Bia Hoi in Hanoi oder wie umgehe ich die Sperrstunde


Unsere Zugfahrt nach Hanoi startet gleich mal mit einer ordentlichen Verspätung von zwei Stunden. Irgendwie haben wir das Gefühl, das die Einheimischen einen Online oder SMS Service haben, der Sie über die aktuelle Abfahrtszeit informiert, da wir und ein paar andere Falangs die einzigen sind die die ganze Zeit frierend warten (Vielleicht hätten wir doch nach Tam Coc und Boot fahren können? Aber das wäre bestimmt noch kälter gewesen!). Die meisten vietnamesischen Fahrgäste kommen erst einige Zeit vor der tatsächlichen Abfahrt.

Schon die Einfahrt nach Hanoi zeigt uns das wir es hier mit einem anderen Kaliber von Stadt zu tun haben: Unmengen von Mopeds bevölkern die breiten Strassen. An den Bahnübergängen die wir passieren stehen auf 10m Moped an Moped an Moped.

Zu unserem Hostel wollen wir ein Taxi nehmen, die knapp 3km sind uns dann doch zu weit zu gehen. Obwohl wir jetzt nach über 3 Monaten eigentlich erfahrene Reisende sein sollen, fallen wir gleich auf den ersten Taxifahrer herein, der uns "Meter Taxi, Meter Taxi" zuruft. Zum Glück stehen die Fahrpreise am Taxi aussen dran und wir können uns schnell ausrechnen, das die Fahrt zwischen 30 und maximal 40.000 Dong kosten dürfte. Wir merken aber schnell das der Meter wohl in einer anderen Einheit als KM geeicht ist, so schnell wie das Ding die Dongs hochzählt. Ein paar hundert Meter vor unserer Unterkunft, steigen wir deshalb aus, schnappen unser Gepäck und erklären dem Fahrer das sein Meter falsch geht und wir die inzwischen über 60.000 aufgelaufenden Dong nicht bezahlen werden. Da wird er natürlich etwas ausfällig, aber die 40K die wir ihm hinhalten nimmt er dann ohne Diskussion und verschwindet schnell. Mist, doch wieder über's Ohr gehauen worden, aber immerhin noch Schadensminimierung betrieben!


Unser Hotel stellt sich als schnuckeliger Familienbetrieb (wie so viele) mitten im Old Quarter von Hanoi heraus. Der Opa (der eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Onkel Ho aufweist) hat quasi 24h Bereitschaft, spricht kein Wort Englisch, gibt uns aber gleich unsere Schlüssel zu unserem kleinen Zimmer mit Balkon und funktioneller Nasszelle.

Abends machen wir gleich mal Bekanntschaft mit Bia Hoi - Faßbier. Das wird hier an jeder Ecke für 5-9.000 Dong ausgeschenkt, schmeckt um Klassen besser als in Saigon und passt hervorragend zum leckeren Essen (Büffel in Pfefferblätter, Gemüse und Reis). Hanoi wird mir immer sympathischer.

Zum Ausklang machen wir noch das Backpacker Viertel mit seinen zig Kneipen und Bars unsicher. Irgendwie ist es hier ganz anders, viel toller als die bisherigen einschlägigen Strassen. Wir treffen Australische Kolumbianer und Schotten die ein paar gute Tipps für uns haben und machen mit der strengen Sperrstunde Bekanntschaft: Kurz vor zwölf werden die Tische reingeräumt und die Türen und Rolläden geschlossen. Aber dahinter geht es dann teilweise lustig weiter. Und wer um zwölf noch kein Plätzchen gefunden hat (so wie wir, die wir aus unserer Kneipe rausgeschmissen wurde, weil es hier wohl nicht weiter geht) dem flüstert auf der Strasse jemand den Namen eines Clubs zu und nach einem  Nicken folgt man durch Hintergassen, steile Treppen zum Hintereingang der Bar.

Raus geht es übrigens genauso: Unsere Kellnerin hat ein WalkieTalkie mit dem die Schlepper draußen die Gäste ankündigen und umgekehrt, sagt die Kellnerin Bescheid wenn jemand gehen möchte und am Hinterausgang wartet dann schon die 'Eskorte' zur Strasse.

Und dort sitzt die Polizei und kriegt von all dem nichts mit ... HAHA.

Bia Hoi und ....
Onkel Ho an jeder Ecke


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blogged by Zenzi39

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