In (Olomouc) Ollmütz steppt wohl der Bär...


... aber das ohne uns. Irgendwas muss los sein, am Donnerstag, denn tatsächlich sind quasi alle Hotels in Olomouc ausgebucht sind. Wir fahren erstmal nicht dorthin sondern nach Dolni Moravice ins 'Steak House'. Ein Gasthaus-Konzept der anderen Art mit Fremdenzimmern mitten in Mähren. Aber mei, warum auch nicht; die Idee typisch tschechische Küche aufzutischen hatten schon viele vorher. Ein Steak House gibt es in der Gegend nicht so häufig. Von hier aus machen wir meinen 'Heimatbesuch' in Moskelle.

Aber am Freitag geht es dann endlich nach Olomouc. Wir schleichen mal wieder durch hübsche Altstadtgassen und sind Abends in richtiger Party-Stimmung. Aber trotz gutem Start in einem Brauereigasthof und vorheriger Recherche nach der Rockbar No 1 des Ortes, kann uns das 'Paterlord' nicht ganz überzeugen. Es ist uns auch auf dem Heimweg ein Rätsel wo all die Menschen sind, die die Hotels besetzt halten. Auf gar keinen Fall in der Innenstadt.

Aber jetzt sind wir mal wieder ehrlich: wenn am Freitag Abend so manch Tourist durch die Kaufinger Strasse in München schleicht könnte er ähnlich fehlgeleitete Schlüsse ziehen und behaupten es sei ja so gar nix los in München. Da wird doch jeder Münchner protestieren.
Und wir waren in Olomouc zu faul, uns Richtung Uni-Gegend durchzuschlagen.

Also weiter im Fluss Richtung Prag. In Kutna Hora (Kuttenberg) machen wir nochmal einen Übernachtungsstopp, weil dieser Ort bei jeder Tschechei Rundreise erwähnt wird. Ja, genau so erfahren wir nämlich in den einzelnen Ländern, was wir dort denn angucken könnten: Wir suchen einfach nach einer Rundreiseangebot und gucken dann das ab was wir abgucken wollen.

So kommen wir völlig planlos in Kutna Hora an und erfahren in der Touristeninformation, dass es hier DIE Kathedrale gibt und die 'Bone Church'. Aber hallo, Constantin hat doch schon vor Monaten mal was von einer Kirche erzählt, die mit Menschenknochen erbaut wurde. Damals wollte er unbedingt dahin, aber irgendwie hatten wir das wieder aus den Augen verloren. Auch gut wenn uns unsere Planlosigkeit dennoch ans Ziel bringt.

Wir recherchieren nur kurz weiter, um zu erfahren, dass es sich um den Dom der heiligen St. Barbara handelt, ein UNESCO Weltkulturerbe, und das berühmte Gebeinhaus, Sedlec Ossarium, im Gewölbe einer Friedhofskapelle in Sedlec zu besichtigen ist. Beides in Kombination mit einer hübschen Altstadt machen Kutna Hora zu einem beliebten Tagesausflugsziel aller Prag-Reisenden. Das erklärt dann auch dass auch hier selbst am Samstag Abend mal wieder der Hund begraben liegt. Aber das kennen wir ja schon und machen uns so gar nix mehr draus.

Dom der heiligen St. Babsi

Blick über Kutna Hora

Knochenkronleuchter im Sedlec Ossarium

Die Sachen sollen uns an die Vergänglichkeit des Menschen erinnern

Knochen von 40.000 Menschen wurden verbaut, meist Pest- & Schlachtenopfer

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