Samstag, 6. Dezember 2014

Wanderung zur Laguna 69 - ohne Tour, auf eigene Faust


Neben dem Santa Cruz Trek ist die Wanderung zur Laguna 69 wohl die bekannteste Tour in der Cordillera Blanca. Jeder Touranbieter hat den Ausflug im Programm und in unserem Hostal in Huraz klingelt jeden Morgen punkt 5:30 der Laguna 69 Bus, um die Teilnehmer abzuholen.

Wir wollen die Tour aber von Caraz aus machen und dort findet sich - obwohl es viel näher ist als von Huraz - kein Touranbieter. Egal, ohne Tour ist das ganze eh viel schöner, weil man selbst bestimmt wie viel Zeit man wo verbringen will.

Vor Caraz nehmen wir drei (Florence ist wieder mit dabei) ein frühes (6:20 Uhr) Collectivo nach Yungay. Dort warten auch schon wahlweise Taxis und Collectivos, die zum National Park in dem die Lagune liegt fahren. Eine Fahrt im Collectivo kostet pro Person einfach S./15, das Taxi, inkl. ausreichend Wartezeit und Rückfahrt S./120. Wir entscheiden uns für das Taxi, weil es am Ende nur 10 Soles pP mehr kostet als mit dem Collectivo. Dafür fahren wir sofort ab und sind komfortabler und schneller unterwegs. Ein weiterer Nachteil der Collectivos ist, dass sie nur bis ca. 15 Uhr zurück fahren. Wenn man Pech hat steht man nach getaner Wanderung an der Strasse und kein Collectivo ist da um einen zurück nach Yungay zu bringen.

Die Fahrt bis zum Ausgangspunkt des Treks dauert knapp 1,5h, immer stetig in Serpentinen die ungepflasterte Strasse hoch. Beim Büro der Parkranger kaufen wir unsere Nationalpark-Tickets (S./10).

Der Trek startet mit einem kurzen Abstieg in ein ausgedehntes Tal in dem das Wasser aus der Lagune für reichlich Weidegrund für jede Menge Kühe sorgt, die einem dann auch bis kurz vor der Lagune überall begegnen. Die Kühe scheinen auch lieber auf dem guten Wanderweg zu gehen, als durch die Pampa.

Nach ca. 3km kommt dann der erste Anstieg Richtung Lagune, die auf knapp 4.600m liegt. Insgesamt gilt es rund 730 Höhenmeter zu bewältigen. Die Aufstiege sind aber einfach und gemächlich. Ohne die dünne Luft hier oben wäre es ein Voralpen Spaziergang.

Das wir nicht in den Alpen sind merkt man außer am schweren Atem (vor allem Florence, die noch nicht akklimatisiert ist und auch noch nicht auf dieser Höhe wandern war) auch an den 6tausender Gipfeln die immer mal wieder durch die Wolken blitzen: Schneebedeckt und eingerahmt von Gletschern steigen sie fast senkrecht hinter der Lagune auf, die wir nach gemütlichen drei Stunden Gehzeit erreichen (ist aber auch in 2.5 h gut machbar, wenn man gut akklimatisiert ist).

Wir genießen für einige Zeit den Blick auf die Gipfel, das kaltblaue Wasser der Lagune und die sich ständig ändernde Aussicht, verursacht durch die vorbeiziehenden Wolken. Hier oben ist es recht frisch und beim Vesper haben wir alle Lagen an, die wir dabei haben.

Wir machen uns auf den Rückweg, als die ersten Tour-Touristen (wahrscheinlich aus Huaraz) ankommen. Der Rückweg geht schnell, schon nach knapp 2 Stunden sind wir wieder an der Strasse auf der unser Taxifahrer auf uns wartet. Es ist jetzt 14.30 Uhr, und das wahrscheinlich letzte Collectivo des Tages fährt just dann an uns vorbei.

Wir denken, die Tour mit dem Collectivo zu machen ist eine unsichere Art, besonders wenn man nicht alleine unterwegs ist; für uns wäre es sehr knapp geworden und wir hätten sicher nicht so viel Zeit an der Lagune verbracht. Nachdem das Collectivo auch randvoll war, ist fraglich, ob wir mit dem überhaupt zurückgekommen wären. 



Y







Route 2,860,914 - powered by www.wandermap.net
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Mittwoch, 3. Dezember 2014

Wanderung von Caraz nach Yungay


Neben Huaraz bietet sich Caraz als Ausgangspunkt für tolle Wanderungen an. Trotzdem ist in Caraz weit weniger los, als in Huaraz. Das Städtchen selbst hat aber auch was zu bieten (ausser Wanderungen), nämlich die einzige nicht von Erdbeben zerstörte historische Altstadt in der Gegend.

In Caraz treffen wir Florence mit der wir uns spontan für die Wanderung nach Yungay verabreden. Das verspricht laut Touristeninfo eine schöne Wanderung zu sein, bei der man in 5h von Caraz nach Yungay geht, immer am Höhenzug entlang und durch die kleinen Pueblos (Dörfer).

Wir sind schon etwas überrascht, als uns Florence verkündet, das laut ihrer Information die Wanderung 8-10h dauert und auf über 3.800m geht. So hoch sehen die Hügel doch gar nicht aus. Wir können es dann auch kaum glauben, als wir mitten in Maisfelder stehen, die Sonne die Temperaturen auf über 25 Grad schraubt und der Höhenmesser trotzdem über 3.000m anzeigt. Das ist höher als die Zugspitze und da wächst nix mehr.

Tatsächlich sind wir am Ende gute 7h gewandert, als wir in Yungay in das Collectivo einsteigen, das uns zurück nach Caraz bringt. Die letzten zwei Stunden sind nicht mehr so interessant, es geht auf einer Fahrstrasse (unbefestigt) kontinuierlich bergab. Leider sind die Collectivos, die die Dörfer mit Yungay verbinden und uns immer wieder überholen alle voll, so dass wir auch die letzten Meter zu Fuß zurücklegen.

Unser Tipp für Nachahmer lautet deshalb: Früh morgens mit dem Bus von Caraz nach Yungay fahren und dort mit dem Collectivo hochfahren. Oben angekommen kann man dann schön eine Höhenwanderung zurück nach Caraz machen. Dann dauert das ganze auch nur 5h.




Route 2,859,125 - powered by www.wandermap.net

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Trekking in der Cordillera Blanca - oder doch nur Wandern?


Trekking in der Cordillera Blanca, und damit meine ich eine Mehrtagestour, ist der Traum vieler Wanderbegeisterter.

Inzwischen hat sich in der Backpackerwelt das Wort 'trekking' ja als Überbegriff für alles etabliert, was mit Wandern zu tun hat. Auch ein 2 stündiger Spaziergang, den so mancher evtl. schon als Wanderung bezeichnen würde, kann schon mit dem Begriff 'Trekking' aufgepeppt werden. Darum gilt um so mehr: genau aufpassen, was hinter einem Trek steckt! Das altmodische Wort 'hiking', das ich noch als 'wandern' kenne, scheint aus irgendeinem Grund ausgestorben zu sein; wahrscheinlich ist das einfach nicht cool genug.

Aber zurück zum Trekking in der Cordillera Blanca. Es gibt hier den Santa Cruz Trek, der nach dem Machu Picchu Inca Trail der meistbegangene Trek in Peru ist. Es ist immer wieder erstaunlich, zu welchen Schandtaten der gemeine Urlauber und besonders der unbesonnene Backpacker bereit ist, um eine aufregende Reise zu haben; Leute, die sicherlich daheim nie auch nur an Wandern denken, geschweige denn an Mehrtageswanderungen, quälen sich hier auf einmal in Höhen von 4000 - 5000m.

Wir als die Wandervögel schlechthin haben uns natürlich auch vorgenommen, in der Cordillera Blanca eine Mehrtageswanderung zu machen; es gibt viel mehr zu begehen als den Santa Cruz Trek. Allerdings sind die Aussichten dann doch nicht vielversprechend genug, als dass wir uns dazu durchringen können. Zum einen wird hier immer wieder betont, dass wir uns in der Regenzeit befinden und der Regen jederzeit einsetzen kann (bisher hat es allerdings viel zu wenig geregnet). Zum anderen stimmt uns der nachmittägliche Blick zu den wolkenverhangen grauen Gipfeln um uns herum nachdenklich. Zu guter Letzt müssen wir natürlich zugeben, dass wir im tiefsten Inneren Memmen sind ... aber harte.

Es stand noch nie auf unserem Wunschzettel, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt auf knapp 4000m zu zelten; das ganze womöglich noch bei Niederschlag, der ganz schnell weiss werden kann, und mit fraglicher Ausrüstung. Es gibt ausreichend Berichte im Internet von durchwachten und durchfrorenen Nächten entlang des Treks in nicht wasserdichten Zelten und in nicht ausreichend wärmenden Schlafsäcken, alles Leihware versteht sich. Und dafür auch noch Geld bezahlen? Nein danke.

Dann belassen wir es lieber bei zwei weiteren schönen Tageswanderungen, die wir von unserer nächsten Station in der Cordillera Blanca starten, der niedlichen Stadt Caraz (2290m). Uns schliesst sich noch eine Französin, Florence, an, die auch mal gerne in Gesellschaft wandert.

Und so wandern wir an einem Tag von Caraz nach Yungay, eine schöne Strecke, die uns bis auf  3500m führt. Wir sind allerdings keine 5h unterwegs, wie in der Touristeninformation angekündigt, sondern 8 anstrengende und heiße Stunden (bis auf die Pausen).

Anderntags chartern wir ab Yungay ein Taxi, um uns zum Augangspunkt der Wanderung zur wunderschön gelegenen Laguna 69 (4600m) zu bringen.

Phoney beschreibt die Wanderungen in eigenen Posts für die Interessierten unter euch:



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Aktuelles

Schwedens Schätze und Stürme: Ein Tag in Mora und Karlstadt

Ein neuer Tag in Schweden begrüßt uns, und nach einem herzhaften Frühstück in unserem gemütlichen Bed and Breakfast in Mora sind wir bereit ...