Montag, 12. Januar 2015


Die Tische haben Tischdecken, es gibt Stoffservietten, Wein und Wassergläser stehen bereit, die Kellner sind aufmerksam, tragen weises Hemd und Fliege und natürlich ein Tuch über dem angewinkelten Arm: willkommen in einer typischen Parrilla in Buenos Aires. Obwohl wir nur fünf Tage in BA sind, statten wir diesen Lokalitäten ausgiebige Besuche ab.
Denn Parrillas, das sind in Argentinien die Steak & Grillhäuser. Oft kann man den riesigen Grill sehen auf dem sich das Fleisch türmt und langsam über Holzkohle zubereitet wird.

Hier unsere Tipps beim Parrilla Besuch:

  1. Preise – Die Preise unterscheiden sich oft erst auf den zweiten Blick. Die Restaurants verlangen immer einen Gedeckpreis pro Person und der kann schon mal zwischen 10 und 25 Pesos schwanken. Auch bei Weinen sind die Preise schwankend. Wir haben den gleichen Wein in verschiedenen Parrillas für 45 bis 85 Pesos gesehen. Also beim Blick auf die Speisekarte auch die Extras beachten.
  2. Preise II – Manche Parrillas akzeptieren auch USD oder Euro zur Zahlung und oft zu deutlich besseren Kursen als auf der Strasse bzw. Bank. Wir haben z.B. 2 x mit Dollar bezahlt zu einem Kurs von 1:14, während der offizielle bei 8.5 und der Schwarzmarktkurs bei 13 lag – lohnt sich.
  3. Wann geht's los? Die Parrillas haben meist schon ab mittags geöffnet. Oft gibt es dann auch günstiges Mittagsmenü (Montag – Freitag). So richtig los geht es aber (wie bei allem in Buenos Aries) erst am Abend wenn es kühler geworden ist. Ab 20:00 Uhr kommen die Argentinier und 22:00 Uhr ist dann Stosszeit. Also unter Umständen auf Schlange stehen einstellen. Aber keine Sorge, in der Regel gibt es bis 23:30 Uhr und später noch Essen
  4. Medium, Raw, English? Ich war etwas überrascht, als ich mein erstes Bife (Steak) 'Al Punto' bestellte, also 'Medium' und dann ein fast durchgegrilltes Stück Fleisch bekam. Wir haben dann später gelernt, das die Argentinier ihr Fleisch eher durch ('Well Done') essen. Also wenn man ein Medium Steak haben will, dann eher 'Raw' oder 'Jugoso' bestellen. Wer es noch blutiger mag sollte das Wort 'sangre' (Blut) bei seiner Bestellung fallen lassen.
  5. Bigger is Better – je größer das Steak, desto besser. Ist auch kein Problem, weil man in Argentinien Portionen gerne teilen kann, da schaut keiner böse. Also ruhig nur ein Steak bestellen und teilen.
  6. Lasst die Kohlenhydrate zu Hause – macht es wie die Argentinier: Zum Steak gibt es Salat, sonst nix.

Und hier noch die besten Stücke und wie sie in Argentinien heissen:
Bife de Lomo 

Bife de Lomo - das ist ein Tenderloin oder Filet. Das beste und meist auch teuerste. Aber geschmacklich manchmal nicht der Bringer, weil es oft zu mager ist. Lieber etwas mit mehr Fett, z.B. Bife de Chorizo (Achtung, das hat nichts mit der Chorizo Wurst zu tun), auf deutsch Rumpsteak oder Sirloin. Das ist sehr lecker, gut durchwachsen und nicht zäh. Oder aber mein Favorit Ojo de Bife, ein Rib-Eye Steck (Hochrippe), etwas höherer Fettanteil und mit dem typischen Fettauge machen es geschmacklich sehr interessant, aber man muss manchmal auch ein bisschen arbeiten (mit Messer oder Zähnen).

Dann gibt es hier noch ganz oft auf der Karte Entrana, oder Skirt Steak, dünner geschnitten und aus dem Zwerchfell. Last but not least, das Vacio Stück oder Flank Steak aus dem Bauchlappen (ein Wammerl quasi). Das gibt es auch auf der Strasse zwischen zwei Brotscheiben – sehr lecker.

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blogged by Phoney


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