Dienstag, 3. Dezember 2013

Die Busfahrt nach Sauhara, der Ort in Chitwan von dem sich der Nationalpark am besten erkunden lässt, dauert schlappe 5,5h mit Traumblicken auf den Fluss über den einige mutige Kanu- oder Rafting Touristen nach Chitwan reisen. Am Tourist Bus Park ausserhalb des Ortes drängen sich die Hotel-Schlepper und auch wir entscheiden uns kurzerhand für einen, der uns in den Ort zur Crocodile Safari Lodge bringt. Das Zimmer ist ok und günstig (300NPR mit eigenem Bad), wir hatten nach Online Recherche mit viel mehr gerechnet, und nachdem wir davon ausgehen, dass andere Zimmer in dieser Preisklasse ähnlich sind bleiben wir gleich da. Die Lodge mit ihren vielen männlichen Betreibern, alle aus einer Familie, wie uns versichert wird, ist klein, familiär und extrem nett&lustig. Am Nachmittag gehen wir noch zum Elefantenzentrum ums Eck und bewundern um 17 Uhr den Sonnenuntergang am Fluss. Hier liegt noch ein Krokodil in der Sonne und lässt sich fotografieren.

Für den nächsten Tag buchen wir einen ganztägigen Jungle Walk in der Lodge, in der Hoffnung auf Sichtung vieler wilder Tiere, auch wenn das bei dem hohen Gras schwieriger ist als im Frühjahr wo die Sicht in die Weite über das niedrige Gras super ist; auf die übliche Elefanten- und Jeepsafari, wie sie in den vielen Packages enthalten ist, verzichten wir lieber. Genauso verzichten wir gerne auf die Kanufahrt (oder besser Einbaum) am Vormittag im Krokodil Fluss. Mir reichts schon, dass wir den Fluss in so nem Ding überqueren müssen, um in den Nationalpark zu kommen und unseren Marsch zu starten.

Die Vorfreude auf Wildnis wird etwas ins Wanken gebracht, als unser Guide Rara mit uns über das Thema Sicherheit im Park spricht. Wir zwei gehen mit ihm und seinem assistant guide, beide mit Bambusstöcken bewaffnet, durch den Dschungel in dem uns alles mögliche begegnen kann. Wir lernen, dass wir vor angreifenden Rhinos im Gras im Zickzack davonlaufen und im Wald einen Baum erklimmen müssen. Den Tiger würde Rara versuchen zu hypnotisieren während wir muns gruppieren, beim wilden Elefant ist eh alles zu spät und lediglich den Sloth Bear(?) würden wir mit den Stöcken bekämpfen. Alles klar? Na dann kann's ja losgehen.

Es zwitschert und flattert überall um uns herum und wir werden mit Vogelnamen gefüttert, an die wir uns bald nicht mehr erinnern können. Schnell stolzieren die Pfauen und wilde Hühner vor uns rum.
Der erste Exkurs ins hohe Gras verdeutlicht: im >3-4 m hohen Gras sehen wir Rhino erst, wenn wir direkt davor stehen, der folgende Zickzack-Lauf könnte im Dickicht wirklich schwierig werden. Aber denken wir nicht ans Schlimmste sondern geniessen noch die Aufregung.

Und so marschieren wir den ganzen Tag, mal durch Gras, mal im Wald, und das einzige das wir von den wilden Tieren erblicken sind deren Hinterlassenschaften, viele Sch...haufen und Spuren im Sand. Schön isses dennoch, und zwei Krokos ertappen wir auch beim Sonnenbaden. Beim Mittagessen auf einem Aussichtsturm werden wir auf den Warnschrei eines Hirsch-Tieres aufmerksam gemacht; ein sicherer Indikator, dass Tiger nicht weit weg ist. Aber ausser einem Rascheln im hohen Gras, und einem schnellen Spurt eines undefinierbaren Tieres über einen Weg sehen wir nix aufregendes (ausser all die schönen Vögel und Schmetterlinge, die noch dazu völlig harmlos sind).

Weiter geht's zur nächsten Grasfläche mit Aussichtsturm, die letzte Station des Tages. Und von hier erblickt Rara endlich ein Rhino beim Fressen. Damit das Foto besser wird schleichen wir uns wieder runter vom Turm und nah ans Rhino ran...mitten im 4 m hohen Gras! Schön, dass Rhino keine Lust auf uns hat! Später am Heimweg gibt's noch Meerkatzen, eine Bambi Herde (spotted deer), die vor uns den Weg kreuzt, und unser Tag ist gerettet. Wir vermissen weder die Begegnung mit dem Sloth Bear noch mit Tiger.

Abends kultivieren wir unseren Geist bei der Cultural Thauri Dance Show im Ort zu der die Touris aus den besseren Hotels Jeepweise angekarrt werden und deren Ansagerin für uns eines der Highlights bildet ( nebst dem Peacock Dance).

Und weil's hier so schön ist bleiben wir gleich noch einen faulen Tag hier, bevor wir uns wieder zurück nach Kathmandu zum Grand Finale Nepals machen.

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blogged by Zenzi39

1 Kommentare:

  1. Oh wow, ein Rhino! Da hatte ich in Südafrika ordentlich Respekt und gleichzeitig war ich auch am aufgeregtestem vor Freude. Weiterhin viele wunderbare kleine und große Abenteuer wünsche ich Euch, Claudia

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