Sonntag, 16. Februar 2014


Nachdem wir keine Lust mehr auf Strand in Mui Ne oder der Partystrandstadt Nha Trang haben, fahren wir eben nicht mit dem Zug aus Saigon Richtung Norden, sondern mit dem Bus, um mal wieder in kühlere und höhere Gefilde zu gelangen. Andere Reisende haben uns berichtet Mui Ne sei fest in Russenhand, inzwischen haben wir erfahren, dass dem bei Nha Trang genauso ist.

Wir rennen in Saigon rum wie blöd, um rauszukriegen, wie man mit lokalen Bussen, sozusagen auf vietnamesische Art nach Dalat gelangen kann, was nicht so einfach zu sein scheint.

Viele Agenturen, die die teureren Überlandbustickets (Open-Tour) verkaufen, erzählen uns noch die Story von teureren Tickets aufgrund des Endes von Tet (Vietnamesisches Neujahr)...letztendlich kaufen wir direkt bei einer der großen Überlandgesellschaften, ohne Aufpreis. Komischerweise fahren auch tagsüber fast nur Sleeper Busse; in so einem fahren wir auch und verbringen halt den Tag (7h) in liegender Position auf dem oberen Level. Natürlich sind die 'Kojen' zu kurz, aber nachdem wir ganz hinten sitzen, wo sonst niemand ist, schaffen wir es ab und an, die Beine auszustrecken. Zwar kann man die Sitzlehne theoretisch in die Sitzposition stellen, allerdings lässt sich der Sitz nicht wirklich feststellen und auch die Deckenhöhe reicht nicht ganz aus....

In Dalat angekommen ist es merklich kühler, auf dem letzten Stückchen kurviges Bergsträßchen habe ich sogar den Eindruck, dass es kurz vorher mal geregnet hat.

Dalat ist sozusagen das Niagara (ohne Falls) von Vietnam. Viele Hochzeitsreisende kommen hierher, weshalb hier viel Kitsch zu finden ist, sei es in Form von massig Schwanenbooten auf dem lokalen See, sei es in Form von blumengeschmückten Kutschen, alten Vespas, etc., die hie und da rumstehen, und auf denen man sich fotografieren lassen kann. Bei einem ersten Spaziergang durch den Ort bewundern wir teils den Kitsch und erschrecken dennoch immer wieder vor krassen Sozi Bauten (wie z.B. das bizarre zentrale Marktgebäude, das sich aufgrund Hanglage über 3 Ebenen erstreckt).
Um Dalat rum werden massig Blumen und Gemüse gezüchtet / angebaut, weshalb weite Teile der Umgebung voll mit Gewächshäusern sind. Hier scheint auch die berühmte Dalatmilk herzukommen, Kühe haben wir allerdings kaum weiden gesehen, weshalb die Frage noch ungeklärt ist, woher die Milch tatsächlich kommt.
Natürlich fahren wir (diesmal mit dem lokalen Bus) am nächsten Tag Richtung Lat Village, von wo aus wir den Lang Bian Berg besteigen. Die meisten Touristen lassen sich mit dem Jeep auf einen niedrigeren Nebengipfel mit Radarstation fahren, wir haben intensiv recherchiert und gehen auf schönem Steig und Weglein durch den Wald auf den Hauptgipfel. Unterwegs gibt's schöne bunte Vögel zu bewundern. Oben angekommen stellen wir uns den Blick bis ans Meer und in den Dschungel Kambodschas vor...es ist leider sehr diesig, und von Weitblick kann nicht die Rede sein. Aber mei, wir sind alleine hier (scheinbar die 1., beim Abstieg kommen uns einige entgegen) und wir freuen uns, endlich mal wieder wandern zu sein.
Nachmittags geht's noch zum Crazy House, das seinen Namen verdient hat. Die bizarre Architektur des Hauses (auch Hotel) einer exzentrischen alten Architektin ist in der Tat sehr ausergewöhnlich. Ganz anders ist der Sommerpalast (einer von insgesamt 3 Palästen, die der ehemalige Kaiser und Regierungschef Bao Dai, in den 30ern erbauen ließ) der im Art Deco Stil gehalten ist und mit seinen original Möbeln von damals auch heute wieder punkten könnte.

Von hier geht's weiter nach Danang und Hoi An (mit Überlandnachtbus und lokalem Bus), ein reizendes Unesco Weltkulturerbe Städtchen.


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