Donnerstag, 21. November 2013

Eigentlich ist das keines weiteren Kommentares Wert. Wir haben Knochen gekotzt und waren froh als wir oben und später wieder unten waren.

Um 3.30 Uhr Frühstück, um 4 Uhr Aufstieg zum High Camp.
Der Aufbruch ist so früh weil scheinbar am Pass im Laufe des Tages die Windstärke unangenehm zunimmt, und man definitiv vormittags wieder runter soll.
Während ich gestern mittag noch locker flockig vor Constantin hoch und runter geschwebt bin, ächze ich heute hinter ihm und Shyam, unserem Guide, den Berg hoch. Es ist zapfig kalt, die Finger können wir bald nur noch erahnen und ab High Camp geht's über verschneiten und vereisten Weg, im eisigen Wind, immer weiter in die Höhe. Wir gleichen einer Prozession, sind doch einige Gruppen unterwegs unter diesem traumhaften Sternenhimmel, alle mit ihren Stirnlampen den Weg erleuchtend.
An Pausen ist nicht zu denken, die Gefahr festzufrieren ist zu groß. Trinken ist auch nicht, das Wasser in Flaschen und im CamelPak-Schlauch ist nach kurzer Zeit gefroren. Um an die Thermoskanne und an wärmeres Wasser im Rucksack zu kommen, müssten wir stehenbleiben und spürbare Finger wären auch hilfreich.

Also steigen wir stetig bergauf bis die Sonne sich endlich zeigt. Kurz vorm Pass gegen 7 Uhr muss ich etwas trinken, mir ist schon leicht schwindlig und Constantin will mir am liebsten eine Diamox verpassen; abgelehnt. In Constantin's Daunenjacke tauen meine Finger wieder auf und der Tee stärkt uns bis zur Erreichung des Passes, wo alle Wanderer freudestrahlend Fotos machen, rumhüpfen (vor Freude und um nicht festzufrieren) und Tee trinken, der im Mini Teahouse auf Passhöhe verkauft wird.
Auch wir gehören zu diesen Gaga-Leutchen und steigen bald Richtung Muktinath ab. Der Weg ist steil aber nur teils vereist und ungefährlich zu gehen. Nach ca.2h gibt es eine Ansammlung von 5 Teahouses, teils mit Unterkunft, wo wir uns nochmal mit Tee für die letzte Stunde Abstieg nach Muktinath (3780m) stärken, wo wir punkt 12 Uhr ankommen.
Unser Guide mietet uns im von aussen schäbigsten Hotel ein ( allerdings mit WiFi und '24 hours hot shower' Versprechen) , und tatsächlich verschwindet meine Freude auf Dusche und Mittagessen schnell als ich feststelle, dass es in unserem Badezimmer kein fließend Wasser gibt. Also wieder anziehen und höflich rumschimpfen. Die Erklärung der Besitzerin, die Shyam mit ernster Miene weitergibt: im ganzen Ort gibt es noch kein Wasser, weil alles gefroren ist. Nun ja, im Gemeinschaftsbad gibt's fließend kalt Wasser und im Guest House nebenan kommen genüßliche Geräusche aus der Dusche. Wir sind kurz davor umzuziehen, als der vielleicht siebenjährige Hotel-Sohn auf die Idee kommt, die Wasser-Situation in anderen Zimmern zu prüfen. Und siehe da: im 3. Zimmer gibt es sowohl fließend Kalt - und Warmwasser...
Nach besänftigender Dusche und Mittagessen auf der Dachterrasse mit Traumpanorama und Bier ist der restliche Tag zum Chillen da!

blogged by zenzi39

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1 Kommentare:

  1. Chillen kann viele Bedeutungen haben. Dies scheint unglaublich verdient zu sein.

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