Donnerstag, 16. Juli 2015



Seit einigen Wochen sind wir ja wieder zurück nach 18 Monaten um die Welt reisen. Wir treffen endlich unsere Familie, Freunde, Kollegen und zukünftige Arbeitgeber (ja, auch wieder suchen uns wieder einen Job). Eine Frage die wir immer wieder gestellt bekommen ist: ‚Wie habt Ihr das alles geplant?‘. Und unsere ehrliche Antwort darauf ist ‚Gar nicht!‘. 

Unsere Empfehlung: Übertreibt es nicht mit der Planung, ihr nehmt euch dadurch viel Spontanität und Flexibilität beim Reisen weg.

Natürlich gab es vor unserem Reisebeginn einen grobe Planungsphase: Zuerst wollten wir mit dem Rucksack durch Nepal & Südostasien gehen. Die zweite große Etappe war dann als Motorradtour von Deutschland durch die Türkei und zurück über Osteuropa angedacht. Irgendwo zwischen Kambodscha & Vietnam haben wir dann beschlossen über die Türkei weiter in den Iran zu fahren. Am Ende kamen noch Armenien und Georgien dazu. Und in Rumänien viel dann die Entscheidung auch noch nach Südamerika zu reisen. 

Aber Details, von wo nach wo oder gar wann wir wo sein wollten, waren nicht Teil unserer 'Planung'. Wir hatten lediglich den Flug nach Kathmandu gebucht und die 18-tägige Annapurna Trekking Tour;  Alles weitere ergab sich dann von ganz alleine, weil man z.B. in Asien meist nur 30 Tage Visa erhält (das aber fast immer direkt bei der Einreise) und man dann eh schauen muss wohin es als nächstes geht.

Die wenigen Flugtickets haben wir konsequent nur One-Way gebucht. Einfach weil wir uns nicht auf ein Rückreisedatum und einen Abflugort festlegen wollten. In der gleichen Weise waren wir auch in Südamerika unterwegs. Unseren Rückflug haben wir erst ca. 4 Wochen vorher gebucht.

"Wir sind gut im Reisen, aber schlecht im ankommen" (Frei nach Albert Einstein)
Letzte Reisevorbereitungen im Keller (man beachte die Karte)

Das Schöne am Reisen ohne Plan ist, das man sich die Freiheit erhält spontan die Richtung zu wechseln. Viele unserer Entscheidungen, an diesen oder jenen Ort zu reisen, sind nicht aus intensiver Lektüre eines Reiseführers entstanden, sondern aus Gesprächen mit anderen Reisenden oder auch Einheimischen, die uns ihre Lieblingsorte verraten haben. Auch ohne Lonely Planet in der Hand landet man an touristisch interessanten Flecken der Länder. So sind wir z.B. in Nepal im Chitwan National Park gelandet (von dem wir vorher nie was gehört hatten, der aber natürlich auch in jedem Reiseführer zu finden ist), in Laos in NiangNam oder in Kambodscha auf Rabbit Island.
Manchmal kommt die Inspiration aber auch durch einen Blick auf eine Strassenkarte (z.B. im Iran bei unserer Fahrt über Sephi Dasht nach Isfahan) oder weil der Flieger von A nach B billiger ist als nach C (deshalb waren wir in Indonesien und nicht auf den Philipinien - der Flug von Hanoi war einfach günstiger).

Planlos Reisen ist heute kein Problem mehr. Flüge sind dank Reise-Apps schnell gefunden und gebucht. Bei Skyscanner z.B. kann man auch nach "Von Hanoi irgendwo hin, Hauptsache billig" suchen. Reiseblogs geben Tipps und Inspiration. WikiTravel ist unser online Reiseführer (oder auch offline auf dem Handy) und mit der richtigen Kreditkarte gibt es überall Bargeld. Selbst komplette Reiseführer gibt es entweder im Book Exchange im Hostel oder auch als E-Book zum Download auf Kindle & Co.

Indonesien stand nie auf dem Plan - aber auch da gab's nette Menschen

Hostels und Hotels vorbuchen? Nicht nötig!

Hostels gibt es in (fast) allen touristischen Orten zu Hauf. Auch hier gilt: weniger planen ist mehr. Wir buchen in den seltensten Fällen die Unterkunft im Voraus (lediglich bei Ankunft spätabends oder in einer Großstadt); das hat den Vorteil, dass wir bei Ankunft erst mal ein paar Hostels angucken und ggf. auch den Preis verhandeln können. In Peru, z.B. werden die Hostelzimmer im Internet teurer verkauft, als an Laufkundschaft, Preise sind immer verhandelbar! Es hilft eventuell, sich vorher im Internet (Tripadvisor) über Übernachtungsmöglichkeiten zu informieren und die Bewertungen anderer anzusehen, aber ein Blick ins Hostel vor Check-In ist immer noch das Beste was wir empfehlen können. Keine Angst in laut Internet fast 'ausgebuchten' Orten: es gibt immer noch was!  

Zugegeben, ohne Internet wäre das ganze nicht machbar, aber Internet ist heute ja glücklicherweise überall verfügbar. Ausserhalb von Deutschland sogar meist kostenlos in jedem Guesthouse, Hostel, Pension oder Hotel (mehr Tipps zur Hostel Suche gibt es hier).

Planlos reisen macht aber nur dann glücklich, wenn man bereit ist auch etwas zu verpassen. Wer die Liste mit dem "Top Ten Insider Tipps für Thailand" unbedingt abreisen muss, der braucht auch einen Plan. Wer sich lieber überraschen lässt und sich dafür später auch nicht ärgert wenn man gefragt wird "Warum wart ihr denn nicht bei den Iguazu Wasserfällen, wenn ihr schon in Argentinien wart? Die sind doch das tollste!", der reist ohne Plan entspannt und erlebt - das ist unsere Erfahrung - mehr als die "To-See-Liste" Reisenden.

Mit One-Way Tickets darf man nicht einreisen, oder? Doch!

Viele Fluglinien wollen einen Rück- bzw Weiterreisenachweis beim Check-In sehen. Angeblich weil das den Einreisebestimmungen des Ziellandes entspricht. Blödsinn. Wir haben noch kein Land entdeckt wo dies der Fall ist. Leider bestehen trotzdem viele Airlines darauf. Maximal wollen die Grenzer einen Nachweis über die Ausreise sehen. Dafür reicht aber auch per Bus oder Fähre aus dem Land auszureisen. Günstige Tickets dafür kann man über das Internet buchen. Solche "Nachweise" werden in der Regel auch akzeptiert. Bei der Einreise in ein Land hat uns noch nie jemand nach einem Weiterreiseticket gefragt. Am besten man macht sich vorher beim Auswärtigem Amt über die jeweiligen Einreisebestimmungen kundig. Eine Kopie davon kann auch als Argumentationshilfe beim Check-In dienen.

In diesem Sinne: "Wir waren noch nicht überall - aber es steht auf unserer Liste".

Viel Spass beim Reisen (planen)

Elefantenbaby in Chitwan, Nepal

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blogged by Zenzi39 & Phoney










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