Donnerstag, 12. Februar 2015


Oh ja, die Fahrt hierher ist nicht sonderlich toll...wir haben inzwischen gemerkt, dass Patagonien, ausser den Nationalparks, wenig abwechslungsreich ist. Darum ist die 12stündige Fahrt nach Rio Gallegos auch genauso öde wie andere Busfahrten hier unten. Für Abwechslung sorgt natürlich immer wieder der Grenzübergang (Argentinien-Chile, mit Obst- und Drogenhund im Bus und 5 Stunden später wieder Chile-Argentinien; das gibt viele Stempel im Pass)....und diese Abwechslung heißen wir nicht willkommen, sondern fragen uns, warum es hier kein Sonderabkommen gibt, oder so 'ne Art Transitstrecke oder so....aber mei, dafür müssten sich die Nationen wohl verstehen, und wir wir von unserem Tramperpapa in Ushuaia gelernt haben, mag man sich hier nicht....Immerhin sehen wir bei der Fährfahrt über die Magallan-Strasse ein paar der berühmten Skunk Delfine (weil die so lustig schwarz-weiss sind), die eine Weile am Boot entlangschwimmen. Im unspektakulären Rio Gallegos legen wir einen Übernachtungsstopp ein; von hier geht es morgens weiter nach Calafate, wo wir nach schlappen 3 Stunden Aufenthalt schon weiter nach El Chalten fahren können; um 19 Uhr am Samstag Abend sind wir also nach 2 Tagen Busfahrt endlich am Ziel in El Chalten.
 
El Chalten ist ein kleines Bergdorf, das gar nicht so aussieht....die Gegend bis kurz vorher ist nämlich eine Ebene, lediglich links und rechts von El Chalten geht es bergig in die Höhe und der berühmteste der Berge, der Fitz Roy, ist schon bald zu sehen. Hier wollen wir wieder ein paar Tage Trekken; zu den Basislagern des Fitz Roy soll es gehen, so steht's im Rother Wanderführer geschrieben. Also lassen wir uns erst mal von den Verleihpreisen schocken (wir dachten ja mal, dass Chile teurer sei, als Argentinien....ganz falsch) und leihen ein Zelt zum mehr als doppelten Preis als beim letzten Trek. Zum Glück haben wir uns noch in Calafate im Supermarkt mit Nahrungsmitteln eingedeckt, hier ist die Auswahl recht mau und selbstredend viel teurer. So ausgerüstet können wir schon am Sonntag Nachmittag starten; unser erstes Ziel ist die Laguna Torre. Hier sind wir nach knapp 3 Stunden, bauen unser Zeltlein auf und geniessen die Sonne. Den Ausblick zum Gletscher und zu den Torres trüben später dichte Wolken. Das macht nix, Constantin kann ja zum Sonnenaufgang wieder am See stehen, um das Traumpanorama ohne Wölklein am Himmel zu fotografieren. Im Schatten merken wir aber schon abends, wie empfindlich kalt es hier nachts sein wird, definitiv kälter als im Torres del Paine NP....also früh ins Zelt und schön einmummeln.
 
Constantin steht tatsächlich brav auf, die Sonne scheint und wir sind bald gewappnet für die 2. Etappe, die wieder nur knapp 3 Stunden dauern wird. Bei Ankunft am nächsten Campingplatz (Poincenot) ist die Sonne allerdings schon wieder verschwunden und ein kaltes Lüftlein weht. Nix für uns; nach einem warmen Süpplein wollen wir uns schon zur Siesta ins Zelt verkriechen, als die Sonne doch noch ein Erbarmen hat und nochmal rauskommt....aah so ist's fein.
 
Wir steigen in der Nachmittags-Sonne zur Laguna de los Tres auf, die direkt unterhalb des Fitz Roy liegt. Der ist heute meistens auch nur teilweise von Wolken bedeckt und darum sehr beschaulich. Diese Nacht wird's schon arg stürmisch und entsprechend kälter. Morgens frieren uns beim Blick auf den wolkenfreien Fitz Roy (wir haben uns den nochmaligen Aufstieg erspart, der Blick vom Campingplatz ist auch super) wie schon am Vortag fast die Finger ab. Die weitere Strecke zur Hosteria El Pilar ist nochmal recht schön, mit tollen Blicken zum Gletscher Piedras Blancas, aber bei Ankunft an der Hosteria ist nix mehr von Sonne zu sehen, nur noch starker kalter Wind zu spüren und die Entscheidung fällt: Wir trampen von hier aus zurück nach El Chalten anstatt in 3 Stunden zum letzten Campingplatz zu einer weiteren kalten Nacht zu wandern. Das schönste haben wir eh schon gesehen, bestätigt uns auch unser späterer Fahrer.

Und weil es von hier am Mittwoch keinen Bus nach Bariloche, unsere nächste Station, gibt, fahren wir am gleichen Tag (Dienstag) spätabends um 23 Uhr gleich weiter. Den Nachmittag hängen wir im Hostel ab, wo wir netterweise auch noch duschen dürfen. Erst sitzen wir noch in der Sonne, dann in der Sonne mit dem vom Wind aus den Bergen herwehenden Regen, spüäter regnet es auch hier - ja, wir bereuen unsere Entscheidung nicht, jetzt hier und nicht mehr in der Wildnis zu sein. Diese Nacht wird bestimmt noch viel Kälter....Eine weitere, diesmal 24stündige Busfahrt liegt vor uns, das letzte Stück (bei Tag) soll landschaftlich sehr reizvoll sein, entlang der berühmten Route 40. Wir sind gespannt. 

Sonnenaufgang an der Laguna de Torres

Fitz Roy in Wolken

Am ersten Tag schien noch die Sonne

Wasser gibts direkt aus dem Gletscherbach

Immer wieder Gletscher

Dieser hier hat richtig gehend posiert 

___________________
blogged by Zenzi39


Gefällt Dir unser Blog? Dann teile ihn mit Freunden und folge uns

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen