Donnerstag, 29. Januar 2015



Wir hatten anfangs großen Respekt vor dem Trekking im Torres Del Paine Nationalpark vor allem, weil wir noch nie mit Zelt und Kocher gewandert sind. Außerdem liest man immer wieder – z.B. in Reiseführern – dass man einen Führer braucht, gute Wanderkarten und viel Erfahrung. Speziell auf dem O-Trek. Alles Quatsch. Sowohl der O, als auch der W (oder die Kombination aus beiden) sind einfach zu gehen, alles ist gut markiert und die Karte die man am Eingang bekommt reicht völlig. Wirklich anstrengend ist nur das Tragen der Ausrüstung, aber die wird ja mit jedem Tag leichter. Also auf zum Trekken in den Torres Del Paine Nationalpark.


Was brauche ich für den O oder W Trek?

Beim Wandern im Nationalpark wird man um zwei Dinge nicht herum kommen: Zelten und selbst Kochen. Deshalb braucht man für das Trekking folgendes:
  • Stabiles, leichtes, wasserdichtes Zelt (siehe unten)
  • Daunenschlafsack, Komfortbereich mind. 0 Grad, besser –6 Grad
  • Iso-Matten
  • Kocher & Kochgeschirr
  • Essen für die Dauer der Wanderung (Im Park gibt es zwar einige Kioskos, aber die sind teuer und die Auswahl ist beschränkt)
  • Regenkleidung, idealerweise auch Regenhosen
  • Kopfbedeckung
  • Handschuhe
  • Sonnenschutz (mind. 30, besser LSF 50)
  • und natürlich gute Wanderschuhe und –kleidung
  • Kleidung für Abends und zum Schlafen
Tipp: Nicht zu viel Kleidung einpacken. Lieber ab und an mal etwas auswaschen. Man ist ja nur unter anderen Trekkern, da kann man auch mal ein wenig müffeln, das gehört dazu.

Wo bekomme ich die Ausrüstung für das Trekking?

Egal ob man den W-Trek oder den O-Trek oder eine Kombination aus beiden macht, ohne die richtige Ausrüstung wird man keine Freude haben. Auf dem W-Trek gibt es noch an jeder Station Refugios, wo man in Dorns, gemieteten Zelten oder auch Zimmern übernachten kann. Diese sind aber – besonders in der Hauptsaison von Dezember bis März – oft ausgebucht und sehr teuer. Es empfiehlt sich deshalb mit eigenem Zelt in dem Park zu reisen.
Wer den O-Trek machen möchte, kommt ums eigene Zelt eh nicht herum, da es dort teilweise keine Refugios mit Zelt und Zimmer mehr gibt.

Natürlich ist es billiger das Zelt und die sonstige Ausrüstung vorher zu mieten. Im Park sind die Sachen unverschämt teuer. Ein Beispiel: Ein Zelt in Punta Arenas kostet 2,500 CLP pro Tag. In Puerto Natales schon bis zu 4,500 CLP p.T. und im Park dann >7,500 CLP p.T. Es lohnt sich also, die Sachen schon vorher zu mieten und dann durch den den Park zu tragen.

Fast alle Hostels in Punta Arenas und Puerto Natales vermieten Ausrüstung. Am besten einfach im Hostel fragen und ein paar Angebote vergleichen.

Bevor man mietet sollte man sich allerdings auch überlegen, ob Kaufen nicht evtl. billiger ist. Die Preise in unserem Hostel sahen zum Beispiel folgendermaßen aus:

Punta Arenas      Puerto Natales      Park Torres Del Paine
Zelt $2,500.00 $4,500.00 $7,500.00
Schlafsack $2,000.00 $2,000.00 $5,000.00
Kocher $1,000.00 $2,000.00 NA
Iso-Matte $1,000.00 $2,000.00 $3,000.00
RegenhosenŸ $1,000.00 $2,000.00 NA
Kochgeschirr $0.00 $0.00 NA


Wir haben Iso-Matten und Kocher im Punta Arenas gekauft, da sich das bei einer angenommenen Nutzungs-Dauer von 10 Tagen (Torres Del Paine und evtl. noch Fitz Roy) schon rechnete. Definitiv gibt es einen klaren Preisanstieg Punta Arenas über Puerto Natales bis hin zum Park. In PA gibt es auch eine Zollfreie Einkaufsmöglichkeit, die Zona Franca, wo es z.B. Iso-Matten für $10,000 CLP, Gas Kartuschen für CLP 3,000.00 und Kocher für CLP 17,000 gibt.

Auf was sollte man beim Zelt achten?

Die meisten werden wie wir ohne eigenes Zelt anreisen und vor Ort eines leihen (oder kaufen). Beim Zelt sollte man drauf achten, dass es nicht zu schwer ist! Desweiteren sollte es sauber sein und ausreichend Heringe und Abspannseile dabei haben. Das Gestänge sollte einigermaßen gerade und aus Aluminium sein, die Ösen für das Gestänge sind idealerweise nicht aus Plastik. Eine Apsis hilft, bei Regen den Rucksack trocken zu halten, und ein gutes Zelt besteht immer aus Innen- und Aussen-Zelt. Am Einfachsten sind Kuppelzelte, die notfalls auch ohne Abspannung stehen. Tunnelzelte können sehr schwierig beim Aufbau sein, wenn der strenge patagonische Wind bläst.

Wir haben uns entschieden ein Zelt zu leihen. In Punta Arenas in unserem Hostel (Hostel Independencia) kostete das nur 2,500 CLP pro Tag. Ein gutes Zelt zu kaufen kostet ab ca. 60,000 CLP. Da kann man schon ein paar Tage trekken gehen bis sich der Kauf lohnt. Unser Marmot EarLyIGHT hat sich gut bewährt und die knapp 3kg Gewicht waren gerade noch so zu verkraften.

Essen – was packt man ein für 8-9 Tage Trekking?

Gewicht ist das entscheidende, denn man muss alles tragen. Also keine Speisen mit viel Wasser, Öl, etc. sondern eher trockene Sachen. Wir haben für das Frühstück Haferflocken geplant, mittags Cracker, Kekse, Nüssen und Schokolade und abends Nudeln oder Reis mit Linsen und Päckchensuppe. Pro Tag haben wir ca. folgende Mengen verbraucht:

Frühstück Pro Person & Tag
Haferflocken 75g
Rosinen 25g
Mittag Pro Person & Tag
Cracker 50g
Nüsse 50g
Abend Pro Person & Tag
Nudeln 150g
oder Reis & Linsen 150g
Sonstiges pro Tag
Fertigsuppe 1x
Schokolade 50g
 
Da man im Park nur an den Campingplätzen kochen darf, gibt es nur morgens und abends etwas Warmes, mittags reicht ein kleiner Snack. Das ist auch besser für den Körper, da Nahrung im ausgeruhten Zustand besser verarbeitet werden kann.

Damit das Essen auch etwas Würze bekommt darf Salz, Zucker, evtl. Pfeffer, etwas Knoblauch und Brühwürfel mit dabei sein. Unsere geheime Zutat ist Cuminpulver, das gibt allem eine indischen Touch.

Tipp: Nudeln direkt in einer Tütensuppe kochen, das spart Zeit und Energie.

Kocher & Geschirr

Zum Kochen empfiehlt sich ein Gaskocher. Diese sind leicht und die Gaskartuschen bekommt man überall. Wir haben in 9 Tagen zu zweit und mit zwei warmen Mahlzeiten pro Tag (inkl. ca. 0.75l Tee- und Kaffeewasser) nicht ganz eine große Gaskartusche (450g) verbraucht. Die hätte sicher auch noch am 10. Tag gereicht. Notfalls kann man die Kartuschen natürlich auch an einigen der Campingplätze kaufen, aber natürlich deutlich teuer als in Punta Arenas, wo eine große Gaskartusche ca. 3,000 CLP, eine kleine 2,000 CLP kostet (in der Zona Franca).

Tipp: Am Campingplatz Paine Grande gibt es eine Sammlung zurück gelassener, halb voller Gaskartuschen in der Küche. Dort kann man sich bedienen.

Als Kochgeschirr hat uns ein Topf mit Deckel genügt. Aus dem wurde dann auch gegessen. Zwei Löffel, zwei Gabeln und ein Taschenmesser, mehr braucht es nicht.

Was gehört in den Rucksack?

Neben Zelt, Schlafsack und Isomatte, Wandersachen gibt es ein paar Kleinigkeiten, die das Trekken und Zelten angenehmer machen:
  • Taschenmesser
  • Schmerztabletten, am besten IBUPROFEN für verspannte Muskeln
  • Kleines Erste Hilfe Set (inkl. Desinfektionsmittel (Jod) für offene Wunden)
  • (Blasen)Pflaster
  • Ausreichend Feuerzeug / Streichhölzer
  • Stirnlampe
  • Camping Handtuch & kleines Handtuch für Hände
  • Klopapier
  • Seife

Übersicht und Kosten der Campingplätze

Unterwegs gilt es auf den ausgewiesenen Campingplätzen zu übernachten. Leider gibt es dabei große
Unterscheide, was Preis und Leistung anbelangt. In Torres del Paine kann man im Grunde drei Klassen von Camping Plätzen unterscheiden:
  • Kostenlose, von Park Rangers geführte mit minimalen Standards (nur WC)
  • Verpachtete Plätze im National Park mit guten Preisen und guten Standards
  • Plätze auf Privatgrund mit überhöhten Preisen
Leider kann man sich die Plätze nicht wirklich aussuchen, die Route gibt vor, wo man übernachten wird. Es gibt in der Regel keine Alternative, insbesondere, nachdem in den letzten Jahren einige kostenlose Plätze geschlossen wurden (Britanico, Japonés, u.a.). Hier eine Übersicht über die aktuellen offenen Plätze und Preise:



Camping Platz         Preis (CLP) pP            Service
Hosteria Torres $8,500.00 WC, Dusche, Kiosk
Chileno $8,500.00 WC, Dusche
Torres (Base de) $0.00 WC
Serano $8,500.00 WC, Dusche (heiss)
Refugio Dickson $4,300.00 WC, Dusche (heiss), Kiosk
Perro $4,300.00 WC, Dusche (kalt)
Paso $0.00 WC
Refugio Grey $4,300.00 WC, Dusche (kalt, von 19-21 Uhr warm), Kiosk
Refugio Paine Grande $4,300.00 WC, Dusche (kalt, morgens und abends warm)
Italiano $0.00 WC
Refugio Cuerno $8,500.00 WC, Dusche (heiss), Kiosk

Und sonst?

Wer auf sein Handy nicht verzichten kann, nimmt besser eine Power Bank mit. Wir haben nur bei Paine Grande eine Steckdose gefunden die Strom geliefert hat. Auf dem O-Trek gibt es keinen Strom, ausser vom Generator, der in der Regel nur für wenige Stunden nach Sonnenuntergang angeworfen wird. Alternativ bieten sich auch Solarzellen an, oder einfach mal Internet-De-Tox machen.

Natürlich auch die Akkus der Kameras gut aufladen und am besten Reserve Akkus einpacken.

Eine Beschreibung unserer Tour durch den Torres del Paine National Park (insgesamt 9 Tage) findet ihr hier.

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blogged by Phoney


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4 Kommentare:

  1. Bei der Vorbreitung meines Patagonien-Trips, der in ein paar Wochen starten wird, bin ich heute auf Eueren Blog gestossen. Toll geschrieben und wirklich viele supernützliche Tipps. Vielen Dank, dass ihr Eure Erfarungen hier teilt und weiter so! :) Liebe Grüße, David

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    1. Hallo David, danke für deinen Kommentar. Freut uns immer wenn gelobt werden :)

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  2. Hey ihr zwei, echt coole Tipps, danke schön! Ich möchte mit einem Freund die gleiche Route mitte November machen. Lese überall von den Reservierungen, können wir diese echt ignorieren wie Ihr das geschrieben habt? Nur die für die gratis Campingplätze oder sind auch die zu bezahlenden ohne Reservierung möglich? ...Habe mich heute mal ein wenig auf den Portalen umgesehen, wir hätten anscheinend keine Chance mehr diese Tour zu absolvieren da die Campingplätze an den meisten Daten ausgebucht sind. ...Wäre echt froh um einen Tipp zu diesem Thema, von Leuten, die da bereits vor Ort waren. Vielen Dank!

    Gruss, Marco

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    1. Hallo Marco - Danke für deinen Kommentar.

      Also wir haben damals nichts reserviert. Die Campaignplätze am W Trail sind auch recht voll, weil da einfach mehr gehen. Wir haben uns damals etwas darauf verlassen, das Dich wenn Du da abends ankommst kaum einer wegschicken kann - so wie bei uns auf den DAV Hütten - da solltest Du auch reservieren, aber wegschicken tut dich keiner.

      Allerdings mag es sein, das es in der Zwischenzeit (ist ja bald 3 Jahre her) anders ist, mit Sicherheit ist es voller (wie alles). Mein Tipp wäre nochmal vor Ort zu fragen und ggf. zumindest den ersten Platz und die rund um den W-Trail zu reservieren, da es dort echt eng wird.

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