Montag, 9. Januar 2017


Das Gute daran wenn man Anfang März nach Helsinki reist: man muss sich keine Gedanken um das Wetter machen - es ist garantiert nicht warm. Im Hafen von Helsinki liegen die Schiffe von grauen Eisschollen umgeben, der Himmel ist bleigrau und die Daunenjacke gehört auf jeden Fall ins Gepäck.

Wahrscheinlich ist es auch der lange trübe Winter, der finnische Musik so melancholisch macht. Ich spreche aber nicht vom Tango, der hier ja auch ganz groß ist. Uns ging es natürlich mehr um die andere Musikrichtung für die Finnland berühmt ist: Death Metal.

Und so ist die erste Aktion, nachdem wir in unser Hotel gezogen sind, das Internet zum Thema Rock-Kneipen und Live Musik zu durchforsten (zum Reiseführer hat es mal wieder nicht gereicht vor Abreise, siehe auch Planlos Reisen). Visit-Helsinki ist ein gute Seite zur Reisevorbereitung oder, wie bei uns, zur spontanen Planung. 

Aber die online Planung ist uns zu wenig. Deshalb führt uns unser erster Weg in die Touristeninformation, in der wir uns erstmal mit Stadtplänen, Stadtführern und Tipps eindecken. Einer davon ist das Kiasma - Museum of Contemporary Art. Das hat praktischerweise immer am ersten Freitag des Monats länger auf (bis 21:30 Uhr) und dazu noch mit kostenlosem Eintritt. Und der Besuch lohnt sich wirklich. Nicht nur das Gebäude (nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt) ist bemerkenswert, auch die Ausstellungen sind aussergewöhnlich und sehr unterhaltsam.

Abends ziehen wir dann durch die ersten Kneipen, die wir bei unserer Recherche gefunden haben sind aber etwas enttäuscht - für einen Freitag Abend hatten wir mehr Publikum und Stimmung erwartet. Im Bäkkärie spielt im ersten Stock eine lokale Band - richtig finnisch, also bretthart, schnell und geschminkte Bandmitglieder. Leider legen sie die ganze Performance für gerade mal ein Dutzend Zuschauer hin. Naja, es tritt ja noch eine weitere Band auf. Bis die soweit ist trinken wir in der Bar im Erdgeschoss noch ein Bier und unterhalten uns gut mit ein paar Gästen. Leider so gut, dass die zweite Band schon abbaut als wir wieder nach oben gehen. Auch fein, dann geh'n wir halt nach zurück in unsere Zelle (s.u.)

Samstag gehört einem ausgiebigen Stadtspaziergang. Helsinki ist berühmt für die Jugendstil Architektur (hier kurz Jugend genannt) und tatsächlich finden wir überall schöne Beispiele für den ganz eigenen finnischen Jugendstil: gerne etwas burgenhaft, mit grobem Naturstein, Türmchen und Erkern. Unser Weg führt uns auch zu einem der ältesten Restaurants in Helsinki - das Seahorse ist minimalistisch und zeitlos eingerichtet (wahrscheinlich alles echt finnisches Design). Auf der Speisekarte gibt es natürlich traditionelle Fischgerichte, aber auch Fleischgerichte, wie Vorschmack oder Wienerschnitzel (mit Kapern und Sardellen - hey Finnland halt).

Abends stehen dann die nächsten Rock-Kneipen auf dem Plan. Das Praha - ebenfalls nicht weit vom Bahnhof - erklären wir dabei spontan zu unserem Favoriten. 

Sonntag geht es mit dem Bus in Richtung Vorstadt. Wir sind auf der Suche nach den letzten Holzhaus-Siedlungen, von denen es leider nur noch zwei in Helsinki gibt. Finden tun wir beide, sind aber etwas enttäuscht, da es sich eben doch um reine Wohngegenden handelt, mit wenig Infrastruktur - also kein Cafe oder Restaurant. 

An unserem letzten Abend wollten wir eigentlich nochmal schick weggehen, entscheiden uns dann aber doch gegen Schickimicki und für eine hippe Pizza-Bar. Wie oft in Helsinki wird auch hier alles am Tresen bestellt und bezahlt. Getränke werden gleich mitgenommen und die Pizza nach kurzer Wartezeit frisch aus dem Ofen gebracht. Sehr lecker.



Helsinki Tipps für ein langes Wochenende


Transport
Wenn man mit dem Flieger ankommt, kauft man am besten gleich am Flughafen eine Karte für das ÖPNV Netz von Helsinki. Damit kann man das mit allem fahren - Tram, Bus, Zug. Man kann gleich eine Karte für den ganzen Aufenthalt wählen, es gibt 1, 2, 3, 4 usw Tageskarten. Achtung: Eine Tageskarte gilt für 24h auf Kauf, eine Zweitageskarte für 48h. Für unsere 4 Tage Aufenthalt hat deshalb eine 3 Tageskarte gereicht. Kosten 24,00 Euro. Das öffentliche Transportsystem in Helsinki ist klasse. Mit den Trambahnen kommt man eigentlich überall hin und sie fahren auch noch spät in der Nacht.

Hotel
Viele Hotels finden sich im Zentrum rund um den Bahnhof. Auch an den Fährterminals gibt es einige Hotels und Hostels, z.B. das Eurohostel. Wir haben uns für das Best Western Katajanokka entschieden, das in einem alten Gefängnis eingerichtet ist. Hat uns sehr gut gefallen. Aussergewöhnliche Atmosphäre und sehr freundlicher Service. Auch das Frühstück war gut und mit 87,00 Euro pro Zimmer nicht viel teuerer als das Hostel (64,00 Euro im Doppelzimmer).

Kneipen
Helsinki ist eine Metal & Rock Stadt, entsprechend gibt es eine Menge Bars, Clubs und Kneipen die ordentliche Mucke spielen. Am besten hat uns das Praha gefallen. Im Bäkkärie gibt es im ersten Stock meist live Musik, unten ist die normale Bar. Auch das Loose spielt oft live Musik - als wir da waren aber leider nicht ganz unser Geschmack.

Restaurants
Seahorse für traditionelle finnische Fleisch- und Fischgerichte. Gut gefallen hat uns auch das Karl Johann das traditionelle und moderne Küche in schickem Ambiente vermischt. Für einen Snack oder zum Mittagessen empfiehlt sich der Besuch eines Cafes, z.B. das Cafe Esplanad. Neben Kaffee (mit kostenlosem Refill) und Gebäck (ein ‘Kanelboller’ ist quasi eine Mahlzeit) auch Salate, Suppen und Sandwiches. Achtung es gilt Selbstbedienung. Wenn man mal viele verschiede Dinge probieren möchte lohnt sich ein Besuch in einer der Markthallen von denen es einige in der Stadt gibt. In diesen reiht sich ein Fressständchen an den anderen und man kann viele frische Sachen probieren. 




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blogged by Phoney


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