Dienstag, 26. November 2013

Von Tatopani (1.100m) nach Ghorepani (2.850m)
Unsere heutige Etappe hat es in sich: Es gilt 1.750 Höhenmeter zu überwinden. Deshalb geht es auch bald los, das Frühstück ist auf 6:30 Uhr bestellt. Wir, unser Guide und Porter sind pünktlich. Nur das Frühstück lässt auf sich warten. So starten wir dann doch erst um kurz vor halb acht.

Natürlich geht es jetzt nicht kontinuierlich den Berg hoch. Zuerst mal müssen wir noch einige Meter an der Strasse entlang absteigen, bevor wir den Weg nach Ghorepani einschlagen.

Der Weg führt uns schnell in eine grüne und fruchtbare Landschaft. An den steilen Hängen sind Terrassen angelegt auf denen alles mögliche - Getreide, Gemüse, Obst - angebaut wird. Auch Bananenstauden sehen wir bald wieder. Es ist offensichtlich gerade Erntezeit für Mais und Getreide. In den Dörfern, die wir passieren wird unentweg Getreide gedroschen (von Hand mit einen Holzstab) und anschliessend die Spreu getrennt (durch hochwerfen aus flachen Körber, die Spreu treibt der Wind davon, das Korn fällt in den Korb zurück).

Es ist schon erstaunlich wie schnell der Wandel in der Landschaft einhergeht. Eben waren wir noch in einem staubigen Flusstal, jetzt gehen wir durch grüne Hänge. Immer weiter geht es hinauf. Häufig ist der Weg als Treppe angelegt (tolles Po Training). Je weiter wir aufsteigen, desto waldiger wird die Gegend. Wir kommen an Bäumen vorbei, deren Blätter bereits komplett verfärbt sind und zum Großteil schon am Boden liegen und gleich daneben blüht ein Kirschbaum. Schon interessantes Klima hier.

Das letzte Stück nach Ghorepani geht es quasi durch einen Regenwald. Überall tröpfelt Wasser und Moos wächst an den Bäumen und Steinen. Und wie es sich gehört, zieht auch Nebel in Form von tiefhängenden Wolken auf.



Ghorepani ist sehr touristisch, kommen doch viele Ausflügler aus Pokhara für 3 oder 4 Tages Treks hierher, um den Sonnenaufgang von Poon Hill (3210m) aus zu sehen (das machen wir morgen früh). Wir sind aber zu erschöpft und durchgefroren, um im Nebel viel vom Dorf anzusehen und sind froh, als uns Shyam im Hill Top Hotel abliefert. Den Sonnenuntergang von Poon Hill sparen wir uns, da wir eh nicht wissen, ob der Aussichtspunkt noch im Nebel oder schon drüber liegt. Das Hotel macht seinem Name alle Ehre, es ist wirklich das oberste Hotel im Ort. Und es gibt mal wieder eine warme Dusche. Nachmittags kuscheln wir uns mit heißer Rum-Schokolade, Apple Pie with custard, Banana Fritters und unseren Büchern vorm Ofen, später kommen alle anderen dazu. Wobei 'Alle' bedeutet wir und die Hotelangestellten/-familie - wir sind die einzigen Gäste heute. Solange der Strom geht, gibt es sogar Internet und mir gelingt es einige Blogs und Fotos hochzuladen. Leider nicht lange: Zack und alles ist Dunkel. Es gibt dann zwar schnell eine Notstrombeleuchtung, aber die reicht leider nicht für's WiFi und den Fernseher.

Nachdem wir die letzten zwei Nächte eher leicht bekleidet geschlafen haben, ist es heute wieder mal richtig kalt, der Nebel und die feuchte Luft draußen tun ihr übriges; darum sind heute mal wieder multiple Schichten im Schlafsack angesagt.

Sonnenaufgang auf dem Poon Hill (3.210m) und runter nach Tadapani (2.630m)
Der Sonnenaufgang vom Poonhill ist eines der Highlights im Annapurna Gebiet. Bei klarer Sicht sieht man den Annapurna South, Hiunchuli, Machhapuchhre, Annapurna 1, Nilgiri und Dhaulagiri. Diese Aussicht zieht etliche Gruppen an, die wir beim Aufstieg um kurz nach fünf überholen. Die 400m schaffen wir in gut 45 Minuten. Kurz vorm Gipfel gibt es sogar ein Tickethäuschen. Poon Hill kostet Eintritt, aber nur vor Sonnenauf- und -untergang

Oben ist es dann ordentlich kalt. Leider gibt es noch viele Wolken, der Himmel ist seit gestern nicht ganz aufgeklart. Andererseits bieten Wolken auch mehr Dramatik auf den Fotos. Der Sonnenaufgang geht dann ganz schnell: eben noch hat man etwas Rosa im Osten entdeckt, im nächsten Moment ist es schon hell und die Gipfel von Annapurna 1 und South leuchten in der Morgensonne.

Wir steigen mit kalten Fingern wieder in unser Hotel ab und frühstücken erstmal. Gegen 8:00 Uhr machen wir uns auf den Weg nach Tadapani, das mit 2.630m eigentlich nur rund 200m unter Ghorepani liegt. Aber was wäre ein einfacher Abstieg gegen ein vergnügliches auf und nieder, das unsere Herzen immer wieder schnell höher schlagen lässt? Erstmal geht es wieder über viele Treppen steil bergauf und wir finden uns eine Stunde später auf dem Gurung Hill, der gegenüber Poon Hill auf 3170m liegt, wieder. Dann geht es wieder steil bergab, immer einem Fluß folgend, der sich tief in die Berge gefressen hat. Die Vegetation wird noch mehr regenwald- und urwaldmäßig. Es ist sehr feucht und alles ist mit Moos und Flechten bewachsen.

Zu guter letzt wieder ein Aufstieg von 250m und schon sind wir im nebligen Tadapani, wo wir uns ab dem Mittagessen im Ufo-/Baumhausähnlichen Dining Room vorm Ofen verschanzen und beobachten wie die anderen Wanderer nach und nach eintrudeln. Viele Franzosen hier, aber auch 2 einzelne Trekkerinnen aus Deutschland. Nach dem Essen ist uns regelrecht zu warm und wir legen Schicht für Schicht ab, was auch mal wieder gut tut.
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blogged by Phoney

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