Zurück in die Kälte - nach Ninh Binh und gleich weiter nach Hanoi

Nachdem es am letzten Tag in Huè wieder regelrecht warm geworden ist gehen wir davon aus, dass das kalte Wetter, das bis dato über Nordvietnam hing, am Abziehen ist. Die Wettervorhersage ist wie damals in Norwegen: jeden Tag wird uns ab morgen wärmeres Wetter versprochen. Die Leute, die aus Hanoi oder Halong kommen berichten von Kälte und Nässe...gut dass wir erst jetzt in die Richtung fahren.

Ich setze mich zuversichtlich mit kurzer Hose und Sandalen in den Zug nach Ninh Binh (93 km südlich von Hanoi), ziehe mir aber wegen der Klimaanlage schnell meinen allzeit griffbereiten Fleece und die Wollsocken an. So lass ich mich schnell wieder in den Schlaf rütteln, es ist ja erst 5 Uhr früh.

Gegen 8 wache ich auf weil der Frühstücksdienst durchkommt, um die hungrige Meute mit Reissuppe zu füttern (nicht wenige sitzen ja schon seit Saigon in diesem Zug!); Constantin schmeckt's. Ansonsten lässt die Versorgung mit Leckereien sehr zu wünschen übrig. Die fliegenden Essens-Verkäufer, die in Thailands Zügen ständig ein- und aussteigen gibt es hier nicht. Das ist irgendwie auch verständlich, weil dies ja kein Bummelzug ist, der alle 10 km anhält. Verhungern muss dennoch niemand, ab und an kommt der Essensservice mit seinem immer neu befüllten Wagen vorbei; notfalls könnte man sicher in den ' Speisewagen' gehen. Wir haben uns vorab natürlich mit Obst (Sternäpfel / Milky Fruit und Mangostines) sowie einige süße Stückchen eingedeckt, yamm.

Nach knapp der Hälfte der Strecke gebe ich die Hoffnung auf, heute noch Sonne zu sehen. Die Wolken werden immer dichter, der Blick über die Reisfelder immer nebliger und irgenwann regnet und stürmt es auch. Gegen 17 Uhr verlassen wir den Zug, um im nasskalten Ninh Binh ein Hotel zu suchen. Wir sehen dort die zurückkehrenden Touristen, die mit dünnen Regencapes bekleidet nass von den Scootern steigen und überlegen schon jetzt, dass wir auf sowas keine Lust haben.

Nach langer Zeit kommen hier wieder mal Icebreaker und Softshell Jacke zum Einsatz; wir suchen in der trostlosen Stadt was zu Essen, wo wir drinnen sitzen können, was gar nicht so einfach ist.

Morgens hat es zwar aufgehört zu regnen, der Wind ist aber immer noch extrem unangenehm und das Thermometer klettert heute bestimmt nicht über 13 Grad, mit weiterhin starkem Schauerrisiko. Beim Nudelsuppenfrühstück an der Strasse entscheiden wir uns fröstelnd, auf die Fahrt (mit Rad oder Moto) ins nahe Tam Coc zu verzichten, um dort 2 h mit dem Ruderboot frierend durch die Höhlen zu fahren und die tolle Landschaft schlotternd zu bestaunen. Tam Coc mit Umgebung wird auch Halong-Bucht ohne Bucht, dafür in den Reisfeldern genannt, mit hübschen Kalksteinbergen und entsprechend vielen Höhlen.

Wir bewundern lieber die Fotos in der Hotellobby und im Internet, und erinnern uns an Guilin, China, womit die Landschaft hier gerne verglichen wird. Zwar soll es am morgigen Donnerstag etwas sonniger werden, und damit gleich ein paar Grad wärmer, aber ab Freitag wieder regnerisch. In dieser Trostlosigkeit wollen wir nicht auf den einen sonnigen Donnerstag hoffen, der dann evtl. doch nicht kommt, und fahren lieber gleich nach Hanoi weiter.

Wir denken, dass wir das schlechte nasskalte Wetter, das laut jetziger Vorhersage bis Sonntag vorhalten soll, eher in der Großstadt aussitzen können, wo wir uns die Zeit mit Kunst, Kultur und Kneipen (oder besser KneipenKultur?) vertreiben können. Vielleicht ist ja auch mal ein Tag in einem Day Spa drin? Ich frag gleich mal meinen Finanzmeister!


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blogged by Zenzi39

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