Märchenland Rumänien


Wie vom Wetterbericht vorhergesagt, begrüßt uns heute wieder Sonnenschein. Nach drei Tagen in einer schnuckeligen Pension bei DVD’s & Spielen ist die nächste Station mal wieder ein Campingplatz - wir wollen das Zelt ja auch hier nicht umsonst mitschleppen.

Wir lenken deshalb unsere Mopeds Richtung Norden in das Maramures Gebiet, nahe an der Ukrainischen Grenze. Dort gibt es laut Lonely Planet einen schönen Campingplatz und vor allem den Lustigen Friedhof.

Auf dem Weg passieren wir herausgeputzte Dörfer voller Holzkirchen. Jedes Haus ist ein wenig wie eine kleine Burg: mit großem Zaun drumherum und riesigen, oft kunstvoll geschnitzten Toren. Und davor sitzen die Omas mit Kopftüchern und winken uns oder vielleicht auch dem Pferdegespann zu das die Heuernte einfährt. Mit all den schindelngedeckten Dächern, Kirchen mit spitzen Türmen und Männern, die mit Sensen mähen kommt man sich manchmal schon vor wie bei den Gebrüdern Grimm.

Beim imposanten und ganz aus Holz gebauten Kloster in Barsana machen wir halt, damit wir wenigstens eines der vielen Klöster an denen wir vorbei fahren besichtigen und unsere touristische Pflicht erfüllen. Das lohnt sich dann auch wirklich: die Anlage ist riesig mit mehren Gebäuden und Kirchen und eben alles aus Holz und wundervoll geschnitzt. Und dazu noch TipTop in Schuss - das mag aber auch daran liegen, das die meisten Gebäude aus den 1990er Jahren stammen.

Beim Lustigen Friedhof oder Merry Cementary ist natürlich die ‚Hölle‘ los. Ist ja auch DIE Touristenattraktion hier oben. Leider sind die lustigen und  teilweise wohl auch satirischen Inschriften auf rumänisch (irgendwie war das zu erwarten) und deshalb für uns nicht verständlich. So begnügen wir uns mit den Bildern und denken uns selbst was dazu aus. Es wird wohl aber an der Übersetzung einiger der Grabkreuze gearbeitet, aber das wird wohl noch etwas dauern.

Auf dem Campingplatz Poieni gleich in der Nähe verzichten wir mal auf’s Kochen - das haben wir die letzten drei Tage gemacht - und lassen uns eine frische Forelle schmecken. Wir treffen 2 rüstige Rentner (oder Fast-Rentner?) aus Leipzig, die mit ihrem Wohnmobil ihre Spuren von anno dazumal auffrischen wollen. Es ist spannend zu hören, dass auch diese beiden früher mit Rucksack zu Fuß und mit der Eisenbahn, oder später mit ihrem Trabi hier in Rumänien, aber auch in Bulgarien, Georgien und dem restlichen Kaukasus Gebiet unterwegs waren. Das waren halt die einschlägigen Wandergebiete für Ostdeutschland.

Nachts wird es ganz schön frisch, aber mit wollener Unterwäsche und Socken ist es gemütlich in unseren Schlafsäcken.



Geschnitzte Eingangstore zur 'Hofburg'

Das Kloster in Barsana


Wir sind nicht die einzigen Biker am Kloster

Wir können leider nur raten was die Dame zu Lebzeiten gemacht hat


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blogged by Phoney

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