtal mit einer wunderbaren Serpentinenstrecke. Für uns ist der Pass eine Premiere. Am liebsten wären wir gleich wieder hochgefahren.

Gleich hinter dem Pass kommt die italienische Grenze. Unaufhaltsam nähern wir uns dem Tagesziel: Comersee. Unser Campingplatz liegt am Nordende des Sees, in Domaso. In einem Weinberg. Die Betonung liegt auf Berg, denn der Weg dahin hat es in sich und ist definitv nicht für Campervans geeignet: schmalste Sträßchen geht es hoch. Immer wieder um Haarnadelkurven und als am Ende auch noch Kopfsteinpflaster kommt, hält Kerstin erstmal an und lässt mir den Vortritt. Erstmal gilt es herauszufinden, ob wir überhaupt auf dem rechten Pfad sind. Umdrehen in einem schmalen Gäßchen ist nicht so unser Ding. Aber alles passt und Andrea vom Agrar Camping Colle Vento erwartet mich schon. Kerstin folgt mich nach kurzem Signal.

Der Campingplatz ist wirklich ein Traum. Es ist in Wirklichkeit ein Zeltplatz, weil nur Zelte erlaubt sind (Camper hätte eh keine Chance). Die Parzellen sind wirklich mitten im Weinberg und es gibt insgesamt nur 15 davon. Ein echtes Paradies mit Blick auf den See. Natürlich gibt es auch einen Kühlschrank mit einem Stiefelbier für mich und eigenem Wein für Kerstin. Nicht zu vergessen der Brötchenservice zu Frühstück - das hilft wirklich, bis in die Stadt gilt es einige Höhenmeter per Stufen zu überwinden. 

Nachdem wir unser Zelt aufgeschlagen haben, schlendern wir gleich mal nach Domaso hinunter in ein Restaurant, das uns Andrea empfohlen hat. Das Essen und der Wein dort sind köstlich. Fatalerweise auch der Grappa, was den Rückweg etwas mühsamer macht. 
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10. September - Wandertag

Nach zwei Fahrtagen werden die Beine heute mal für etwas anderes genutzt, als fürs Schalten. Gleich oberhalb des Campingplatzes führt ein schöner Rundwanderweg durch einsame Bergdörfer zu einer kleinen Kapelle mit einem wunderbaren Blick über den See.

Weiter geht es nach Livo, einer kleinen Ortschaft, wo wir auf eine Einkehr hoffen. Leider vergeblich: Das einzige Restaurant im Dorf hat heute Ruhetag. Da kann man nichts machen, außer nochmal 4 km durch ein schönes Tal zur Crotto Dangri laufen. Das entpuppt sich eher als eine Berghütte als ein Restaurant. Die hausgemachten Buchweizenpasta und sehr nahrhafte Polenta sind dann aber genau das, was wir brauchen.

Wieder zurück an unserem Zelt, genießen wir den Sonnenuntergang mit Antipasti, Wein vom Weinberg und ein paar Bier für mich.

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