Montag, 10. März 2014

Hatte ich nicht geschrieben, dass Sonnenaufgänge völlig überbewertet sind? Wie kommt es dann, dass ich mich am Samstag um 4.30 Uhr schlaftrunken in einer Moto-Rikscha wiederfand, die uns zum Sonnenaufgangsaussichtspunkt bringen soll?

Zugegebenermaßen war der Sonnenaufgang sehr hübsch anzusehen, aber das zum Preis, dass ich den Rest des Vormittags sehr matschig bin. Macht nix, weil wir uns nach dem Frühstück eh zum Busbahnhof machen, von wo die Weiterreise zum Dieng-Plateau (Wohnsitz der Götter) startet.

Sonnenaufgang vor Vulkanen
Wer genau hinsieht kann den Borobudur Tempel erkennen


Also Bus von Borobodur nach Magelang, direkter Transfer in den Bus nach Wonosobo Busbahnhof, dort mit dem örtlichen Bus in die Stadt und wieder in einen anderen Bus nach Dieng, das auf 2100 m liegt. Da kommt Laune auf, und an Einschlafen ist nicht zu denken.

Zum Glück schüttet es zwar unterwegs, aber mittags in Dieng ist der Regen erträglich, weshalb wir uns tatsächlich ein paar der homestay Unterkünfte anschauen, bevor wir uns entscheiden. Die Preise sind hier teurer als bisher, geboten wird eher weniger. Dennoch finden wir ein vergleichsweise nettes zu Hause und brechen gleich auf, um die kleine 5.5 km Rundwanderung ums Plateau zu machen und die schöne Vulkanlandschaft der Hochebene zu bewundern. Mehr kann man in dem kleinen Dorf eh nicht machen.

Zwischendurch kommt sogar die Sonne mal raus und macht die Regenjacken überflüssig.

Eines fällt uns sofort auf: Es stinkt in Dieng. Wenn einen nicht gerade irgendwelche nach faulen Eiern stinkende Schwefelschwaden umwehen, dann sticht einem der Ammoniak Duft von vor sich hin gärenden Misthaufen (aus Mangel an Vieh, scheinen die Leute hier Getreide Spreu am Strassenrand zu Dünger zu vergären). Das mag auch die vielen umhertaumelnden Mistkäfer erklären, die auch im Haus sind.

Wir gehen zu einem Vulkankrater (Kawah Sikidang) wo es aus dem gelblichen Gestein rauszischt, sowie einige Schlammpfützen vor sich hin dampfen und blubbern. Sehr beeindruckend für uns, weil wir sowas noch nie gesehen haben.

Die hiesigen ältesten hinduistischen Tempel Javas, Arjuna Tempel, sind eher unspektakulär und klein.
Auf die hiesige Sonnenaufgangstour verzichten wir und gehen lieber morgens noch auf einen kleinen Aussichtspunkt mit tollem Blick und um den Telaga Warna See rum, bevor wir uns nach einem leckeren Frühstück auf den Weg nach Semarang machen.

Mehrfarbiger Schwefel-See in Dieng






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blogged by Zenzi39

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