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Donnerstag, 20. April 2017

Quer durch den Balkan - Teil 10: Nochmal Slowenien und fast daheim


Als wir am nächsten Morgen aufbrechen und Richtung Ausgang Campingplatz fahren, fällt uns aus den Augenwinkeln ein anderes Motorradpärchen auf, das gerade am Packen ist, auch eine 800er und 1200er GS. Im Stillen frage ich mich noch, ob sie wohl auf dem Weg nach Süden sind, wo wir herkommen oder auch schon auf dem Heimweg - wir werden es noch erfahren.

Für uns geht es erstmal durch Kroatien. Wir nehmen einen Weg durchs Hinterland, weil es uns an der Küste zu warm und wahrscheinlich auch zu voll ist. Auch hier sehen wir stellenweise noch die Spuren des Balkankrieges in Form von Ruinen und Fassaden voller Einschusslöchern. Schlimm genug dass wir in einer Zeit leben, wo man sowas sofort erkennt.

Unser Weg führt uns zum Grenzübergang bei Brod na Kupi und dann weiter Richtung Tolmin in Slowenien. Kurz vor der Grenze machen wir an einem kleinen Café halt und geniessen einen Espresso in der Sonne, als zwei deutsche Motorräder an uns vorbei knattern: eine graue 800er und eine schwarze 1200er GS - genau die gleichen von heute morgen. Wäre das also schonmal geklärt: Auch für diese beiden geht es nach Norden - nach Hause.

Weil wir noch ein paar Tage haben bis wir Montag wieder anfangen müssen zu arbeiten, machen wir grob den Plan heute bis nach Tolmin in Slowenien zu fahren, dort nochmal zu Zelten und dann beim Mangart nach Italien und weiter nach Österreich, um dort noch einen Wanderstopp einzulegen.

Bei Tolmin finden wir einen netten kleinen Campingplatz - das Sieber Kamp. Schön angelegt mit Terrassen und einer kleinen Kneipe. Der Besitzer ist super nett, günstig ist es auch noch und genügend KM haben wir heute auch gemacht. Also schlagen wir unser Zelt auf. Ich wunder mich noch über ein paar Motorradkoffer die neben unserem Zeltplatz liegen. "Die gehören auch zu einer BMW", sag ich gerade zu Kerstin, als die Besitzer auch schon  einbiegen. Siehe da - es ist das 800er/1200er Pärchen von heute morgen - Frank & Regina aus Hamburg. Auch sie waren auf dem Balkan unterwegs. Aber im Gegensatz zu unseren, sehen ihre Bikes wie aus dem Vorführraum des Freundlichen aus: Blitzeblank und keinen Kratzer. Nach diversen Umfallern und Dreckfahrten kann man das von unseren Böcken nicht mehr behaupten - egal.

Anderntags geht's über den Predil Pass und dann durch die Sella Nevea weiter über den Nassfeldpass nach Kärnten.  Hinter dem Pass wird das Wetter leider (zum erstenmal in drei Wochen) schlechter und es sieht nach Regen aus. Der Großglockner ist schon komplett in dunklen Wolken verschwunden. Also nehmen wir die weniger attraktive Strecke durch den Felbtauerntunnel, um zu unserem Ziel Leogang zu kommen. Dort haben wir von unterwegs schon ein Zimmer in einem kleinen Hotel reserviert - inkl. Sauna.
Am Predil Pass mit altem Fort

Kaum sind wir aber durch den Tunnel durch, erwartet uns auch schon wieder schönes Wetter und die Vorhersage für unsere geplante Wanderung morgen sind auch ausgezeichnet. Also lassen wir unsere Balkan Tour gute drei Stunden von Zuhause aus mit einer Wanderung auf die Passhauerhütte ausklingen.

Für 2017 haben wir uns mal wieder die Seealpen vorgenommen - mal sehen wo es uns dann hin verschlägt - nochmal in den Balkan, nach Albanien oder eine ganze Woche in Montenegro - könnten wir uns jederzeit wieder vorstellen.
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Dienstag, 18. April 2017

Quer durch den Balkan - Teil 9: Alles voller Wasserfälle in Bosnien und Kroatien


Die Sonne scheint und ein weiterer Traumtag erwartet uns, wie eigentlich schon auf unserer ganzen Reise. Ausser in Montenegro und Vermosh hatten wir kaum einen Tag ohne Sonnenschein; unsere Regenklamotten haben wir in den knapp zwei Wochen Tour noch gar nicht gebraucht. Und es sieht ganz danach aus, als sollte es genauso weitergehen - wir haben nichts dagegen.

Unser Ziel heute ist Kroatien, genauer der Nationalpark Plitvicka mit seinen tollen Seen und Wasserfällen. Vorher machen wir aber einen Abstecher zu dem bosnischen Pendant, dem Nationalpark Štrbački buk.

Nach dem Frühstück werden die Bikes aufgesattelt und es geht Richtung Park. Das letzte Stück führt über eine schmale Schotterstrecke bis zum Parkeingang. Überraschung: Wir sind nicht die einzigen, die den Weg heute hierher gefunden haben.

Der Park ist schön angelegt und es gibt auch kleine Geschäfte mit Andenken, Essen und Trinken. Über 'Boardwalks' geht es am Fluss entlang zu den Wasserfällen die sehr beeindruckend sind: Über dutzende Stufen stürzt das Wasser von einem Seeplateau hinunter zum nächsten. Hier kommt jetzt auch endlich mal mein kleines Stativ zum Einsatz das ich jetzt schon über 1.000km mitschleppe.

Um die Mittagszeit lassen wir die BMW's wieder an und lassen uns vom Navi nach Kroatien führen. Als Ziel hab ich das Korna Auto Kamp eingeben, der nächstgelegene Campingplatz zu Plitvicka. Der Genzübertritt verläuft auch dieses Mal wieder problemlos und schon hat uns die EU wieder.

Der Campingplatz entpuppt sich als riesige Anlage. Wir erfahren, dass hier zur Hochsaison bis zu 1.000 Check-Ins pro Tag gemacht werden. Jetzt ist es aber schon etwas ruhiger. Die Anlage ist wirklich sehr schön: Es gibt Hügel & Täler und gleich mehrere Sanitäranlagen. Das führt dazu, dass wir die ganze Anlage gleich drei Mal abfahren, weil wir uns nicht entscheiden können wo wir unser Zelt aufschlagen sollen. Am Ende finden wir ein schönes Plätzchen, nicht zu nah und nicht zu weit vom nächsten WC weg, frisches Gras für's Zelt, eben und sogar mit einem Tisch & Bank zum Essen.

Im Platz-eigenen Supermarkt füllen wir unsere Essensvorräte auf und gönnen uns gleich ein Willkommensbierchen. Was uns sehr entgegenkommt ist, dass vom Campingplatz ein Shuttle Bus zum Nationalpark und zurück angeboten wird, weil in Motorradklamotten durch den Park zu spazieren ist eher nicht so unser Ding.

Beim Abendessen am Zelt lernen wir unsere Nachbarn kennen, ein junges Pärchen aus Frankreich, das mit dem Mietwagen unterwegs ist und heute schon um 6 zum Park aufgebrochen ist, um vor den ganzen Busausflüglern da zu sein; naja das werden wir wohl nicht schaffen wir sind aber super darin Menschenmassen auszublenden. So richtig ins Gespräch kommen wir dann, als wir endlich mal dazu kommen unseren Zwetschgen-Raki zu probieren und zu teilen, den wir in Montenegro gekauft haben. Dabei erfahren wir, dass die zwei gerne mit dem Motorrad durch den Iran fahren wollen - Hallo! Da sind sie ja gerade an die richtigen gekommen und so wird es ein schöner Abend mit unseren Iranerinnerungen (am Ende erfahren wir dann noch, dass beide weder einen Motorradführerschein, noch ein Motorrad ihr eigen nennen, aber hey - wenn es einen guten Grund gibt beides haben zu wollen, dann um damit auf Reisen zu gehen).

Achja - der Schnaps war vorzüglich, ein echter Edelbrand. Die 4€ waren gut investiert 😀.

Die Busse (ja, Mehrzahl - insgesamt drei) fahren am nächsten Morgen gegen neun Uhr ab und wir landen 20 Minuten später im großen Pulk vor dem Parkeingang. Hier ist alles bestens organisiert: Kaum 5 Minuten später haben wir schon Karten und sind drin. Und ja, es ist eine Menge los. Ein wenig beneiden wir schon unsere Franzosen die das alles noch in Einsamkeit anschauen konnten (der Park öffnet um sieben Uhr). Aber zum Glück gibt es eine Vielzahl von Wegen und Touren durch den Park. Als alte Wandervögel nehme wir natürlich nicht den einfachen Pfad, sondern entscheiden uns für den längsten Weg mit Anstiegen & Steigen. Spätestens hier wird's auch recht einsam.

Egal wieviel los ist, das Schauspiel das sich dem Betrachter im Park bietet ist fantastisch. Und bevor ich versuche das alles in Worte zu fassen, gibt es hier einfach ein paar Bilder.

Plitvicka Park 2016
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Sonntag, 16. April 2017

Quer durch den Balkan - Teil 8: Mostar und die einsamen Weiten von Bosnien


Mit reichlich Tipps für den Stadtbummel durch Mostar ausgestattet machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Uns erwartet eine quirlige Altstadt, die sich voll und ganz auf den Tourismus eingestellt hat. Überall gibt es Souvenirs, Cafés und Restaurants. Allerdings konzentriert sich alles auf die wenigen Strassenzüge rund um die berühmte Brücke die bereits restauriert sind. Aber auch hier sieht man immer wieder die Wunden des Bosnien Krieges: völlig zerstörte Häuserruinen und von Einschüssen übersäte Fassaden.

Die Stari Most - die berühmte Alte Brücke von Mostar wurde wieder original getreu aufgebaut. Und von oder vor der Brücke kann man den Brückenspringern zuschauen, die sich hier vom höchsten Punkt 12 Meter in die kalte Neretva stürzen. Das Ganze läuft so ab: Die Springer sammeln von den Touristen so lange Geld ein, bis 25 Euro zusammen sind, dann springt einer runter und das ganze geht von vorne los. Sollte man übrigens nicht nachmachen: unser Herbergsvater erzählte von einem englischen Touristen der das nachgemacht hat - 2 Tage später hat man ihn dann wieder gefunden.

Am besten kann man die Brückenspringer von einem Café am Strand der Neretva sehen. Dort kann man bei frisch gezapftem Bier den kompletten Sprung verfolgen. Auf der Brücke kann es schon sehr voll werden.


Der Restaurantempfehlung unseres Herbergsvater folgen wir nicht. Als wir die kostümierten 'Empfangsdamen' sehen, beschliessen wir schnell das uns das für heute zu viel ist. Wir schlendern stattdessen wieder zurück und wollen in der der Nachbarschaft des Hotels etwas suchen. Die Gegend ist vor allem Wohngegend und auch hier sieht man die Narben des Krieges. Zum Beispiel kommen wir an einem Friedhof vorbei, mitten im Wohngebiet und auf jedem Grabstein steht als Todesdatum '1992' - etwas mulmig wird es uns da schon.
Seltsame Souvenirs in Mostar

Aber unsere Entscheidung ausserhalb des Altstadtrummels ein Restaurant zu suchen wird belohnt: Wir finden das 'Liska' - ein unscheinbares Restaurant, das aber einen wunderbaren Garten hat, einen tollen Holzkohlegrill und einen super Service. Eigentlich wollen wir ja nur eine Kleinigkeit Essen und das in einer Ecke aufgebaute Keyboard inkl. grosser Boxen bestätigen uns erstmal in dieser Absicht. Als der Alleinunterhalter gegen später dann allerdings loslegt und eine bosnische Weise nach der anderen vorträgt und die anderen Gäste mit einstimmen .... ist das einfach wunderschön und wir bestellen noch eine Runde, und noch eine und noch eine ....

Am nächsten Morgen geht's weiter Richtung Kroatien. Unser Ziel für heute sind aber erstmal die Wasserfälle von Una. Der Weg dorthin wird eine der längsten Tagesetappen unserer Tour. Eigentlich wollten wir auf dem Weg nochmal Zelten, aber der angestrebte Campingplatz sagt uns nicht zu und so heißt es weiter. Weiter durch eine nicht enden wollende Landschaft in der wir nur in regelmäßigen Abständen an verlassenen Ruinen vorbeikommen - aber keine Dörfer, Tankstellen oder Rastplätze. Fast drei Stunden lang begegnet uns keine Menschenseele. Gerade als ich mir langsam Sorgen mache um den Sprit, taucht im Navi eine Tankstelle auf. Zu unserem Glück mit angeschlossenem Trucker-Café. Nach einer Pause und vollgetankt geht es weiter, wir haben noch gut zwei Stunden vor uns.

Ziemlich erschöpft kommen wir am Autokamp Luv an. Dort werden wir aber gleich mit offenen Armen, Bier und Essen empfangen: Die Besitzer haben gerade Besuch aus Deutschland und wir sind am Tisch gleich herzlich willkommen. Es gibt Hühnchen und Fisch vom Grill, leckeren Salat und kühles Bier. Was will man mehr. Heute Nacht werden wir mit Sicherheit keine Schlafprobleme haben.

[Fortsetzung folgt mit Kroatien]

Freundlicher Empfang im Autokamp Luv

Den Zeltplatz hatten wir fast für uns

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Freitag, 24. Februar 2017

Quer durch den Balkan - Teil 7: Montenegro - Schluchten, nix als Schluchten


Vermosh verlassen wir wie wir gekommen sind: Über den kleinen Grenzübergang im Norden. Der Grenzbeamte winkt uns freundlich zum Abschied - man kennt sich ja. Gerade als wir ausreisen, reist eine größere Gruppe italienischer GS-Fahrer ein - die Linke zum Gruß und ab geht es Richtung Durmitor National Park - einer der Motorradfahrer am Shkoder Zeltplatz hat uns Tipps zur Tara & Piva Schlucht geben, also nichts wie hin.

Wir folgen der P4 in nord-westlicher Richtung der Tara Schlucht entlang, die mit ihren 1.300m Tiefe und türkisblauen Wasser immer wieder zum Fotostop einlädt (bei der Gelegenheit decken wir uns auch mit einem selbstgebrannten Zwetschgen-Raki ein, aber dazu in einem späteren Blog mehr. Damit ist es die größte Schlucht Europas (Länge & Tiefe).


Einen ersten ausgiebigen Halt machen wir bei der Đurđevića-Tara-Brücke - wir und ALLE anderen Touristen die gerade in Montenegro unterwegs sind - so fühlt es sich wenigstens an. Die Brücke ist aber auch wirklich beineindruckend - über 750m lang und es geht 150m in die Tiefe - Schwindelfreiheit hilft. Links und rechts von der Brücke gibt es mehrere Flying-Fox Anlagen mit denen man sich von links-nach-rechts und wieder zurück über die Schlucht schießen lassen kann.

Nichts für uns heute, wir wollen es lieber etwas ruhiger haben und fahren weiter. Die Stadt Zabjlak im Durmitor Nationalpark soll unser Ziel für heute sein. Dort gibt es auch mehrere Campingplätze zum Zelten.

Leider wird das Wetter trüber je weiter wir Richtung Zabjlak kommen und auch kühler, naja wir sind ja auch über 1.400m - das vergisst man schnell. Unser Ziel entpuppt sich als typischer Wintersportort: Hotels und vor allem jede Menge Apartments gibt es hier. Es ist auch ganz schön was los - im Ort tummeln sich Autokennzeichen aus ganz Europa, mit klarem Schwerpunkt Ost-Europa.

Kleine Montenegro Anekdote: Beim ersten Kaffee-Stopp in Montenegro in einem kleinen Kaff und noch kleinerem Café fragte ich beim Bestellen "do you take also EURO?" - da wir mal wieder keine Ahnung hatten, was für eine Währung hier gilt und Geldautomaten gab es nicht. Die Kellnerin schaute mich sehr verdutzt an und sagte etwas zögernd "Yes", worauf ich zwei Espresso bestellte. Die Rechnung kam gleich mit: €1,90. In Montenegro ist der Euro offizielle Währung - wieder was dazu gelernt. Reisen bildet eben.

Die Campingplätze entpuppen sich jedoch alle als nicht besonders schön. Vielleicht liegt es auch am trüben Wetter, aber wir schauen uns alle drei an und sind über Lage & Ausstattung wenig begeistert. Und so beschliessen wir uns mal wieder was zu gönnen und beziehen das SOA Hotel - ein modernes, luxuiröses Haus, mit Sauna und allem drum und dran. Die Sauna entpuppt sich allerdings als winziges Dachstübchen ohne Ruheraum, das zu allem Übel noch von ein Masseuse mit russischem Akzent und militärischer Ausbildung bewacht wird. Das schließen wir jedenfalls aus dem uns bereitetem Empfang und 'Rauswurf', weil die Sauna wohl nur mit Reservierung betreten werden darf.

Egal. Dafür finden wir eine Spitzen-Bäckerei, die bis 2 Uhr morgens offen hat und den besten Börek verkauft den wir bisher gegessen haben. Das reicht für Abends und auch noch als Wanderproviant am folgenden Tag. Im National Park soll es erstklassige Wanderungen geben und zumindest einen Tag möchten wir uns die Beine vertreten.


Kerstin plant eine Tour mithilfe des Internets und nach einem leckeren Frühstück (allerdings im Keller und mit schlechtem Kaffee) gehts los. Wir haben den Park und den Sonnenschein ganz für uns: die ganzen Touristen sind anscheinend nicht zum Wandern hier. Ausser zwei Polen (die gleich mehrere Tage mit Zelt unterwegs sein wollen) und einem Pärchen aus Österreich mit Hund (der aber gar nicht ihrer ist) treffen wir keine Menschenseele. Dafür sehr gut ausgeschilderte und markierte Wanderwege und klasse Ausblicke. Als wir abends wieder zurück sind, ist es auch schon beschlossene Sache: Wir waren nicht zum letzten mal in Montenegro und im Durmitor. Nächstes mal Mehrtageswanderung mit Zelt, jawoll.


Abends studieren wir (nach einen Sauna Gang - diesmal reserviert) die Karte und überlegen wo es morgen hingehen könnte. Klar ist das wir auf der kleinen Strasse den Park durchqueren, aber dann? Eher nördlich Richtung Sarajevo oder etwas mehr westlich nach Mostar? Für mich ist klar: Mostar muss ich sehen, wenn ich schon hier bin. Eine Stadt über die vor 25 Jahren täglich in den Nachrichten kam, so wie heute Aleppo. Entscheidung gefällt. Es geht nach Mostar.

An dieser Stelle fällt uns übrigens zum ersten mal auf, dass wir ja auf dem Heimweg durch Bosnien-Herzegowina fahren. Das ist uns bisher irgendwie entgangen, weshalb wir kein Kartenmaterial haben. Egal - das passiert halt wenn man mal wieder Planlos auf Reisen ist.

Die Fahrt nach Mostar ist ein Traum. Der Durmitor Park ist auch vom Motorrad aus ein Traum - landschaftlich & fahrerisch. Das Wetter spielt auch mit: Sonnenschein und angenehmen Temperaturen.


Der Grenzübergang ist wieder einmal problemlos, nur Pass und Fahrzeugpapiere werden studiert und schon sind wir in Bosnien-Herzegowina. Wir verabschieden uns langsam von den Bergen Montenegro's und schwingen uns in schönen Kurven hinunter in die Ebene von Mostar. Und mit jedem Höhenmeter weniger, steigt das Thermometer. Waren es in Durmitor noch angenehme 20°C, zeigt das Display der GS kurz vor Mostar 36°C.


Das macht die Unterkunftssuche natürlich nicht einfacher. Nach einem Abstecher in die Altstadt, wo es uns aber zu voll und teuer ist, findet Kerstin zu Fuß (ich bewache im Schatten die Bikes) ein schönes Guesthouse - von einem Schweiz-Bosnier betrieben, mit schönen Zimmern, deutscher Sprache und tollen Tipps vom Hausherr, das Hotel Hum. Den mussten wir erstmal etwas bremsen mit seinen Tipps, weil es uns erstmal wichtiger war aus den durchgeschwitzten Klamotten und unter die kalte Dusche zu kommen. So kann es gehen - gestern noch finnische Sauna - heute Codura-Sauna.

Im nächsten Post: Bückenspringer in Mostar, vier Stunden durch das Niemandsland und Wasserfälle satt. [Fortsetzung folgt]

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Donnerstag, 9. Februar 2017

Quer durch den Balkan - Teil 6: Wanderparadies Vermosh


Die Grenze nach Vermosh ist schnell überquert. Definitiv einer der kleinsten Grenzübergänge an denen wir je Halt gemacht haben. Zwar wird die Strasse, die auf Montenegro Seite in relativ gutem Zustand war, schnell wieder schlecht, aber die Schotterteile halten sich in Grenzen und Schlaglöcher machen uns ja nichts.

Es geht über einige Holzbrücken und an einem Hotelneubau vorbei immer weiter ins Tal hinein und mit jedem Meter wird es ein bischen einsamer. Der Himmel ist mit tiefen, grauen Wolken verhangen, aber es sieht nicht nach Regen aus und wir geniessen die etwas kühleren Temperaturen nach über 30°C bei Shkoder.

Rechts entdecke ich einen dieser Beton-Pilze, die man in Albanien überall sieht. Ein Überbleibsel aus der kommunistischen Diktatur unter (Name?), der in seiner Paranoia überall im Land kleine Einmann-Bunker hat bauen lassen. Wir haben in der Woche schon einige gesehen, aber zum Fotostop hat es nie gereicht. Diesmal schon:


Weiter gehts ins Vermoshtal. Nach einigen km sehen wir die ersten Schilder die über Guesthäuser informieren. Die meisten der verstreuten Bauernhöfe bieten inzwischen auch Unterkünfte für Reisende an. Leider weisen viele der Schilder nach rechts, über den (praktisch ausgetrockneten Fluss), aber wie wir da rüberkommen sollen ist uns ein Rätsel: Brücken gibt es nur für Fussgänger und durch das Flussbett, voll mit Findlingen und Treibholz wird kaum ein Unimock kommen.

Egal, wir finden - schon fast am Ende des Weges - das schöne Guesthause (Namen und Link). Ebenfalls ein Bauernhof auf dem drei Generationen der Familien leben. Die Tochter spricht super English und schmeisst das Touristengeschäft, während Bauer, Bäuerin und Grosseltern damit beschäftig sind die voll behangenen Obstbäume auf dem Grundstück abzuernten und in riesigen Mostbottichen (Mehrzahl und mannshoch) zu sammeln. Das wird einen Raki geben.

Auf dem grossen Grundstück könnte man auch Zelten, wir entscheiden uns aber für ein gemütliches Zimmer mit geteilten Bad im ersten Stock, da es abends hier oben bestimmt sehr frisch werden kann.

Da es hier keine Läden oder Restaurants gibt gibt es Halbpension mit Frühstück und Abendessen. Am ersten Abend gibt es leckere Forelle und ein Foto für die Facebookseite. Und natürlich ist alles was hier auf den Tisch komme (abgesehen vom Bier) von hier: Die Fische aus dem Bach, das Gemüse aus dem Garten, Eier von den Hühnern die über den Hof gackern und das Brot selbst gebacken. Einfach schön.

Uns zieht es bald ins Bett, denn morgen wollen wir mal die Motorradstiefel gegen Wanderschuhe tauschen.

Beim herzhaften Frühstück gibt uns die Tochter noch einige Tipps, wohin wir gehen könnten und sogar eine kleine Wanderkarte. Etwas Verpflegung in den Rucksack und schon geht es los. Der Himmel ist zwar immer noch grau, aber Regen ist nicht zu befürchten. Wir folgen der Beschreibung und dem markiertem Wanderweg über den Fluss und die Berge hoch. Ziel ist ein Kriegerdenkmal das es oben geben soll. Unser Weg führt uns durch Birkenwälder und über Almen. Das Denkmal finden wir auch, ist aber wenig spektakulär - vielleicht ganz gut so. Nach einer kurzen Rast beschliessen wir den Rückweg anzutreten, obwohl wir noch nicht ganz den Gipfel erreicht haben. Aber die Wolken hängen so tief, dass es definitiv keine Aussicht da oben gibt.

Wieder im Guesthouse angekommen, lassen wir uns im Pavillon nieder, der im Garten steht. Wir sind nicht alleine: Eine Gruppe Albanier, die gerade in Montenegro Angelurlaub macht sind auf ein Bier vorbeigekommen.

Am Rande bekommen wir auch mit, was es heute Abend zu essen gibt: Das Ferkel das eben noch gequiekt hat und jetzt gerade vom Bauern an einem Baum gehängt zerlegt wird. Wir trösten uns damit, das die Schweine hier insgesamt ein schöneres Leben haben als bei uns - die meiste Zeit laufen sie einfach frei in der Gegend herum.

Zum Ferkel gibt es Kartoffeln und etwas, das uns die Köchin als 'gekochter Käse' erklärt: Eine helle, breiige, zähe Masse, die im Fett schwimmt. Durchaus lecker, aber das Essen liegt mir später schon sehr schwer im Magen.

Weiter gehts am anderen Tag wieder auf dem Weg den wir hergekommen sind zurück nach Montenegro. Diesmal sagen wir Albanien aber für dieses Mal endgültig 'Auf Wiedersehen', es wird bestimmt nicht das letzte Mal gewesen sein.

Montenegro - wir kommen [Fortsetzung folgt].
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Samstag, 4. Februar 2017

Quer durch den Balkan - Teil 5: Thethi und 'Bazaar' an der Grenze


Von Shkodér ist es nicht mehr weit nach Thethi, jenes einsame Tal das so abgelegen ist, dass nur zwei Strassen hinführen. Gestern Abend haben wir uns schon ausführlich in Internet und auf YouTube erkundigt wie die Strasse dahin aussieht. Soviel haben wir rausgefunden:

  • Die SH21 nach Thethi ist wohl seit neuestem bis zum Pass geteert, danach Schotter
  • Die Strasse ohne Namen, die von Osten nach Thethi führt ist wohl nur was für harte Enduristen oder 4WDs (also nicht für uns).
Und so beschliessen wir über die SH21 hin und auch wieder zurück zu fahren. Wir möchten wenigstens zweimal übernachten, um endlich mal eine paar Schritte Wandern zu können.

Von der SH1 geht es bei Koplik rechts auf die SH21 und uns erwartet eine wunderschöne Pass-Strecke. Der Belag bis beinahe jungfräulich, Kurve folgt auf Serpentine und die Ausblicke auf die Berge sind fantastisch. Sogar Parkplätze mit Aussichtspunkten und Info-Tafeln fehlen nicht. Gut gemacht Albanien.

Leider hört die Traumstrasse wie erwartet just am Scheitelpunkt auf. Runter ins Tal geht es über eine schmale Schotterpiste. Auf der Passhöhe treffen wir auch ein paar deutsche Urlauber, die gerade die Auffahrt hinter sich gebracht haben. Sie erzählen von ihrer 3-stündigen Abfahrt am Abend zuvor mit ihren alten, nicht wirklich geländegängigen Fahrzeugen (Auto und Bus). Es gibt viel Gegenverkehr (Thethi ist nämlich schon lange nicht mehr einsam - täglich fahren viele Tourbusse und -jeeps mit den Besuchern ins Tal) - auch als wir dort stehen sehen wir massig Jeeps rein und rausfahren. Das hebt insbesondere bei Kerstin nicht gerade die Stimmung.

Probieren wollen wir es trotzdem - wir brechen aber schnell ab. Besonders der unbefestigte, steile Abhang an dem wir bei Gegenverkehr entlangtuckern trägt nicht dazu bei, dass wir uns richtig wohlfühlen und so kehren wir wieder um.

Weil es schon Nachmittag ist als wir wieder zur SH1 kommen, beschliessen wir einem Tipp eines deutschen 4WD Fahrers zu folgen, den wir auf dem Pass getroffen haben: Das Shkoder Lake Resort soll ein toller Campingplatz sein, inkl. Restaurant und Badesee. Als dann noch das Wort "Hängematte" fiel, war Kerstin nicht mehr zu halten.

Der Weg zum Campingplatz ist gut ausgeschildert. Und unsere Erwartungen werden nicht enttäuscht: Der Platz ist wunderschön und sehr großzügig gehalten, mit genügend Platz für jeden Camper. Ausserdem gibt es einen kleinen Strand mit Liegen und eben Hängematten. Ein Restaurant, WiFi und einen Wäscheservice.

In 15 Minuten steht unser Zelt, eine Ladung Wäsche ist in der Maschine und wir genießen entspannt ein Bier am Strand.



Abends treffen wir noch drei weitere Motorradfahrer. Einer kommt gerade von da, wo wir als nächstes hinwollen: Das Vermosh-Tal. Dieses Tal soll touristisch noch nicht so erschlossen sein wie Thethi, aber besser zu erreichen. Leider führt der direkte Weg über die SH20, die ebenfalls noch ein gutes Stück Schotterpiste ist. Der Motorradfahrer, der diese Strecke hinter sich gebracht hat hat nur laut gelacht als ich ihn nach dem Zustand der Strasse fragte - Schotter vom feinsten, immer fein Hand am Gas lassen. Wie wir hören wird dort gerade fleissig gebaut, das heißt der Schotter ist frisch und weich, die Strecke ähnlich steil und abschüssig wie nach Thethi - und dann noch massig Baustellenfahrzeuge - also vielleicht doch nicht.  Aber zum Glück führt noch ein anderer Weg nach Vermosh: über Montenegro.

Und so brechen wir morgens Richtung Grenze auf, reisen nach Montenegro ein und ein paar Stunden später auch schon wieder aus - zurück nach Albanien, direkt beim Vermosh Tal. Aber nicht ohne vorher ausgiebig die traumhafte Route entlang von Bergen und Schluchten in Montenegro zu genießen - ganz ohne Schotter.

Beide Grenzübergänge sind übrigens wieder völlig problemlos: Man kontrolliert immer Pass und Fahrzeugschein, auch die grüne Versicherungskarte möchten die montenegrischen Grenzbeamten sehen (meine laminierte Grüne Karte lockte dem Beamten ein "very professional" hervor). Auch der Zoll will diesmal einen Blick in unsere Koffer werfen. Der Anblick von Kerstins Koffer Inhalt (ich sage nur Kraut & Rüben), kommentiert der Zöllner lächelnd mit "Bazaar".

Über Vermosh und unser tolles Guesthouse berichten wir dann im nächsten Post [Fortsetzung folgt]

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Sonntag, 22. Januar 2017

Quer durch den Balkan - Teil 4: Nightlife in Berat


“Nie wieder Schotter” - so lautete Kerstin’s Motto nach zwei Wochen Georgien 2014 - aber so ganz ohne geht es in Albanien einfach nicht. Unser nächstes Ziel heißt Berat - eine Stadt die mit schöner Altstadt, Festung und osmanischer Architektur lockt. Also nichts wie hin.

Von Korcé wollen wir über Gramsh fahren, das zwar als Örtchen nicht viel verspricht, aber die Strecke scheint sehr schön zu sein. Kurz hinter dem Stadtausgang geht es links ab. Am Anfang noch asphaltiert mehren sich die Schlaglöcher mit jedem Meter den wir unterwegs sind und irgendwann ist der Asphalt dann auch ganz zu Ende; die Schotterpiste beginnt. Die ist aber schön fest und breit und deshalb fast besser zu befahren als die Strasse vorher.

Es geht durch eine einsame und schöne Landschaft, immer am Fluß entlang, bis sich am Horizont eine Baustelle auftut. Dort hört unsere schöne Piste am Bauzaun auf, die Umleitung schickt uns durch gröberen Schotter in zwei-drei Serpentinen den Berg hinauf. Ich höre Kerstin im Helm schon ächzen und fahre erstmal vor, um die Lage zu erkunden. Die Auffahrt ist aber nicht schlimm und es sind auch nur ein paar Kurven und Meter bevor es schon wieder besser wird. Und wie - wir sind völlig überrascht, als uns am Ende der provisorischen Umleitung plötzlich eine frisch asphaltierte Strasse erwartet. Ohne Schlaglöcher, ohne Verkehr, dafür in traumhaften Kurven durch die Berge vor Gramsh.

Nach einer kurzen Kaffeepause in Örtchen, führt uns unser Weg Richtung Elbasan und dann in die Stadt der tausend Fenster: Berat.




Kerstin hat schon ein Guesthouse für uns ausgekundschaftet und die Adresse hat sogar mein Navi gefunden. Also folgen wir flott den Anweisungen auf dem Display, hinein in die Altstadt. Die stellt sich als sehr hügelig und steil heraus. Das ganze noch gepaart mit engen Gassen und spiegelglattem hellem Kopfsteinpflaster - man kann sich schon denken dass da der eine oder andere Schweißtropfen geflossen ist - und das nicht nur wegen der Hitze.

Zu allem Übel führt mich das Navi dann auch noch in eine Sackgasse, wo zwar Fußgänger durchpassen, nicht aber mein Dickschiff. Kerstin hat den Aufstieg wohlweislich erst gar nicht angetreten und warten am Fuß des Strässchens. Ich wende meinen Bock mühsam in der Polizeiauffahrt (das wird vom Diensthabenden gar nicht gern gesehen) und bin auch gleich wieder unten bei Zenzi, um zu beratschlagen wie es weiter geht (nach oben jedenfalls nicht).

Sofort gesellen sich ein paar hilfsbereite Berater (also Einwohner von Berat, nicht McKinsey Consultants) zu uns und bieten uns gleich auch Unterkünfte an. Vor einer stehen wir geschickter Weise sogar. Allerdings wollen sich so am Hang partout keine vernünftigen Parkplätze für unsere Mopeds finden lassen. Und so zieht Kerstin schliesslich los und schaut mal was es in der Nähe so gibt während ich die Bikes bewache - ganz wie in alten Zeiten.

Gut das wir das gemacht haben, den keine 200m Weg finden wir das Traumhafte Rezidencia Desaret, mit tollem Garten, schönen, modernen Zimmern und einem tollen Frühstück wie wir am nächsten Tag feststellen.

Nach einer erfrischenden Dusche (über mittag hat es hier gerne mal 35°) schlendern wir Richtung Fluß zur anderen Seite der Stadt, wo wir in einem schönen Restaurant mit Terrasse und Blick über die ins Abendrot getauchte osmanische Altstadt mit den weisen Häusern und den tausend Fenstern lecker essen.

Beim Essen treffen wir zwei Reisende aus Berlin, mit denen wir uns bei Wein, Bier und später auch bei Raki ziemlich fest quatschen. Naja - wir wollten eh noch eine Nacht dableiben, schlafen wir morgen eben aus.

Ausgeschlafen ziehen wir erst am späten Nachmittag zur Besichtigung der Festung los. Hierzu leihen wir uns Audio Guides und können so in den Abendstunden die riesige Anlage auf eigene Faust erkunden. In der Festung wohnen auch immer noch Menschen und es gibt Restaurants.

Aber wir wollen ja auch weiter und so brechen wir anderntags gen Shkodér auf. Die Fahrt ist nicht weiter erwähnenswert, wir halten uns an die Schnellstrassen und teilweise sogar Autobahnen. Es geht an der Küste entlang, wo man die üblichen Touristen-Burgen sieht, die wir aber gerne schnell links liegen lassen. Was uns auffällt sind unglaublich viele Hochzeitskorso’s und viele Restaurants am Strassenrand, die ganz offensichtlich Hochzeitsgesellschaften beherbergen. Es scheint, dass ganz Albanien an diesem Wochenende heiratet. Später hören wir das Gerücht, dass das für den ganzen August gilt. Weil so viele Albaner im Ausland leben, heiratet alles im Sommer. So können die Gäste das mit Urlaub verbinden oder mehrere Hochzeiten in einer Reise unterbringen.

in Shkodér nehmen wir mal wieder ausführlich am Xiro Xiro teil, der hier die komplette - schön renovierte - Altstadt einnimmt, wo sich Bar an Restaurant und Kneipe reiht.

Morgen wollen wir nach Thet aufbrechen. Damit wir endlich auch mal ein paar Schritte wandern können. [Fortsetzung folgt]

Blick auf die Bikes von unserer Rezidencia

Die tausend Fenster von Berat


Minarett auf der Festung

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Donnerstag, 19. Januar 2017

Quer durch den Balkan - Teil 3: Korçë, Albanien


Domino spielen im Park

Vom Grenzübergang Kalovrisi folgen wir der SH75 Richtung Korçë. Wir haben im Vorfeld ja einiges über die Strassenverhältnisse gelesen, weshalb wir auch auf die Abkürzung über die SH65 verzichtet haben.  Die sah nicht nach Strasse sondern eher nach trockenem Flussbett aus, sogar in unserer Karte wurde diese mit dem Vermerk 4x4 only versehen. Endurofreunde kommen in Albanien auf jeden Fall auf ihre Kosten. Uns ist aber Asphalt trotzdem lieber. Die SH75 entpuppt sich auch als gute Strasse mit zwar vielen Schlaglöcher und ab und an ein paar Meter Schotter, aber alles in allem flott und schön zu fahren.

So kommen wir mal wieder schneller voran als gedacht und sind schon kurz nach Mittag beim Campignplatz Farma Sotira. Ein wirklich toller Platz inkl. Pool und Restaurant. Uns ist es aber noch zu früh zum Kampieren und deshalb setzen wir unsere Reise Richtung Korçë fort.

In der Stadt angekommen empfiehlt uns unser Reiseführer (Trescher Albanien) das Guesthouse "Butija Leon" mit tollen Zimmern und perfekter Lage, gleich hinter der Kathedrale. Leider befindet sich hinter selbigen auch die Altstadt mit einem Gewirr aus Gassen und Gässchen, die mein Navi dann doch überfordern. Aber zum Glück sind die Albaner sehr hilfsbereit: Trotz mangelnder Sprachkenntnisse der jeweils anderen Sprachen wird rasch geklärt, dass wir eine Unterkunft, idealerweise das Butija Leon suchen. Nach zwei, drei falschen Richtungsangaben stehen wir dann dennoch relativ schnell direkt davor.

Wir freuen uns, dass spontan ein Zimmer frei ist (das scheint nicht unbedingt üblich zu sein) und parken die Mopeds im Hof. Nach einer kurzen Erfrischung geht's dann auch gleich zum Sightseeing ins Städtchen.

Kathedrale

Der neue Bazaar von Korçë

Die Fußgängerzone führt uns in Richtung des Bazaars, der offensichtlich für viel (EU?)Geld saniert und hergerichtet wurde. Schade nur dass kein einziges Geschäft im Bazaar ist. Alles ist wie ausgestorben und verrammelt. Bei näherer Betrachtung wird auch klar, dass die Läden nicht nur heute geschlossen haben, sondern dass alles wirklich leer steht. Später erfahren wir, dass die Stadtverwaltung wohl grosse Pläne für den Bazaar hat[te] aber das Belegungskonzept des ehemals sehr gut genutzten städtischen Marktes für alles (auch z.B. Lebensmittel, Textilien, Baumarkt, etc. ) sehr umstritten ist (praktischer Markt für die Einheimischen steht hier gegen 'Touri' Markt mit Souvenirs, Restaurants, ...). Dazu kommen noch für die hiesigen Händler überhöhte Pachten, die sich niemand leisten kann. Nachdem die Anzahl der Touristen in der Stadt recht überschaubar schien ist das 'Tourikonzept' unserer Meinung auch mehr als fraglich.

Mit der untergehende Sonne werden die Strassen belebter. Immer mehr flanierende Familien und Pärchen begegnen uns, die Cafés und Bars füllen sich (und davon gibt es wirklich eine Menge). Startschuss für eine Albanische Tradition (wie uns unser Reiseführer erklärt), der Xiro Xiro: Das Spazierengehen und flanieren durch die Stadt am Abend, ein Schwätzchen halten, Sehen und Gesehen werden.

Uns zieht es in eine alte Villa, die zum Restaurant umgebaut wurde, das Find Four. Von dessen Dachterrasse können wir das Treiben unten auf dem Boulevard hervorragend bei einem Bier (irgendwie hat sich hier Veltins durchgesetzt, Korçë's lokale Biermarke kann uns aber auch nicht überzeugen) beobachten. Das Find Four bietet auch auf den 3 Stockwerken unter uns internationale Küche und alles ist designed und durchgestylt bis in den letzten Winkel. Diese Location (wie viele weitere im Städtchen auch) könnte jederzeit die neueste Hip-Location in Berlin oder London werden.

Bei live vorgetragenen Volksballaden vor der Kathedrale beschliessen wir den Abend [Fortsetzung folgt]
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Sonntag, 15. Januar 2017

Quer durch den Balkan - Teil 2: Ab in den Süden


Die Sonne scheint, es ist heiß und die Mopeds sind bepackt: Werkzeug, Ersatzschläuche für Kerstin's 800er und das Kochgeschirr finden bequem in meinem großen Koffer Platz, Klamotten im kleinen und im Packsack sind Zelt und Isomatten gut verstaut. Kerstin hat die Wandersachen gepackt und in der Packtasche noch die Regenkleidung - aber nach Regen sieht es erstmal nicht aus.

Unsere erste Etappe führt uns nur bis Kitzbühel. Da soll es einen schönen Campingplatz mit Sauna geben den wir schon länger mal ausprobieren wollen. Bei der Ankunft sind wir dann aber doch enttäuscht: Die Sauna entpuppt sich als Spassbad (mit Sauna) und der Platz ist mal wieder nur für Dauercamper und Wohnwagen ausgelegt. Außerdem ist es richtig teuer. Aber immerhin, der Besuch des Bades (und der Sauna) ist im Preis mit drin.

Unser Ziel für Sonntag heißt Slovenien. Über den Großglockner geht es erstmal nach Kärnten und dann über den Wurzenpass nach Kranjska Gora. Wir würden eigentlich gerne in einer Pension übernachten, haben aber die Rechnung ohne die Slowenen gemacht: Morgen ist Maria Himmelfahrt - damit Feiertag und es scheint, dass ganz Slovenien beschlossen hat im schönen Kranjska zu übernachten. Alles ausgebucht. Aber ein paar km die Strasse weiter gibt es einen wunderschönen Campingplatz: Kamp Spik. Endlich mal ein Platz auf dem sich auch Zelter wohlfühlen - und die leckere Pizzeria Jocika ist einen gemütlichen 15-minütigen Spaziergang entlang eines Pfades im nahen Dorf Gozd Martuljek. 

Am nächsten Morgen geht es dann weiter Richtung Trieste. Eigentlich wollten wir erst am Dienstag ankommen, jetzt sind wir doch ‘schneller’. Zum Glück hat unser Bed & Breakfast "My Way" auch heute schon für uns Platz. Und so gönnen wir uns den ganzen Dienstag zum Sightseeing in Trieste. Was sich auch tatsächlich lohnt. Im Touri-Office holen wir uns einen Audio-Guide und können so in eigenem Tempo die wechselhafte Geschichte von Trieste, von Römern über Österreicher, Kroaten und schliesslich Italienern erleben.

Das Trieste nicht so ganz Italien ist, merken wir am 15. August abends, als wir feststellen müssen, dass viele Restaurants entlang der Marina bereits um 9.30 die Küche schliessen - und das bei Hochbetrieb an Ferragosto.

Es wird eine kurze Nacht auf Mittwoch, weil unsere Fähre bereits um 4:30 Uhr ablegt. Aber unsere B&B Mama hat uns sogar ein kleines Frühstück zum Mitnehmen hergerichtet. Vorher waren wir natürlich auch im Supermarkt und haben uns mit ordentlich Essen und einer Flasche Wein versorgt, damit die 26 Stunden Überfahrt nicht langweilig werden. Im Vergleich zu unserer Fahrt im Mai 2014 ist die Fähre deutlich voller und wir sind froh das wir uns diesmal den Luxus einer Kabine gönnen.

Großglockner

Sonnenaufgang in Griechenland


Wir kommen Donnerstags pünktlich in Igoumenitsa an (also um acht Uhr morgens) und genießen eine tolle Fahrt durch die Berge in den Norden Griechenland's hinein in die aufgehende Sonne. Kurz nach zehn sind wir bereits am Grenzübergang nach Albanien, der allerdings völlig verlassen daliegt. Kein Mensch weit und breit, alles ist fest verriegelt, die Schranken geschlossen. Wir sind der Meinung dass dieser Grenzübergang wohl geschlossen ist und fahren weiter, müssen aber schnell feststellen, das es keinen anderen Übergang in der Umgebung gibt. Also nochmal zurück und siehe da: Wir sehen ein paar wartende Autos auf beiden Seiten der Schranken. Die Griechen sind recht genau und lassen sich Zeit was die Kontrolle unserer Ausweise und Fahrzeugpapiere angeht. Aber nach knapp 20 Minuten sind wir dann über die Brücke und den Grenzfluss und stehen vorm Albanischen Grenzer. Der trägt freundlich unsere Namen, Kennzeichen und Passnummern in ein Buch ein (ja, so eines aus Papier) und wünscht uns eine gute Fahrt.

Die haben wir. Unsere erste Station in Albanien soll Korçë sein. [Fortsetzung folgt]
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Donnerstag, 12. Januar 2017

Quer durch den Balkan - Teil 1: Albanien?


Nach unserer Rückkehr im vorletzten Jahr fiel leider die große gemeinsame Motorradtour im Sommer wegen Wohnungs- und Jobsuche aus. Ich war zwar ein paar Tage in Österreich und Slowenien, aber zu zweit hat es nur zu ein paar Tagestouren gereicht.

Das soll 2016 anders werden: Eine große Tour schwebt uns wieder vor, zelten wollen wir wieder und an unsere tollen Erlebnisse in 2014 erinnert werden. Drei Wochen sollen es werden. Schon lange wollten wir mal die Seealpen befahren, über die Route des Grandes Alpes von München nach Nizza fahren.

Aus beruflichen Gründen bleibt uns aber für drei Wochen gemeinsamen Urlaub nur der August übrig. Nicht gerade die beste Reisezeit für's Mopedfahren: Ganz Europa hat Urlaub. Strassen, Hotels und Campingplätze sind voll & teuer. Und heiss wird es sicherlich auch werden.

Da wir bekanntlich die größten Nicht-Planer sind, fällt uns das ganze erst im Laufe des Sommers ein. Und die Zweifel über unsere Idee nagen etwas an uns. Da kommt Kerstin eines Abends mit dem Vorschlag "Albanien" um die Ecke. Albanien? Warum Albanien? Heiss ist des dort im August genauso. Ich erinnere mich gleich wieder an Reiseberichte, die ich gelesen habe und die Albanien als Paradies für alle Endurofahrer beschreiben, wegen der vielen Schotterpisten - nicht gerade Kerstin's Lieblingsterrain

Aber es spricht einiges für Albanien:
  • wir waren noch nie dort
  • wir glauben einfach mal, dass niemand nach Albanien in Urlaub geht und es deshalb dort schön ruhig ist
  • in Albanien gibt es unheimlich viele Berge, also schöne Motorradstrecken und Wandermöglichkeiten
  • Rumänien und Bulgarien fanden wir auch klasse

Der Eine oder Andere aus unserem Freundes- und Familienkreis reagiert etwas verwundert. Albanien? Was will man denn ausgerechnet in Albanien. Aber wir sind Feuer und Flamme für die Idee. 

Weil uns aber knapp 3.500km Hin und Zurück (Luftlinie) zu viel sind, beschliessen wir den Hinweg per Fähre zu verkürzen. In der Woche vor unserer Abreise haben wir also die Fährtickets von Trieste nach Igoumenitsa gebucht (was trotz Hauptsaison KEIN PROBLEM war), einen Albanien Reisführer, eine Albanien Karte und noch eine Karte von Kroatien und Montenegro gekauft, denn (so glauben wir zumindest) da geht unser Rückweg durch. Eine Balkangesamtkarte haben wir noch (und ein Blick darauf hätte uns auch verraten wo wir bei unserer Streckenahnung falsch lagen - aber dazu später mehr).



Und so packen wir am Samstag den 13. August 2016 unsere Bikes in München und machen uns gemütlich auf den Weg über Österreich und Slowenien nach Trieste. Die Fähre fährt erst am Mittwoch, wir haben also alle Zeit der Welt .... [Fortsetzung folgt]
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Sonntag, 31. Juli 2016

Lächelnd in Kambodscha


tiet, tiet!' ruft mir das kleine Wesen zu meinen Füssen immer wieder zu und schaut mich dazu vorwurfsvoll an. Es ist sichtlich der Meinung, dass der Eimer noch nicht voll genug ist mit Sand. Ich bin da anderer Meinung, schliesslich ist das Wesen vor mir Mian, ein zierliches kambodschanisches Mädchen das höchstens sechs Jahre alt ist. Und eigentlich sollte es gar keinen Sand schleppen, denn dazu sind ja Maik, Holger und ich extra nach Kambodscha gekommen.



Dezmember 2015 in München. In unserer Firma stellt sich Smile Cambodia vor, eine von Sebastian gegründetet Hilfsorganisation, die Kinder in Angdong, einem Dorf vor den Toren Kambodscha’s Hauptstadt Phnom Penh unterstützt. Sebastian berichtet uns, dass das Dorf vor einigen Jahren durch eine (Zwangs)umsiedlung entstanden ist: Die früheren Einwohner von Phnom Penh mussten Platz machen für einen kommerziellen Neubau. Um den Kindern, deren Familien zu den ärmsten in Kambodscha zählen, eine bessere Zukunft zu ermöglichen, unterstützt Sebastian mit seiner Organisation den Bau und Betrieb einer kleinen Bibliothek, in der die Kinder Zugang zu Büchern und Spielen erhalten. Das Projekt läuft gut, inzwischen gibt es ein eigenes Grundstück mit Haus in dem die Bibliothek und zwei Klassenräume untergebracht sind. Hier können die Kinder begleitend zur öffentlichen Schule Englisch lernen. Heute sucht Sebastian Helfer, die vor Ort beim Bau eines zweiten Gebäudes helfen sollen, das die Kapazität für den Unterricht erweitert. Kambodscha habe ich noch in guter Erinnerung von unserer Reise und so bin ich sofort dabei. Am Ende sind wir zu Dritt: Meine Kollegen Holger und Maik sind nebst mir dabei.
An dieser Stelle sei erwähnt, dass mein Arbeitgeber es jedem Angestellten ermöglicht sich bis zu sieben Tage im Jahr für ehrenamtliches Engagement freistellen zu lassen .

Am 4. April geht es los. Nach knapp einer Stunde Tuk Tuk fahren von Phnom Penh (vor Ort gibt es keine Unterkünfte) kommen wir in Andong an. Der Rohbau des neuen Gebäudes steht schon. Unsere Aufgabe soll es in den nächsten Tagen sein, ein Fundament aus Sand, Steinen und Zement zu errichten. 


Bevor wir aber loslegen führt uns Ly An - der Manger und gute Seele vor Ort - noch herum. Er zeigt uns die Bibliothek im Erdgeschoss mit reichlich Bücher in Khmer und Englisch. Im ersten Stock gibt es zwei Klassenräume, in denen an fünf Tagen der Woche mehrere Englischklassen für alle Altersstufen gehalten werden. Die Lehrer sind Studenten aus Phnom Penh, die sich so zum Teil ihr Studium finanzieren. Insgesamt können 120 Schüler in Englisch unterrichtet werden. Die Sprache ist Voraussetzung für eine höhere Schulausbildung, Studium und eine gute Stelle, z.B. im boomenden Tourismus 

Aber am meisten beeindruckt uns Ly An's Vision: Im neuen Gebäude will er neben einem weiteren Klassenzimmer auch eine Nähklasse einrichten, damit auch die Familien der Kinder die Möglichkeit haben ein zusätzliches Einkommen zu erwirtschaften. Ly An's Hintergedanke ist: wenn die Familien genügend Geld verdienen, müssen die Kinder nicht arbeiten und können in die Schule gehen.


Bei einem Rundgang durch das Dorf erklärt uns Ly An, dass sich schon viel getan hat: Strassen wurden gebaut, Wasserversorgung verlegt und richtige Häuser haben die Hütten ersetzt, in denen die Familien früher gewohnt haben. Trotzdem gibt es immer noch über 1000 Familien die in ärmsten Verhältnissen leben, in Wellblech- und Holzhütten, umgeben von fauligem Wasser und Müll. Vor wenigen Jahren sah das ganze Dorf noch so aus. 

Jetzt geht es aber los: Die Arbeitshandschuhe übergezogen machen wir uns daran, den Sandberg mit Schaufeln und Eimer abzutransportieren und als Fundament unter das Gebäude zu tragen. Wegen Khmer New Year, das nächste Woche stattfindet, findet diese Woche kein Unterricht statt und so sind die drei bleichen Barangs (Ausländer) eine willkommene Unterhaltung für die Kinder. Schnell entwickelt sich ein wahrer Wettstreit zwischen ihnen und uns, wer wohl mehr Sand tragen kann. Damit es nicht zu langweilig wird, wechseln wir uns ab mit Tragen und Schaufeln, und natürlich sind wir ab und zu auch Pferd oder Karusell für die Zwergl.





Wir sind stolz am Abend es ersten Tages den Sandberg schon fast komplett verteilt zu haben. Aber da haben wir uns zu früh gefreut: kurz nach Feierabend bringt ein Laster die nächste Fuhre.

Am Tag 2 ist also wieder Sand schippen und tragen angesagt. Ly An hat aber gleich unseren Vorschlag umgesetzt und eine Schubkarre besorgt. Mit der geht alles natürlich deutlich schneller: Hin voll Sand, zurück voll Kinder. So haben beide Seiten etwas von der Investition. Auch dank der tatkräftigen Unterstüzung der Kinder und der Lehrer kommen wir deutlich schneller voran als geplant. Ly An erweitert deshalb kurzerhand unser Aufgabenfeld: Wir renovieren auch noch die Bibliothek.

Der April ist mit einer der heissesten Monate in Kambodscha. Kurz vor der Regenzeit steigt das Thermometer am Mittag gern mal Richtung die 40 Grad Celsius. Gut dass es gleich gegenüber einen kleinen Bauernhof gibt, auf dem die Bäuerin frisch gepressten Zuckerrohrsaft verkauft. Unter schattigen Bäumen verbringen wir so immer unsere Mittagspause..
Auf dem weg zur Mittagspause
Mein Stammplatz über Mittag

Am Abend des vierten Tages sind schon deutliche Fortschritte zu erkennen. Inzwischen haben wir den Boden des neuen Gebäudes mit Sand und Steinen erhöht und die Bauarbeiter konnten mit Beton einen ebenen Boden daraus machen. Die Bibliothek erstrahlt derweil in einem frischen hellblau, die Bücherregale in knalligem gelb. Es ist alles bereit für die 5-Jahres Feier des Projektes die am nächsten Tag stattfinden wird.


Als wir Freitags in Andong ankommen - etwas später als sonst da wir heute auch das Eis für die Feier mitbringen - ist die Party schon in vollem Gange. Kambodschanische Schlagermusik schallt uns entgegen und mehr als 100 Kinder feiern ausgelassen mit ihren Lehrern. Und wir dürfen auch mitmachen. Meistens dürfen wir als ‚Pferde‘ herhalten und tragen Kinder huckepack herum. Kurz vor Mittag werden dann die Preise an die besten Schüler jedes Jahrgangs verliehen. Es gibt Fahrräder, Schulranzen und Musikinstrumente. Das Buffet für alle ist bereits im neuen Gebäude aufgebaut und nach dem Essen geht es mit Pinata Spielen und Karaoke weiter. Unser Bauleiter entpuppt sich dabei als veritabler DJ 
Maik & Holger geben einen tollen Spielplatz ab

Am Abend verabschieden wir uns von unseren neuen Freunden aus Phnom Penh bei kambodschanischem BBQ. Für Maik & Holger geht es morgen noch auf eine Stippvisite nach Angkor Wat, ich bleibe noch einen Tag in Phnom Penh und die meisten der Lehrer geht es in den Neujahrsferien zu ihren Familien.

Interesse bekommen? Dann schaut doch mal auf der Homepage von Smile Cambodia vorbei. Sebastian freut sich immer über Unterstützung. Sei es vor Ort in Kambodscha, in Deutschland beim Spendensammeln oder einfach auch über eine direkte Spende. Auf der Webseite findet Ihr auch einen Bericht über den Klassenzimmerbau mit mehr Fotos und Hintergrundinformationen.


Eis-Transport - direkt aus der Hauptstadt

Das Eis später am Buffet

Zu Dritt gegen einen - eigentlich unfair

Das Lehrer Team mit Helfern


Das Spendenkonto von Smile Cambodia ist:
Smile Cambodia – Hilfe für Kambodscha e.V.
Kontonummer: 1000954188
Bankleitzahl: 701 500 00
IBAN: DE83 7015 0000 1000 9541 88
BIC: SSKMDEMMXXX

Bank: Stadtsparkasse München

Oder online Spenden über betterplace.org 
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Aktuelles

Schwedens Schätze und Stürme: Ein Tag in Mora und Karlstadt

Ein neuer Tag in Schweden begrüßt uns, und nach einem herzhaften Frühstück in unserem gemütlichen Bed and Breakfast in Mora sind wir bereit ...