Jetzt wird's nass


Frohgemut brechen wir in Bukarest bei gewohnt strahlendem Himmel gegen Westen auf. Wir wollen schliesslich das hübsche Durchbruchstal der Donau an der Grenze zu Serbien, Eisernes Tor genannt, erkunden, bevor wir uns über Timisoara und Oradea Richtung Ungarn/Slowakei von Rumänien verabschieden.

In Valcea campen wir endlich mal wieder und packen trotz nächtlichen Regens morgens ein trockenes Zelt ein. Hier jedoch erfahren wir schon von den heftigen Regenfällen im Westen des Landes mit den Überflutungen und Erdrutschen. Unbeirrt fahren wir weiter Richtung Tagesziel Orsova, von wo aus die hübsche DN57 entlang des hier sehr schönen Donautales führt.

Wir schaffen es bis kurz vor Orsova; in Baile Herculane mieten wir uns durchgenässt in die erstbeste Pension ein und bleiben erst mal 2 Nächte. Warum hier schon die Römer kurten können wir angesichts der hübschen bergigen Landschaft drumherum noch erahnen. Warum der arg verfallene Ort mit den verfallenden, den Blick belästigenden Hochhaushotels auch heute noch vielfach ausgelobt wird, ist uns ein Rätsel. Vielleicht haben wir das wahre Herz des Kurortes nicht gefunden?

Wir sehen Hochwasser in den Nachrichten, recherchieren, dass das auch entlang der geplanten Route ist/war, und dass wohl die DN57 ab Svinita gesperrt ist. Der Pensions-Manager ruft am Morgen der Abfahrt nochmal einen Kumpel an, der meint, mit dem Motorrad müsste man durchkommen. Nun ja.

Wir fahren nach Orsova, wo sichtbar Hochwasser war und die Aufräumarbeiten im Gange sind. Entlang der DN57 kommen wir immer wieder an Aufräumarbeiten nach Hochwasser oder Erdrutschen vorbei, bis wir in Svinita vor dem Durchfahrt verboten Schild stehen. Die Strecke hierher ist wirklich sehr schön, immer den Blick ins Flusstal und nach Serbien kurven wir mal auf Asphalt, mal auf Schotter dahin. Wir entscheiden uns nach dem bisher gesehenen gegen eine Weiterfahrt und drehen um. Wir haben keine Lust, uns durch Schotter, Schlamm und an großen Baustellengefährten vorbeizumogeln; sowas haben wir schon zu genügen in der Türkei und Georgien hinter uns gebracht.

Also umdrehen und durchs Hinterland Richtung Timisoara fahren. Diese Strecke (von Orsova auf die 57B und dann auf die 58) ist auch traumhaft schön, hügelig, kurvig, ganz so wie es uns gefällt. Heute schaffen wir es nicht ganz bis Timisoara und übernachten in der unspektakulären Stadt Resita. Hier finden wir die wohl einzige Unterkunft, die nicht Best Western heißt, eine Pension über einem CarWash. Immerhin können wir die Motorräder erstmalig in einer Garage abstellen und der Weg zu Lidl und zur Innenstadt mit den Restaurants ist gut zu Fuß machbar. Kurios ist, dass in der einen Strasse, in der die Restaurants sind (vielleicht gibt es noch mehr, aber wir sind hier geblieben) tatsächlich 5 der 6 Restaurants Pizzerien sind. Die Rumänen sind irgendwie Pizza süchtig, dem ich ja im Prinzip gar nicht widersprechen möchte. Und auch hier schmeckt die Pizza gut.

Der Dacien König Decebal (ohne Helm)

Legen, legen, legen .....

DN58: Fels, Wald, Kurven = Toll

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blogged by Zenzi39

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