Endlich in Kappadokien


Morgens besichtigen wir in Sultanhani noch die Karawanserai, nett aber definitiv lediglich einen kurzen Zwischenstopp wert. Lustig ist eher der Fußmarsch durch die Stadt dahin; wir stellen (mal wieder) fest, dass unheimlich viele Türken deutsch sprechen und sich arg freuen, ein Schwätzchen halten zu können. Wir werden mehrmals zum Tee eingeladen, sind aber unhöflich und lehnen mehrmals dankend ab; wir haben den Eindruck, dass wir einmal damit angefangen, nie wieder aus Sultanhani rauskommen würden.

Weiter geht es nicht wie geplant nach Göreme, dem touristischen Zentrum Kappadokiens, sondern nach kurzem Tratsch mit anderen Campern, erstmal zur näher liegenden Ihlara Schlucht. Die hier vorzufindenen Campingplätze sind genauso inakzeptabel wie die zugehörigen Pensionen. Deshalb gehen wir erstmal zur Schlucht, an und in der sich dank des langen Wochenendes (19.5. Tag der Jugend) unheimlich viele türkische Touristen drängen, wandern ein paar km entlang des Tales und besichtigen dabei einige der hiesigen Felskirchen.

Wir fahren ins nächste Dorf Güzelyurt weiter und versuchen hier unser Glück mit einer günstigen Unterkunft bzw. Campingmöglichkeit. Beim Kadir's Antique Guest House sind uns die Zimmer (es gibt nur 3) zwar zu teuer, aber wir dürfen unser Zelt aufstellen, entweder auf dem sehr windigen Flachdach mit Ausblick oder im Innenhof, für den wir uns dann auch entscheiden. Kadir spricht natürlich auch fließend deutsch und schickt uns in die Antike Stadt. Tatsächlich gibt es auch hier eine wunderschöne Felsstadt mit nur wenig Andrang darin, und von unserem Aussichtspunkt genießen wir den Traumblick über ebendiese und das teils sehr bergige Umland.

Am Sonntag fahren wir dann endgültig Richtung Göreme mit Zwischenstopp in der berühmtesten unterirdischen Stadt in Derinkuyu. Auf dem kurzen Weg dahin verfahren wir uns natürlich wiedermal, dank sei meiner inkorrekten Straßenkarte. Aber alles kein Problem, wir hätten es auch ohne Verfahren nicht geschafft vor den ersten Touristenbussen da zu sein. Und so gesellen wir uns zu den vielen anderen, aber mei, unten in den Gängen und höhlenartigen Kammern verläuft sich das alles wieder einigermaßen. Es ist schon eine bizarre Vorstellung, dass hier unten ganze Dorfgemeinschaften gewohnt haben. Wir erinnern uns teils an schon besichtigte Luftschutz-Bunkeranlagen.

Weiter geht's nach Göreme, wo tatsächlich noch mehr Touristenbusse und Autos rumschleichen. Die steile Abfahrt auf Kopfsteinpflaster mit enger Kehre ist unter diesen Bedingungen superätzend.
Nachdem der vermeintlich schönste Campingplatz der Umgebung knallevoll mit Caravans ist und noch eine Gruppe von 20 Caravans (Franzosen!) erwartet wird, fahren wir weiter zum für uns viel netteren und fast leeren Panorama Camping, wo wir ein Sabbatical Pärchen aus Pirna (unterwegs mit einem undefinierbaren alten riesengroßen DDR Gefährt) und Ralf aus Freiburg (mit seiner KTM) treffen. Alle sind wie wir auf dem Weg in den Iran. Der Name ist Programm, auch abends, wenn die Lichtlein angehen ist das Panorama von hier ein Traum. Hier bleiben wir erst mal ein paar Tage zum Wandern und die Gegend erkunden.

Höhlenkirchen in der Ihlara Schlucht


Die Unterirdische Stadt von Derinkuyu

Unser Zeltplätzchen

Ralf muss noch an der KTM Schrauben (was sonst?)

Das Ding kommt überall hin und ist bestimmt Atombomben sicher

___________________ blogged by Phoney


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