Montag, 18. November 2013

Heute ist mal Ausschlafen angesagt. Von Temang nach Chame ist es nur ein Spaziergang von 2 Stunden. Deshalb reicht Frühstück um acht. Der Weg nach Chame ist wirklich ein Spaziergang. Heute morgen ist das Wetter wieder toll und wir haben schöne Blicke auf das Annapurna Gebirge. Bereits kurz vor elf treffen wir in Chame ein, das auch die Hauptstadt der Provinz Manang ist, durch die wir durchwandern. So gibt es in Chame auch eine ganze Menge: Läden, Hotels, Restaurants. Polizei, Militär, Schulen und gleich drei Banken (aber kein ATM).

Außerdem gibt es auch eine heisse Quelle, Hot Spring. Deshalb gibt es für unsere Unterkunftsauswahl zwei wichtige Kriterien: Das Guesthouse muss auf der Sonnenseite der Stadt liegen und nah an den Hot Springs. Am Ende von Chame werden wir dann fündig: Auf der anderen Seite des Flusses gibt es zwei Herbergen, die noch voll in der Sonnen liegen, während die andere bereits im Schatten liegt. Außerdem weist das Schild für die heissen Quellen in die gleiche Richtung. Also rüber über die Hängebrücke und eingecheckt. Wir sind die ersten Gäste und haben deshalb freie Auswahl bei den Zimmern, die sich aber nicht sehr von einander unterscheiden: Zwei Betten, eine dünne Matratze und ein Kissen. WC und Dusche werden geteilt. Da wir die ersten sind haben wir auch die Möglichkeit für eine heisse Dusche. Warmwasser wird hier fast überall mit Hilfe der Sonne erzeugt. Das limitiert natürlich die Verfügbarkeit: Zum einen gibt es nur eine bestimme Menge an warmen Wasser, zum anderen natürlich nur, wenn die Sonne ausreichend scheint. Wir hatten heute den ganzen Tag Sonne und sind die ersten, also Wasser marsch. Aber Halt: wir wollen ja zu den Hot Springs, vielleicht können wir auch da warm Duschen/Waschen. Leider entpuppt sich die Quelle nicht als Geheimtipp, im Gegenteil: Ganz Chame nutzt das Warme Wasser um die Körperpflege und Wäsche zu erledigen. Also zurück zu unserer Solardusche.

Das Mittagessen nehmen wir in der Gaststube ein, weil inzwischen die Wolken wieder über die Berge ziehen und der Wind auffrischt. Pünktlich um drei fängt dann auch wieder der Regen/Schneeregen/Graupelschauer. Gleichzeitig fällt die Temperatur auch wieder, Daune und Doppelfleece sagen hallo. Also verkrümeln wir uns im Speiseraum mit unseren Büchern und einem heissen Ingwertee.

Nach und nach füllt sich unser Gasthaus mit weiteren Gästen, die Zuflucht vor dem nasskaltem Wetter suchen. bald herrscht wieder ein buntes Sprachengewirr: Holländisch, Französisch, Deutsch, Englisch und natürlich Nepali. Ein Leuchten huscht über die Gesichter aller Gäste, als die Wirtin dann auch noch den Ofen anheizt.

Von Chame nach Upper Pisang (3.310m)
Heute verlassen wir den Pfad am Fluss entlang und wenden uns in die Berge. Eine sehr schöne Strecke mit unglaublichen Ausblicken auf das Annapurna Gebirge. Nach 3 h das übliche Dal Bhat Mittagessen im herrlich sonnig urigen Bhratang, das auch als Ski Ort durchgehen könnte...danach ein lockeres sonniges Stündchen bis Pisang.

Abends logieren wir im Annapurna Hotel, ein schnuckliges kleines Guesthouse in Upper Pisang mit tollem Blick über das Tal nach Lower Pisang. Die Wirtin begrüßt und frohgelaunt und erzählt uns gleich das die Solardusche nach dem langen Sonnenschein heute bestimmt toll heiß wäre, wenn nicht die Wasserleitung seit drei Tagen eingefroren wäre.

Nach der Ankunft machen wir noch einen kurzen Ausflug zum ansässigen Gompa (Kloster). Dort haben die Mönche Stühle auf den Stufen zum Tempel aufgestellt und so ein Sonnenterasse geschaffen. Ein Mönch serviert uns Tee, eine Gegenleistung wird nicht erwartet, aber es gibt ein Spendenkässchen, das wir auch füttern. Außerdem teilen wir unsere Schokolade mit dem Mönch. Aber leider geht die Sonne wieder mal viel zu schnell unter: Kaum fällt der Schatten degegenüberliegenden Berge auf Pisang wird es sofort bitter kalt und es bleibt uns nur noch die Flucht in unser Guesthouse, wo zum Glück schon der Ofen angeheizt ist.

Inzwischen sind auch weitere Trekker angekommen, man trifft sich immer wieder, z.B. Claire und Sarah aus Australien. Nach dem Essen und einer Partie Canasta sind wir mal wieder bereit für unser Bett. Wir haben das beste Zimmer, direkt neben dem, beheizten Gastraum. Das verschafft uns noch einige Wärme beim Einschlafen. Leider verfliegt diese durch die löchrige Bretterwand aus der unser Hotel gebaut ist auch genauso schnell wieder und so friert es uns zum ersten Mal in der Nacht etwas und morgens ist das Wasser wieder eingefroren..

Pisang nach Manang (3.540m)
Obwohl die Nacht frostig war, empfängt uns der Himalaya heute wieder mit strahlendem Sonnenschein und wolkenlosem, blauen Himmel, nur am Gipfel des Annapurna II sieht man Schneeverwehungen, die wie Wolken aussehen. Sobald die Sonne da ist wird es auch gleich wärmer, nur der eingefrorene Wasserhahn im Bad läßt sich nicht erwärmen, also heißt es Zähneputzen am Brunnen und Katzenwäsche.

Pünktlich um acht legen wir los nach Manang, wo wir einen Tag Pause machen werden. Es gibt zwei Wege nach Manang: Den oberen Weg den wir nehmen und einen Weg im Tal entlang, der kürzer ist. Wir haben die Sonne im Rücken und entledigen uns schon nach wenigen KM unserer zweiten Schicht: Der Fleece kann jetzt im Rucksack verschwinden.

In Ngawal machen wir Mittagspause. Eigentlich gibt es in allen Lokalen die gleiche Speisekarte. Darauf finden sich neben einigen lokalen Speisen, auch immer Pasta, Pizza und Chinesische Gerichte wie Fried Noodles. Wir haben inzwischen aber gelernt, dass die Portionen gerade bei den nicht Nepali Gerichten stark schwanken können: War das Curry gestern noch eine riesen Portion mit extra Teller Reis, ist es heute nur ein Schüsselchen Gemüseeintopf ohne Reis. Deshalb keine Experimente. Wir essen was unser Guide und Porter auch Essen: Dal Bhat. Dal Bhat besteht aus Dal (Linsensuppe), Reis, etwas Veggi Curry, Süß-Scharf Eingelegtem (Pickels) und evtl noch etwas Kohl oder Spinat extra. Jedes Restaurant hat seine eigene Zusammenstellung und so wird es nie langweilig. Man kann auch immer schön erkennen, was gerade im Garten wächst. Und das beste: Es gibt Nachschlag.

Gut gestärkt machen wir uns auf das letze Stück nach Manang. Es sind nur noch wenige KM und nach 2 Stunden sind wir da. Das letzte Stück zieht sich allerdings und es wird ziemlich windig. Glück für uns - wir haben den Wind im Rücken.
Auch wenn wir heute insgesamt nur 5,5 h gewandert sind war das der anstrengendste Tag bisher mit ca 700 Hm Aufstieg und danach wieder runter. Während Constantin sich erst mal ausruht wasche ich ein bisschen Wäsche mit dem eiskalten Wasser. Nach der ersten Runde habe ich die Schnauze voll und lege mich zu Constantin bis ich meine Finger wieder spüre. Jetzt ist Schluss mit waschen: wir stellen fest dass die Höhe und Kälte die Geruchsentwicklung zu genügen eindämmt, sodass wir frühestens unterhalb 3500 m bei Wärme wieder waschen werden.
__________________________
blogged via iPad

0 Kommentare:

Kommentar veröffentlichen