Donnerstag, 20. April 2017


Als wir am nächsten Morgen aufbrechen und Richtung Ausgang Campingplatz fahren, fällt uns aus den Augenwinkeln ein anderes Motorradpärchen auf, das gerade am Packen ist, auch eine 800er und 1200er GS. Im Stillen frage ich mich noch, ob sie wohl auf dem Weg nach Süden sind, wo wir herkommen oder auch schon auf dem Heimweg - wir werden es noch erfahren.

Für uns geht es erstmal durch Kroatien. Wir nehmen einen Weg durchs Hinterland, weil es uns an der Küste zu warm und wahrscheinlich auch zu voll ist. Auch hier sehen wir stellenweise noch die Spuren des Balkankrieges in Form von Ruinen und Fassaden voller Einschusslöchern. Schlimm genug dass wir in einer Zeit leben, wo man sowas sofort erkennt.

Unser Weg führt uns zum Grenzübergang bei Brod na Kupi und dann weiter Richtung Tolmin in Slowenien. Kurz vor der Grenze machen wir an einem kleinen Café halt und geniessen einen Espresso in der Sonne, als zwei deutsche Motorräder an uns vorbei knattern: eine graue 800er und eine schwarze 1200er GS - genau die gleichen von heute morgen. Wäre das also schonmal geklärt: Auch für diese beiden geht es nach Norden - nach Hause.

Weil wir noch ein paar Tage haben bis wir Montag wieder anfangen müssen zu arbeiten, machen wir grob den Plan heute bis nach Tolmin in Slowenien zu fahren, dort nochmal zu Zelten und dann beim Mangart nach Italien und weiter nach Österreich, um dort noch einen Wanderstopp einzulegen.

Bei Tolmin finden wir einen netten kleinen Campingplatz - das Sieber Kamp. Schön angelegt mit Terrassen und einer kleinen Kneipe. Der Besitzer ist super nett, günstig ist es auch noch und genügend KM haben wir heute auch gemacht. Also schlagen wir unser Zelt auf. Ich wunder mich noch über ein paar Motorradkoffer die neben unserem Zeltplatz liegen. "Die gehören auch zu einer BMW", sag ich gerade zu Kerstin, als die Besitzer auch schon  einbiegen. Siehe da - es ist das 800er/1200er Pärchen von heute morgen - Frank & Regina aus Hamburg. Auch sie waren auf dem Balkan unterwegs. Aber im Gegensatz zu unseren, sehen ihre Bikes wie aus dem Vorführraum des Freundlichen aus: Blitzeblank und keinen Kratzer. Nach diversen Umfallern und Dreckfahrten kann man das von unseren Böcken nicht mehr behaupten - egal.

Anderntags geht's über den Predil Pass und dann durch die Sella Nevea weiter über den Nassfeldpass nach Kärnten.  Hinter dem Pass wird das Wetter leider (zum erstenmal in drei Wochen) schlechter und es sieht nach Regen aus. Der Großglockner ist schon komplett in dunklen Wolken verschwunden. Also nehmen wir die weniger attraktive Strecke durch den Felbtauerntunnel, um zu unserem Ziel Leogang zu kommen. Dort haben wir von unterwegs schon ein Zimmer in einem kleinen Hotel reserviert - inkl. Sauna.
Am Predil Pass mit altem Fort

Kaum sind wir aber durch den Tunnel durch, erwartet uns auch schon wieder schönes Wetter und die Vorhersage für unsere geplante Wanderung morgen sind auch ausgezeichnet. Also lassen wir unsere Balkan Tour gute drei Stunden von Zuhause aus mit einer Wanderung auf die Passhauerhütte ausklingen.

Für 2017 haben wir uns mal wieder die Seealpen vorgenommen - mal sehen wo es uns dann hin verschlägt - nochmal in den Balkan, nach Albanien oder eine ganze Woche in Montenegro - könnten wir uns jederzeit wieder vorstellen.
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blogged by Phoney


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1 Kommentare:

  1. Schöner Bericht.
    Montenegro ist immer eine Reise wert.
    Bin schon 5 mal da gewesen und immer was neues gesehen

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