Die Wüste lebt - ab durch die Wüste nach Yazd


Vorbei an den Felsengräbern von Naqsh-e Rostam und Pasargard, dessen Ruinen-Anlage wir in der Mittagshitze nur eines kurzen Blickes würdigen, fahren wir weiter nach Nord-Osten in die Wüstensteppe. Zwischenstopp mit Übernachtung machen wir am Rande der Steppe in Bazm nahe Bavanat, wo der emsige Bauer Abbas Barzegar den Trend der Zeit erkannt hat und seinen Hof in einem typischen Lehmdorf zu einem Gasthof mit 'organic food' umgewandelt hat. Wir verzichten auf die von ihm angebotene Tour zu einem Nomaden-Zeltdorf, von denen wir immer wieder welche im Vorbeifahren sehen und strecken hier auf dem schattigen Diwan nur noch alle viere von uns. Wir lassen uns inmitten der Enten, Schafe, Kaninchen, Kühen ... bei Wasserpfeife und leckerer Hausmannskost verwöhnen. Das einzige, was wir hier noch zu tun haben, ist als Erntehelfer für die leckeren weißen Maulbeeren zu agieren, die vom Baum geschüttelt werden und mit einem Tuch aufzufangen sind. 



Felsengräber von Darius und Xerxes

Maulbeerernete

Relaxen beim Wasserpfeife nach einem 'magical' Dinner
Von hier geht’s richtig in die Wüstensteppe, die nächsten 150km sehen wir nur noch flaches Gestrüpp und weite Weite und werden von starken Seitenwinden geschüttelt. Leider (oder zum Glück??) passiert keine Kamelkarawane unseren Weg, obwohl wir mehrfach durch Warnschilder auf diese Möglichkeit aufmerksam gemacht werden. 

Wie schon in Shiraz kommen wir auch in Yazd zur größten Mittagshitze gegen 14 Uhr an. Zum Glück haben wir schon das Kohan Traditional Hotel in einem der alten Häuser im (Lehm-)Gassengewirr der hiesigen Altstadt vorausgebucht, das auch recht gut ausgeschildert ist. 
Erst am späten Nachmittag wagen wir uns wieder vor die Hoteltür, um dieses Gassengewirr, das UNESCO Weltkulturerbe ist, weiter zu durchstreifen, die hiesigen Moscheen anzugucken; auch zum Bazar zieht es uns natürlich. Ich suche nach ein paar Meter einfachster Seide für einen neuen Seidenschlafsack, nachdem ich Dödel meinen (fast ganz neuen) in Bazm vergessen habe (heul….)…allerdings vergebens. Trotz Seidenstraße scheint Seide hier nicht mehr zu den gebräuchlichsten Stoffen zu gehören…dafür alle möglichen Mischgewebe und Brokat, was für hier definitiv zu warm ist. 

Abends treffen wir noch ein Landrover Weltumrundungspärchen aus der Schweiz und ratschen lange mit denen; darüber verpassen wir doch glatt das Fußballspiel der Schweiz, wobei es fraglich ist, ob das übertragen wurde, da zeitgleich die iranischen Herren in der Volleyball Weltliga ihr Spiel hatten. Immerhin sehen wir die ersten 3 Tore der Franzosen gegen Honduras. Heute Abend ist allerdings fest geplant, das Deutschland Spiel anzugucken. Ein Volleyballspiel gibt es gemäß meinen Recherchen heute nicht.


Windtürme in Yazd

Gassengewirr in der Altstadt von Yazd

Kuppel der Moschee
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blogged by Zenzi

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