Gipfelsturm auf den Toubkal

Bei Dunkelheit gehen wir los. Gestern abend beim Essen haben wir schon gesehen, das heute etliche Gruppen - auch einige Grosse - den Toubkal besteigen wollen (alle Gipfelstürmen bekommen nämlich Spagetti zum Abendessen). Also haben wir mit Mohammed besprochen, das wir möglichst früh losgehen wollen, um dem Trubel zu entgehen. 5 Uhr schlägt er fröhlich vor und wir sind dabei. So stehen wir jetzt nach einem kurzen Frühstück um kurz nach 5 mit unseren Stirnlampen vor dem Refuge und bestaunen den Sternenhimmel.

Die erste Stunde vom Aufstieg ist es noch dunkel aber dann bricht sich die Sonne den Weg. Der Aufstieg ist anstrengend aber wir kommen gut voran. Je höher wir kommen, desto kälter wird es und auch der Wind ist stark und kalt. An vielen Stellen sieht man gefrorenes Wasser und es gilt einige Schneefelder zu durchqueren. Aber es ist ein Traumtag, keine Wolke am Himmel und die aufgehende Sonne wärmt uns schon ein wenig und wird bald anfangen das Eis zu schmelzen. Nach 2,5h und 1.000 Höhenmetern stehen wir tatsächlich als erste am Gipfel des 4.167m hohen Toubkal. Für ganze 30 Minuten gehört der Gipfel uns, dann kommen die ersten anderen Gruppen. Zeit wieder an den Abstieg zu denken.

Ursprünglich war geplant das wir den gleichen Weg wieder zurückgehen und noch eine Nacht im Refuge übernachten. Mohammed hat aber schon gleich zu Beginn vorgeschlagen, das wir das nicht tun müssen, sondern nach dem Gipfel auch direkt bis nach Imlil bzw. das Dorf davor absteigen können und dort in einem schönen Gite übernachten. Weniger voll und lärmig als die Berghütte. Wir erweitern jetzt den Vorschlag und möchten über eine andere Route absteigen, die uns nicht zurück zum Refuge bringt, sondern auf der anderen Seite herunter. Dauert zwar eine Stunde länger, aber wir sind noch fit und es ist ja gerade mal 8.

Dieser Weg ist wirklich toll. Vor allem weil wir nicht den ganzen Horden begegnen, die heute noch auf den Toubkal aufsteigen. Wieder einmal sind wir ganz allein in der fantastischen Landschaft und steigen in Ruhe ab, bis wir wieder zum Weg kommen der Imlil und das Refuge verbindet. Unterwegs kommen wir an einer Flugzeugabsturzstelle aus den 80er vorbei. Immer noch liegen Trümmerteile des Flugzeuges weit verstreut. Sogar einer der Motoren liegt keine 100m von unserem Pfad entfernt. Mohammed zeigt uns später auch das Grab der acht Verunglückten, die hier einfach unter ein paar grossen Steinen beerdigt wurden. Schon etwas gespenstig.

Jetzt sind wir auf knapp 3.000m angelangt. Bis zu unserer Schlafstätte müssen wir nochmal gut 1000m absteigen. Die ziehen sich auf dem Mulipfad, der Imlil mit der Berghütte verbindet. Unterwegs kommen wir noch am Sidi Samharouch vorbei, einer heiligen Stätte der Berber. Kurz dahinter machen wir am Fluss Rast für unsere Mittagspause. Mohammed ist mit den Mulis bereits da und so dauert es nicht lange bis wir Tee und Marokanischen Salat, heute mit Bohnen bekommen. Wir sind beide ziemlich müde uns gönnen uns deshalb nach dem Essen ein kleines Schläfchen in der Sonne.

Von hier aus ist es noch eine gute Stunde bis wir das Dorf Aremd ereichen. Das Heimatdorf unseres Führers. Und so ist es nicht weiter verwunderlich, das das Gite seinem Onkel gehört. Das Haus ist toll, mit Aufenthaltsraum, Terrasse und sogar WLAN. Was will man mehr? Abendessen! Ich hoffe Mohammed kocht bereits....
Wasserfälle auf dem Weg zum Toubkal

Der Gipfel 

Blink vom Toubkal in den Hohen Atlas

Überreste des Abgestürzten Flugzeuges

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blogged by Zenzi39

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